In China findet massiver Organraub statt - vom Regime der KP initiiert.Foto: iStock

Organraub in China: 20 Jahre Verfolgung von Falun Gong – Öffentliche Anhörung im Bundestag mit China-Experten

Von 24. April 2019 Aktualisiert: 19. Juni 2019 15:11
Die Verfolgung von Falun Gong in China nähert sich dem 20. Jahrestag. Seit 1999 werden die Praktizierenden dieser Meditationspraxis in China brutal unterdrückt - Organraub im großen Stil wird betrieben. Im Mai findet passend zum Thema eine öffentliche Anhörung im deutschen Bundestag statt. Erstmals wurde auch ein China-Experte zum Thema Organraub eingeladen.

Die Verfolgung von Falun Gong in China jährt sich zum 20. Mal. Der 25. April 1999 war der Auftakt einer landesweiten Verleumdungskampagne gegen die Meditationspraxis. An diesem Tag versammelten sich rund 10.000 Praktizierende vor dem Petitionsbüro in Peking, um die Freilassung inhaftierter Praktizierender zu erbitten.

Das Ereignis wurde von den chinesischen Staatsmedien als „Belagerung des Regierungsbezirks“ dargestellt und diente unter anderem als Begründung für die am 20. Juli 1999 einsetzende Verfolgung von Falun Gong.

Was geschah im April 1999 in China?

Aufgrund eines Zeitungsberichtes, der Falun Gong verleumdete, versuchten Praktizierende bei der zuständigen Redaktion in Tianjin am 23. April 1999 den Sachverhalt richtig zu stellen. Zahlreiche Praktizierende demonstrierten friedlich und wollten die Sachlage aufklären – die dann eintreffende Polizei ging brutal gegen die Menschen vor, 45 wurden inhaftiert.

Danach sagte man den Praktizierenden, die die Freilassung der zu Unrecht Festgenommenen forderten: „Hier kann Ihnen nicht geholfen werden!“

Der Bezirk Tianjin ist der Zentralregierung in Peking direkt unterstellt. Die Befehle für die Inhaftierungen kamen vom Ministerium für öffentliche Sicherheit. Deshalb schickten die Beamten in Tianjin die Bittsteller für die Freilassung der Praktizierenden nach Peking. Nur dort könne ihnen geholfen werden, hieß es damals.

Dem Rat folgend gingen zahlreiche Falun Dafa-Praktizierende am 25. April 1999 nach Peking. Sie wollten dort beim nationalen Petitionsbüro die Freilassung ihrer Mitbürger erbitten und für ihre Bürgerrechte eintreten.

Die Bittsteller wurden in Peking empfangen: von Kameras und bewaffneten Truppen. Sicherheitsbeamte vor Ort erklärten den Anreisenden, das Büro würde erst später aufmachen. Sie sollten warten.

Die Menschenschlange wurde immer länger, der Weg zum Regierungsbezirk Zhongnanhai war aber frei. Normalerweise kann sich niemand ohne weiteres dem Komplex nähern, da zahlreiche Polizisten Zhongnanhai bewachen.

An diesem Tag war es aber erstaunlich ruhig – lediglich Kameras waren entlang der Straßen aufgebaut. Statt der üblichen Polizisten waren in der Nähe viele Jeeps voller Soldaten, mit Bajonetten und Gewehren zu sehen. Sie schienen auf etwas zu warten. Auch die Falun Gong Leute warteten – ganze 16 Stunden lang.

Das Petitionsbüro öffnete weiterhin nicht. Die Anhänger warteten friedlich. Schließlich sicherte der damalige Ministerpräsident Zhu Rongji nach einem Gespräch mit fünf Bittstellern die Freilassung der in Tianjin Verhafteten zu. Die Angereisten machten sich diszipliniert, ohne Störungen zu verursachen, erleichtert auf den Heimweg.

Doch in der Folge wurde dieses Ereignis als „Belagerung des Regierungsbezirks“ dargestellt und diente als Begründung für die am 20. Juli 1999 einsetzende Verfolgung von Falun Gong. Landesweite Medienkampagnen verbreiteten diese falschen Nachrichten ununterbrochen.

Laut China-Experten und Journalist Ethan Gutmann wollten die Staatssicherheitskräfte den Falun Gong-Anhängern in dem Regierungsviertel eine Falle stellen und einen Vorfall provozieren, der dann als Vorwand für ein Blutbad genutzt werden sollte.

Öffentliche Anhörung im Bundestag zum Thema: Religionsfreiheit in China

Passend dazu findet am Mittwoch dem 8. Mai im deutschen Bundestag von 15:00 Uhr bis 18:00 Uhr eine öffentliche Anhörung zum Thema „Religionsfreiheit: Die menschenrechtliche Lage religiöser Minderheiten in China“ statt.

Erstmals seit Beginn der Verfolgung von Falun Gong, wird im Mai auch ein China-Experte im Bundestag über den Organraub an Gewissensgefangenen sprechen. David Li, vom China Organ Harvest Research Center (COHRC) und einer der Autoren des umfassenden Analyseberichts: „Dokumentation eines medizinischen Völkermords: Chinas staatlich betriebene, außergerichtliche Massentötung für Organe auf Bestellung, von Gefangenen aus Gewissensgründen“ wurde von deutschen Politikern in den Bundestag eingeladen.

Anmerkungen:

Falun Dafa, auch Falun Gong genannt, ist eine traditionelle chinesische Meditationsform. Sie beinhaltet fünf körperliche Übungen, die gemeinsam mit der tiefen Lehre von Wahrhaftigkeit, Barmherzigkeit und Nachsicht zur körperlichen Gesundheit und seelischen Zufriedenheit beitragen. Wegen dieser wirkungsvollen Effekte erfreute sich Falun Dafa in China sehr schnell großer Beliebtheit. In nur 7 Jahren wuchs die Anzahl der Praktizierenden auf ca. 100 Mio. Diese Anzahl erschien dem damaligen Staatschef, Jiang Zemin, zu groß, somit wurde Falun Gong 1999 verboten. Eine Propagandawelle der Lügen und Verleumdungen begann. Viele unschuldige Menschen wurden inhaftiert, gefoltert und getötet. 4296 verifizierte Fälle von Todesopfern werden seit Beginn der Verfolgung von Falun Gong in China beklagt. Die Dunkelziffer ist laut Menschenrechtsorganisationen weit höher.

Das China Organ Harvest Research Center (COHRC) ist eine gemeinnützige Organisation in den USA, die maßgebliche Forschungen zum Missbrauch von Organtransplantationen in China durchführt und präsentiert, einschließlich der Tötung von Gefangenen aus Gewissensgründen für Organe. Die Forscher suchen und analysieren Beweise aus einer Vielzahl von chinesischen und ausländischen Quellen. Neben der Veröffentlichung von Berichten und der Beratung von Regierungsstellen und Nichtregierungsorganisationen hat das Zentrum seine Forschungsergebnisse auf ethischen und medizinischen Konferenzen auf der ganzen Welt vorgestellt. Vor der Gründung dieser Organisation hatten die leitenden Forscher der Gruppe über ein Jahrzehnt das chinesische Organtransplantationssystem untersucht und zu den Berichten von CNN, The New York Times, BBC, PBS, The Times of London und Forbes beigetragen.



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