Per Jetski nach Griechenland: Die gängigsten Maschen der Menschenschmuggler

Epoch Times9. August 2019 Aktualisiert: 9. August 2019 19:00
Junge Frauen, die zur Prostitution gezwungen werden; Iraner, denen eine kostenlose Nierentransplantation in Deutschland versprochen wird. Die unglaublichen Tricks der kriminellen Schlepper von der "Welt" aufgedeckt.

Kleine Boote, wenig Menschen. So lautet die neue Masche der Schleuser. Der „Welt“ liegen nach eigenen Angaben vertrauliche EU-Dokumente – vor allem von der europäischen Asylagentur und Polizeibeamten der Europol – vor, aus denen die Tricks des kriminellen Netzwerkes ersichtlich sind. Längst seien europäische Flughäfen zu Hotspots für Menschenschmuggel geworden, heißt es dort.

Beispielsweise wurden früher bis zu 60 Migranten auf die griechischen Inseln mit größeren Schlauchbooten befördert. Nun kommen nur noch 15 bis 20 Migranten auf die kleineren, schnelle Boote der Schleuser. Auch Jetskis seien im Einsatz.

Beim Schmuggel von 18 Pakistanern wurde ein Polizist aus Zagreb erwischt. Er hatte die Gruppe in seinem Transporter versteckt und wurde am 5. Oktober gestellt.

Eine minderjährige Zeugin brachte italienische Polizisten auf die Spur von fünf nigerianischen Menschenhändlern. Die junge Frau wurde zur Prostitution gezwungen. Ihr wurde angedroht, dass bei ihr im Falle der Verweigerung Voodoo angewendet würde.

Soziale Medien als Plattform der Schleuser

Im Januar gingen der italienischen Polizei acht Tunesier ins Netz. Sie sollen Teil eines Schmugglerrings sein, der die Menschen per Schnellbooten nach Südsizilien befördert. Dazu schreibt die Welt:

Alle Schmuggler folgten dem sogenannten Islamischen Staat (IS) auf Facebook und verbreiteten dort IS-Propaganda.“

Aus den sozialen Medien konnten die Ermittler entnehmen, dass Schmuggler den Transport vom Iran über Serbien in die EU für 1.000 Euro anboten. Kommuniziert wurde auf Persisch. Der Landweg von Serbien nach Deutschland sollte 3.000 Euro kosten. Mit dem Flugzeug von Serbien nach Kanada kostete der Transport 7.000 Euro.

Über Instagram werden gefälschte oder gestohlene EU-Reisedokumente angeboten. Auch Nachrichten, die sich auf Organhandel beziehen, seien aufgeführt. Demnach würde Iranern weißgemacht, dass sie im Zielland Deutschland oder Großbritannien eine kostenlose Nierentransplantation erhalten würden.

Mancherorts werden serbische und rumänische Staatsangehörige dazu benutzt, um Migranten zu Fuß über die serbisch-ungarische Grenze zu führen. In kleinen Gruppen geht es dann weiter nach Österreich. Je nach Herkunftsland betragen die Kosten bis zu 3.500 Euro für Afghanen. Iraner zahlen 4.500 bis 6.000 Euro.

Scheinehen

Einer der Scheinehen-Vermittler, der Pakistaner Hafiz Mohammad Y., ging der Leipziger Polizei bei einer Großrazzia ins Netz. 500 Beamten schlugen Mitte Juli an 39 Orten zu.

Die Frauen, die die Scheinehen eingehen, wurden mit 2.000 Euro abgefunden. Nachdem den deutschen Behörden sämtliche gefälschten Unterlagen – von Arbeitsverträgen samt Lohnzettel über Mietvertrag – vorgelegt wurden, erhielten die frischgebackenen Ehemänner ihre EU-Aufenthaltskarte. Damit war der Deal mit den Ehefrauen erfüllt. Sie machen sich mit ihrer finanziellen Entschädigung auf die Rückreise in ihre Heimat. Nicht selten sind diese Frauen mehrmals verheiratet. (sua)


 

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