"Was genau ist geschehen?", fragen sich die Menschen im Fall der NSU-Morde.Foto: Joerg Koch/Getty Images

NSU-Skandal: Mitglied im NSU-Untersuchungsausschuss wirft deutschem Staat Beteiligung vor

Von 22. Oktober 2016 Aktualisiert: 22. Oktober 2016 10:06
Der Grünen-Politiker Arif Ünal sagte in einem Interview mit einer türkischen Zeitung, dass der "tiefe Staat" in Deutschland die Aufklärung der NSU-Morde verhindern will. Als "tiefer Staat" wird eine Schattenregierung bezeichnet.

Der grüne NRW-Landtagsabgeordnete Arif Ünal hat mit einem Interview in einer türkischen Zeitung für Aufsehen gesorgt. Der Politiker vertrat in dem Gespräch die Theorie, dass der deutsche Staat in die NSU-Morde verwickelt sei, berichtet „Focus-Online“.

Ünal ist nicht der einzige, der an der offiziellen Version im NSU-Fall zweifelt. Doch seine Aussage hat Brisanz, den der Grünen-Politiker ist ein stellvertretendes Mitglied im NSU-Untersuchungsausschuss des NRW-Landtags.

Er ist davon überzeugt, dass der sogenannte „tiefe Staat“, die Aufklärung bei dem Skandal um die NSU-Morde verhindert habe. Dies sei „eindeutig“, sagt Ünal laut „Focus-Online“.

Als „tiefer Staat“ werden die geheimen Seilschaften von Geheimdienstlern, Militärs, Staatsbediensteten und dem Organisierten Verbrechen bezeichnet, die Beobachtern zufolge einen „Staat im Staat“ gebildet haben. Dies sei nicht nur in Deutschland der Fall, sondern auch in den USA und anderen Staaten.

Dieser „tiefe Staat“ in Deutschland behindere nun mit „bemerkenswertesten Bemühungen“ die Aufklärung des NSU-Falls, zitiert die Zeitung den Politiker. Mit allen Mitteln werde versucht, die Verstrickung der Seilschaften nicht auffliegen zu lassen. Ünal habe das Vertrauen in die deutschen Geheimdienste und Sicherheitsbehörden „komplett verloren“, heißt es.

Die Türkei kritisiert die Bundesregierung, sich nicht genügend für die Aufklärung der NSU-Morde einzusetzen. Für die Türkei ist der Fall besonders wichtig, da unter den Opfern auch acht türkische Staatsbürger sind.

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