NRW-Innenminister beendet Kooperation mit Islam-Verband Ditib

Epoch Times5. September 2016 Aktualisiert: 5. September 2016 12:25
Die enge Verbindung zwischen dem Islam-Verband Ditib und der türkischen Regierung wird in Deutschland immer kritischer betrachtet. Nachdem die Religionsbehörde Diyanet, die auch in enger Kooperation mit Ditib steht, in einem Comic nun den Märtyrertod verherrlicht hatte, hat Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger die Zusammenarbeit mit dem Islam-Verband beendet.
Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger hat die Kooperation mit dem größten Islam-Dachverband in Deutschland – Ditib – beendet. Das Innenministerium habe dies bereits im Juni beschlossen, bestätigte ein Sprecher Jägers.

Zuvor hatten der „Kölner Stadt-Anzeiger“ und die „Rheinische Post“ über das Ende der Zusammenarbeit berichtet. Die Türkisch Islamische Union war Träger des Kölner Standortes des NRW-Präventionsprogramms „Wegweiser“, mit dem Jugendliche vor dem Abdriften in den gewaltbereiten Salafismus geschützt werden sollen.

Wie Jäger jetzt in der noch unveröffentlichten Antwort auf eine kleine Anfrage des CDU-Landtagsabgeordneten Peter Biesenbach erklärt, „wurde die Auflösung des Vertrages von beiden Vertragsparteien einvernehmlich vereinbart“, so RP.

Türkische Religionsbehörde verherrlicht Märtyrertod

Demnach beendete Jäger die Kooperation nach der Affäre um einem Comic der türkischen Religionsbehörde Diyanet, in dem der Märtyrertod verherrlicht wird. Danach habe „das Ministerium für Inneres und Kommunales des Landes NRW den Landesverband Ditib NRW zu einer Stellungnahme hierzu aufgefordert“, so Jäger in seiner Erklärung berichtet RP. „In dieser Stellungnahme konnte keine für einen Träger des Präventionsprogramms, ‚Wegweiser‘ notwendige klare Neutralität bzw. ausreichende Distanz davon festgestellt werden“, sagte Jäger weiter.

Demnach heiße es in Regierungskreisen, dass nun auch die Rolle von Ditib als Berater von NRW-Schulen auf der Kippe stehe. Ditib ist bislang über einen Beirat an der Erarbeitung von Vorlagen für den Islamunterricht beteiligt. Das enge Verhältnis von Ditib und dem türkischen Staat wird seit dem Putschversuch in Deutschland zunehmend problematisiert. Die Organisation gilt als verlängerter Arm Erdogans in Deutschland. (so)

 

 

(dpa)
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