Afghanische Männer protestieren gegen die Abschiebung in ihr Heimatland. (Symbolbild).Foto: Sean Gallup/Getty Images

Palmer: Abschiebungen nach Afghanistan vertretbar – ist genauso gefährlich wie Brasilien

Epoch Times29. Juli 2017 Aktualisiert: 29. Juli 2017 19:20
"Was Afghanistan angeht, gibt es eine gefühlte Wahrnehmung von Unsicherheit, die vor allem durch Bilder von Anschlägen transportiert wird", meinte der Grünen-Politiker Boris Palmer. Dabei sei Brasilien genauso gefährlich und niemand sage, "dass man nicht hinfliegen kann", so Palmer.

Die Abschiebung nach Afghanistan ist vertretbar, meinte Boris Palmer (Grüne). „Was Afghanistan angeht, gibt es eine gefühlte Wahrnehmung von Unsicherheit, die vor allem durch Bilder von Anschlägen transportiert wird“, sagte der Tübinger Bürgermeister dem „Spiegel“. Die Einschätzung habe aber nichts mit der statistischen Wahrscheinlichkeit zu tun, „dass jemandem tatsächlich etwas zustößt, der dorthin abgeschoben wird“.

Palmer verwies zum Vergleich auf das südamerikanische Brasilien. Dort würden Jahr für Jahr 50.000 Menschen umgebracht – das Land sei so gefährlich wie Afghanistan. „Trotzdem haben wir da eine Fußball-WM abgehalten, und niemand sagt, dass man nicht hinfliegen kann“, sagte Palmer dem Magazin.

Zugleich kündigte er an, sich künftig beim Thema Flüchtlingspolitik zurückzuhalten. Die vergangenen zwei Jahre seien „oft extrem nervenzehrend und anstrengend“ gewesen, so Palmer. Er habe sich verändert, sei demütiger geworden. Ihm sei auch klar geworden, dass er sich „von vielen Parteifreunden entfremdet habe und führende Funktionen für die Grünen nicht wahrnehmen kann“, so der Politiker.

Palmer war in der Vergangenheit in seiner Partei mehrfach mit seinen Aussagen angeeckt – etwa zur Abschiebung gewaltbereiter Migranten. „Mit meinem Buch will ich diese Phase der aufreibenden Diskussion abschließen“, meinte er.

Die Veröffentlichung seines Buches mitten im Wahlkampf verteidigte Palmer. Er glaube, dass Sachdiskussionen bei seiner Partei am besten aufgehoben seien. „Wir Grünen müssen den Anspruch haben, Streit in der Gesellschaft abzubilden und auszutragen“. Sie seien schließlich eine Diskurspartei, sagte Palmer. „Verordnete Einigkeit wie im Kanzlerwahlverein CDU passt nicht zu uns“, so der Politiker. (afp/dts)

Mehr dazu:

Präsidentendekret: 8.500 Soldaten sollen für Sicherheit in Rio de Janeiro sorgen


Unterstützen Sie unabhängigen und freien Journalismus

Danke, dass Sie Epoch Times lesen. Ein Abonnement würde Sie nicht nur mit verlässlichen Nachrichten und interessanten Beiträgen versorgen, sondern auch bei der Wiederbelebung des unabhängigen Journalismus helfen und dazu beitragen, unsere Freiheiten und Demokratie zu sichern.

Angesichts der aktuell schwierigen Zeit, in der große Tech-Firmen und weitere Player aus dem digitalen Werbemarkt die Monetarisierung unserer Inhalte und deren Verbreitung einschränken, setzt uns das als werbefinanziertes Nachrichten-Portal unter großen Druck. Ihre Unterstützung kann helfen, die wichtige Arbeit, die wir leisten, weiterzuführen. Unterstützen Sie jetzt Epoch Times indem Sie ein Abo abschließen – es dauert nur eine Minute und ist jederzeit kündbar. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Monatsabo ab 7,90 Euro Jahresabo ab 79,- Euro

Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion