Ein Impfpass.Foto: JENS SCHLUETER/AFP via Getty Images

„Nur das kann uns helfen“ – Palmer und Lauterbach fordern schnelle Impfpflicht

Epoch Times20. Dezember 2021 Aktualisiert: 20. Dezember 2021 6:29
Der Grünen-Politiker Boris Palmer fordert eine sofortige Impfpflicht. Nur dadurch könne ein Lockdown verhindert werden. Auch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach spricht sich klar für eine baldige Impfpflicht aus.

Der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) verlangt eine sofortige Impfpflicht gegen Corona. Um einen kompletten Lockdown im Januar zu verhindern, „kann uns nur noch die sofortige Impfpflicht helfen“, sagte Palmer zur „Bild“. „Wenn man bei den über 60-Jährigen anfängt, geht es um drei Millionen Menschen. Das kann man bis Mitte Januar schaffen“, sagte Palmer weiter.

Die Belastung der Intensivstationen durch Corona sinke um die Hälfte, wenn alle Ü60 geimpft sind, so Palmer.

Lauterbach für zügigen Bundestags-Beschluss zur Impfpflicht

Indes dringt Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) auf eine möglichst schnelle Entscheidung des Bundestags zur Einführung einer allgemeinen Impfpflicht. Dies müsse „so schnell wie es geht“ stattfinden, sagte Lauterbach zu „Bild“. „Ich rate uns, diesen Weg zu gehen, damit wir zukünftige schwere Wellen nicht fürchten müssen“, sagte Lauterbach, auch wenn die Impfpflicht keinen wesentlichen Beitrag leisten könne, die Omikron-Welle zu brechen.

Selbst wenn die Impfpflicht bereits im Januar käme, was er nicht glaube, würde es noch Monate dauern, bis man die Ungeimpften mit der zweiten Impfung versorgen könnte. Aber: „Ich gehe nicht davon aus, dass Omikron die letzte Variante ist.“

Er höre immer wieder, man müsse lernen, mit dem Virus zu leben. „Aber mit dem Virus gut zu leben, wird uns nur gelingen, wenn der allergrößte Teil der Bevölkerung geimpft ist. Sie können nicht mit einem Tiger als Haustier leben.“ Denn darauf laufe es hinaus, mit Omikron oder mit neuen Varianten zu leben, ohne dass die Bevölkerung wirklich geimpft sei.

Krankenhausgesellschaft warnt vor Eskalation der Lage

Angesichts der Ausbreitung der Omikron-Virusvariante in vielen europäischen Ländern hat die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) unterdessen vor einer weiteren Eskalation der Situation in deutschen Krankenhäusern gewarnt.

„Wenn sich die Prognosen bestätigen, wonach die Omikron-Variante sehr viel ansteckender ist als Delta und auch der Impfschutz gegen schwere Verläufe bei nicht geboosterten Menschen schwächer ist, werden wir es im schlimmsten Fall mit einer großen Zahl gleichzeitig schwer erkrankter Patienten zu tun haben. Für die Krankenhäuser wäre dies eine weiter verschärfte Lage, die über all das hinausgeht, was wir bisher erlebt haben“, sagte der DKG-Vorstandsvorsitzende Gerald Gaß der „Rheinischen Post“ (Montag).

Gaß bezog sich dabei auf aktuelle Modellierungen und warnte vor weiteren personellen Engpässen in den Krankenhäusern. „Diese fünfte Welle würde uns nach den Berechnungen der Wissenschaftler treffen, noch bevor die aktuell hohe Belegung auf den Intensivstationen deutlich gesunken ist. Wir sehen in Großbritannien und Dänemark, dass durch die hohen Infektionszahlen auch deutlich mehr Beschäftigte im Gesundheitswesen coronabedingt ausfallen. Noch mehr schwerkranke Patienten und zeitgleich massive Personalausfälle wäre eine weitere Eskalation der Situation, die über das bisherige hinausgeht“, so der DKG-Chef. „Die Regelversorgung müsste dann noch stärker und auch deutschlandweit eingeschränkt werden, um zumindest die dringlichsten Notfälle auch jenseits von Covid versorgen zu können.“

Gaß appellierte an die politischen Verantwortlichen, auch weitere Kontaktbeschränkungen nicht auszuschließen. „Wir erwarten deshalb von der Politik, dass sie die Erkenntnisse zu Omikron aus anderen Ländern täglich analysiert und, falls sich die Befürchtungen bestätigen, sehr frühzeitig mit Kontaktbeschränkungen gegensteuert. Wir dürfen dann keine Zeit verlieren, dann muss sofort gehandelt werden, noch bevor die Zahlen auch in Deutschland nach oben gehen und eine Überlastung der Krankenhäuser nicht mehr zu verhindern ist“, so Gaß weiter. (afp/dts/dpa)



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