Zwei Stunden nachdem der LKW in den Weihnachtsmarkt gerast war, wusste Pegida-Gründer Lutz Bachmann, dass ein Tunesier als Täter gesucht wird.Foto: Jens Schlueter/Getty Images

Pegida schneller als die Polizei? Woher hatte Bachmann am Anschlagsabend die Täter-Info?

Epoch Times22. Dezember 2016 Aktualisiert: 22. Dezember 2016 21:04
Pegida-Gründer Lutz Bachmann twitterte nur zwei Stunden nach dem Berliner LKW-Anschlag, die Polizei suche einen Tunesier, dies habe er aus interner Quelle. Nun erklärt die Berliner Polizei, dass der umstrittene Aktivist dies keinesfalls gewusst haben kann.

Die Berliner Polizei hat ausgeschlossen, dass Pegida-Mitbegründer Lutz Bachmann schon kurz nach dem LKW-Anschlag interne Informationen über den Tatverdächtigen und seine Nationalität hatte.

„Das ist schlichtweg unmöglich“, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. Bachmann hatte am Montagabend zwei Stunden nach dem Anschlag auf dem Kurzbotschaftendienst Twitter mitgeteilt, dass der Täter ein „tunesischer Moslem“ sei.

Bachmanns Tweet kam um 22.16 Uhr – zu dem Zeitpunkt hatte die Polizei einen Pakistaner als Tatverdächtigen festgenommen, der am Dienstag wieder freigelassen wurde, da gegen ihn keine Beweise vorlagen.

Erst seit dem gestrigen Mittwoch wird öffentlich nach dem 24-jährigen Tunesier Anis Amri gefahndet, dessen Ausweispapiere im Führerhaus des Todes-Lkw gefunden wurden. Das offizielle Narrativ in den Medien hinkt damit den Tweets des Pegida-Gründers hinterher. Bachmann hatte auch noch am Tatabend britische Medien zitiert, wonach der IS sich zu dem Anschlag bekannt habe – in einem Moment, wo deutsche Politiker immer noch einen Unfall nicht ausschließen wollten.

Ausweisdokument offiziell erst am Dienstag entdeckt

Die Dokumente des Tunesiers waren laut offiziellen Angaben am Tatabend noch nicht bekannt, sondern wurden erst am Dienstag entdeckt. Bachmanns Aussage vom Tatabend könne deshalb nicht stimmen, argumentiert die Polizei. „Die Information, die er da behauptet, kann nicht von der Polizei stammen, da die Polizei die Hinweise erst am Folgetag erlangt hat“, so ein Polizeisprecher laut AFP.

Medien vermuteten nun, dass Bachmann einen „Maulwurf“ bei der Polizei habe.

Bachmann, der grundsätzlich keine Journalistenfragen beantwortet, schickte daraufhin folgenden Tweet:

Auch auf dem offiziellen Facebook von Pegida hatte es am Tatabend geheißen: „IS bekennt sich zu Anschlag in Berlin!

Laut Polizeikreisen ist der Täter wohl Tunesier und hat den LKW gekidnappt… Das der Generalbundesanwalt übernimmt, spricht für die Echtheit der Infos unserer Freunde bei der Polizei Berlin! (Danke dafür!)

Komisch, dass die deutsche Lückenpresse bis jetzt schweigt über dieses Statement des IS!“

Bei dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche nahe dem Kurfürstendamm wurden am Montag zwölf Menschen getötet. 48 weitere Menschen wurden verletzt, viele von ihnen schwer.

(rf / afp)

 

 


Unterstützen Sie unabhängigen und freien Journalismus

Danke, dass Sie Epoch Times lesen. Ein Abonnement würde Sie nicht nur mit verlässlichen Nachrichten und interessanten Beiträgen versorgen, sondern auch bei der Wiederbelebung des unabhängigen Journalismus helfen und dazu beitragen, unsere Freiheiten und Demokratie zu sichern.

Angesichts der aktuell schwierigen Zeit, in der große Tech-Firmen und weitere Player aus dem digitalen Werbemarkt die Monetarisierung unserer Inhalte und deren Verbreitung einschränken, setzt uns das als werbefinanziertes Nachrichten-Portal unter großen Druck. Ihre Unterstützung kann helfen, die wichtige Arbeit, die wir leisten, weiterzuführen. Unterstützen Sie jetzt Epoch Times indem Sie ein Abo abschließen – es dauert nur eine Minute und ist jederzeit kündbar. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Monatsabo ab 7,90 Euro Jahresabo ab 79,- Euro

Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion