Karl-Heinz Kurras während einer Gerichtsverhandlung in Berlin am 13. November 2009Foto: Getty Images

Ohnesorg-Todesschütze und Stasispitzel Karl-Heinz Kurras ist tot

Epoch Times18. Februar 2015 Aktualisiert: 1. Juni 2017 18:02

Karl-Heinz Kurras ist mit 87 Jahren in Berlin gestorben. Der ehemalige Westberliner Kriminalbeamte hatte im Juni 1967 den Studenten Benno Ohnesorg erschossen und damit die Studentenunruhen von 1968 ausgelöst.

Kurras starb Medienberichten zufolge schon Mitte Dezember. Er soll zwischenzeitlich anonym bestattet worden sein.

Todesschütze war Stasispitzel 

Der Polizist Karl-Heinz Kurras, der am 2. Juni 1967 in Berlin den Studenten Benno Ohnesorg erschossen hat, war ein Stasi-Spitzel. Das belegten in 2009 entdeckte Dokumente aus der Birthler-Behörde. Den Dokumenten zufolge habe Kurras ab 1955 für die Stasi gearbeitet; außerdem sei er ab 1962 Mitglied der SED gewesen.

Wie die „FAZ“ berichtete, fanden die Autoren Helmut Müller-Enbergs und Cornelia Jabs durch einen Zufall entsprechende Unterlagen im Aktenbestand des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR (MfS). Ihr Bericht über die insgesamt 17 Aktenbände des Staatsicherheitsdienstes zu Kurras erschien eine Ausgabe der Zeitschrift „Deutschlandarchiv“, die am 28. Mai 2009 veröffentlicht wurde, unter dem Titel „Der 2. Juni 1967 und die Staatssicherheit“.

Neben der deutschen Unterstützung des US-Engagements im Vietnamkrieg führte nicht zuletzt der Tod Ohnesorgs dazu, dass sich Teile der außerparlamentarischen Opposition (APO) radikalisierten, in den Untergrund gingen und schließlich in den Terrorismus abdrifteten. Eine terroristische Vereinigung bezog sich sogar mit ihrem Namen auf den Tod Ohnesorgs: Die „Bewegung 2. Juni“.

Kurras war später vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung freigesprochen worden. (so)

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