Foto: TOBIAS SCHWARZ/AFP/Getty Images

„Positive Schätzung“: Asylpolitik wird Deutschland 900 Milliarden Euro kosten

Epoch Times26. November 2015 Aktualisiert: 26. November 2015 11:33
Düstere Aussichten für Deutschland: Der Wirtschafts- und Finanzökonom Bernd Raffelhüschen rechnet die Kosten der Migrationskrise von jährlich optimistischen 17 Milliarden auf ihre Folgekosten hoch und kommt auf erschreckende Zahlen. Er fordert die Politik zum Mut zum Zurückschicken von Flüchtlingen auf.

Allein die Zuwanderung an sich kostet Deutschland 17 Milliarden Euro pro Jahr. Diese Berechnungen gehen auf den Ökonom Bernd Raffelhüschen vom Forschungszentrum Generationsverträge für die Stiftung Marktwirtschaft zurück. Doch die direkten Kosten wären ja nicht alles. So wie beim Hauskauf auf Kredit noch Zins und Zinseszins, Reparaturen, Steuern, Versicherungen und so weiter anfallen, ist auch der Kostenfaktor Migration ein weites und breites Feld.

900 Milliarden bei "unrealistisch positivem Szenario"

Raffelhüschen berechnete nach der Barwertmethode sämtliche Ausgaben und Sozialversicherungen über die Lebenszeit eines Asylbewerbers. Dabei ging der Ökonom vom Idealmodell aus, nämlich einer gelungenen Integration in den Arbeitsmarkt innerhalb von sechs Jahren.

Selbst in diesem "unrealistisch positven Szenario", nämlich wenn alles einigermaßen gut laufen würde, die Flüchtlingszahlen ab nächstem Jahr sinken würden und eine tatsächliche Arbeitsmarktintegration nach sechs Jahren hergestellt werden könnte, müssten bereits jetzt 900 Milliarden Euro oder ein Dritel der deutschen Wirtschaftsleistungen für die Kosten der Migrationskrise zurückgestellt werden. Dies meldete heute die "Welt".

Seine Direktzahlen liegen sogar etwas unter denen seiner Kollegen Hans-Werner Sinn, prominenter Regierungskritiker und ehemaliger Präsident des Münchner Ifo-Institut (21 Milliarden Euro allein für 2015) und Clemens Fuest (ehemals Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung, ZEW: "20 – 30 Milliarden/Jahr") und neuer Ifo-Chef ihre Analysen zur Lage veröffentlicht hätten. Doch geht Raffelhüschen tiefer auf die Folgekosten ein und das werde richtig teuer. Die Berechnungen beruhen hauptsächlich auf den Erfahrungen mit früheren Einwanderergenerationen, so die "Welt". Dabei sei in der Regel eine geringere Bildung als bei den Bundesbürgern gegeben, was auch geringere Steuereinnahmen bedeute. Allerdings würden diese Personen auch mehr aus den Gemeinschaftskassen haben wollen.

Ökonom fordert: Mut zu diskriminieren und auszuwählen

Deutschland benötige ein Einwanderungsbegrenzungsgesetz mit entsprechenden Qualifikationsanforderungen, so wie es auch andere Staaten machen würden. "Wir brauchen Leute, das ist klar. Aber wir brauchen Leute, die wir brauchen", wird der Wirtschaftsspezialist in der "Welt" weiter zitiert. Seiner Ansicht nach müsse man den Mut haben, zu diskriminieren, also auszuwählen. Dabei solle man den Kopf einschalten und dieses "blöde Bauchgefühl von den Glatzen im Osten und den Naivlingen im Westen abschalten", so Raffelhüschen.

Der Wirtschaftsfachmann Raffelhüschen ist Professor für Finanzwirtschaft an der Uni Freiburg und Aufsichtsratsmitglied der ERGO-Versicherungsgruppe, sowie der Volksbank Freiburg. Er übt beratende Tätigkeiten u.a. im Generaldirektorat für Wirtschaft und Finanzen in der Europäischen Kommission in Brüssel, dem norwegischen Finanzministerium, dem dänischen Wirtschaftsministerium, dem Schweizer Staatssekretariat für Wirtschaft und dem Sozialministerium Baden-Württemberg aus.

Langfristige Lösung noch möglich: Jetzt zurückschicken

Aus seiner Sicht müsste Deutschland, wenn es wenigstens auf lange Sicht die Flüchtlingsproblematik in den Griff bekommen wolle, schon jetzt Flüchtlinge zurückschicken. Dabei hofft der Ökonom darauf, dass die Leute es irgendwann verstehen würden und nicht mehr kämen. Füt diejenigen, die dennoch kommen und auch bleiben dürften, müsste eine rasche Integration der zweiten Generation erfolgen, sprich, den Kindern so schnell wie möglich vernünftige Ausbildungen zu ermöglichen. Wenn dies nicht gelänge, wären die Kosten für den Steuerzahler noch höher zu beziffern, schreibt "Unzensuriert.at".

Nach Raffelhüschens Berechnungen gehe es auch ohne die Migrationskrise mit Europa bereits bergab: Die Neuverschuldung steige in allen EU-Ländern an und damit auch die Gesamtverschuldung. Lediglich elf Länder könnten die Schuldenkriterien des Maastricht-Vertrags bisher noch einhalten und einen Schuldenstand von weniger als 60 Prozent der Wirtschaftsleistung einhalten. Von den übrigen 17 Ländern seien sechs Länder in den roten Zahlen, sogar ohne die Zinszahlungen für die Staatsverschuldungen mitzurechnen. (sm)


Unterstützen Sie unabhängigen und freien Journalismus

Danke, dass Sie Epoch Times lesen. Ein Abonnement würde Sie nicht nur mit verlässlichen Nachrichten und interessanten Beiträgen versorgen, sondern auch bei der Wiederbelebung des unabhängigen Journalismus helfen und dazu beitragen, unsere Freiheiten und Demokratie zu sichern.

Angesichts der aktuell schwierigen Zeit, in der große Tech-Firmen und weitere Player aus dem digitalen Werbemarkt die Monetarisierung unserer Inhalte und deren Verbreitung einschränken, setzt uns das als werbefinanziertes Nachrichten-Portal unter großen Druck. Ihre Unterstützung kann helfen, die wichtige Arbeit, die wir leisten, weiterzuführen. Unterstützen Sie jetzt Epoch Times indem Sie ein Abo abschließen – es dauert nur eine Minute und ist jederzeit kündbar. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Monatsabo ab 7,90 Euro Jahresabo ab 79,- Euro

Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

In letzter Zeit beobachten wir, wie Hacker immer wieder beliebige Nicks verwenden und üble Kommentare unter eben diesen Namen schreiben. Trolle schrecken nicht davor zurück, das Epoch Times Logo als Profilbild sich anzueignen und ebenfalls die Kommentarfunktion auf schlimmste Weise zu missbrauchen.

Aufgrund der großen Menge solcher Angriffe haben wir uns entschieden, einen eigenen Kommentarbereich zu programmieren, den wir gut kontrollieren können und dadurch für unsere Leser eine wirklich gute Kommentar-Umgebung schaffen können.

In Kürze werden wir diese Kommentarfunktion online stellen. Bis dahin bitten wir Sie noch um etwas Geduld.


Ihre Epoch Times - Redaktion