Peter Haisenko: Joggen nur noch mit Keuschheitsgürtel? Danke, Frau Merkel!

Von 10. April 2018 Aktualisiert: 10. April 2018 19:11
Safe Shorts für Frauen? Das ist "bei Lichte betrachtet die totale Kapitulation vor einer im Mittelalter stecken gebliebenen Kultur, die sich dank Merkels Einladung zunehmend bei uns breit macht. Ist das nicht ein Anzeichen für fortschreitendes Staatsversagen?" Peter Haisenko sagt: "Danke, Frau Merkel!"

Was haben wir uns nicht für realitätsverachtende Plattheiten anhören müssen, wenn es um die Abwehr sexueller Gewalt von Migranten geht. Armlänge Abstand halten und ähnlicher Unsinn. Da war es nur eine Frage der Zeit, bis auch dieses Thema kommerzialisiert wird: Die „Safe Shorts“ stehen jetzt zum Verkauf.

Vor einigen Tagen wurde im ÖR-Fernsehen berichtet, dass nun „Safe Shorts“ auf den Markt kommen, die Frauen vor Vergewaltigung schützen sollen. Der Tenor der Meldung war undifferenziert positiv. Endlich wird eine Lösung angeboten für ein Problem, das es noch vor wenigen Jahren in diesem Ausmaß nicht gegeben hat.

Mit dieser großartigen Erfindung können Frauen jetzt nicht nur ihren Unterleib mit einer Panzerung schützen, nein, der neuzeitliche Keuschheitsgürtel gibt bei einem Angriff auch noch lauten Alarm. Damit sollen sich Frauen jetzt also wieder sicher fühlen, wenn sie allein durch Parks und Wälder laufen oder auf dem nächtlichen Nachhauseweg?

Das ist lachhaft, aber leider ganz und gar nicht komisch.

Nein, bei Lichte betrachtet ist es die totale Kapitulation vor einer im Mittelalter stecken gebliebenen Kultur, die sich dank Merkels Einladung zunehmend bei uns breit macht. Ist das nicht ein Anzeichen für fortschreitendes Staatsversagen?“

Privatwirtschaftliche „Lösung“ soll das Staatsversagen kaschieren

In einem Rechtsstaat hat der Staat mit seinem Gewaltmonopol die Aufgabe, seine Bürger (in diesem Fall -innen!) vor Übergriffen zu schützen. In den letzten Jahren kommt er dieser Pflicht immer weniger nach, wie serienweise begangene sexuelle Übergriffe bei Großveranstaltungen wie Silvesterpartys, Fanmeilen usw. sowie etliche sexuell motivierte Morde belegen.

Über die Vielzahl der Übergriffe, über die mit Rücksicht auf die Migranten nicht berichtet wird, kann man nur spekulieren. Aber das Problem ist existent und nicht mehr wegzudiskutieren. Da wird man im Kanzleramt erfreut zur Kenntnis nehmen, dass jetzt eine privatwirtschaftliche „Lösung“ angeboten wird, die das komplette Staatsversagen in diesem Bereich kaschieren soll.

Die Sache hat allerdings einen gewaltigen Haken und wer auch nur ein wenig darüber nachdenkt, wird ihn sofort erkennen: Würde nämlich eine erhebliche Anzahl von Frauen künftig nur noch mit „Safe Shorts“ durch die Parks laufen, dann müsste man nicht lange darauf warten, bis das Tragen dieser Keuschheitsgürtel des 21. Jahrhunderts zur allgemeinen Pflicht erhoben wird.

Um die Tragweite dieses Vorgangs zu erfassen, muss wieder einmal der Umkehrschluss bemüht werden. Heißt: Frauen, die sich weigern, diese unwürdige Schutzmaßnahme anzulegen, müssen damit rechnen, im Zweifelsfalle als sexuelles Freiwild diffamiert zu werden.“

Ich kann mir gut Claudia Roth vorstellen, die dem Opfer einer Vergewaltigung vorwirft, „selber schuld“ zu sein, weil sie sich nicht mit dem Tragen einer solchen Hose davor bewahrt hat, vergewaltigt zu werden. Aber kann eine „Safe Shorts“ überhaupt schützen, wenn die Trägerin selbst die Zahlenkombination für das Schloss kennt?

Wird sie nicht mit einem Messer am Hals oder nach einer ausreichenden Anzahl von Schlägen diese Zahlen preisgeben? Vermutlich wird sie das tun, weil sie überleben will.

Genau das aber kann sie vor Gericht in arge Nöte bringen, wenn es um den Nachweis einer Vergewaltigung geht. Der Anwalt des Täters wird nämlich kaltschnäuzig argumentieren, dass die Trägerin der Schutzvorrichtung deren Öffnung ja „freiwillig“ zugelassen hat.

Der neuzeitliche Keuschheitsgürtel hat etliche Schwachstellen

Das einzige Mittel, um diese Schwachstelle des neuzeitlichen Keuschheitsgürtels zu verhindern, ist der Rückgriff auf mittelalterliche Gepflogenheiten: Das Schloss muss einen Schlüssel haben, den die Trägerin nicht mitführt.

Stufe zwei muss dann sein, dass sie überhaupt keinen Zugriff auf den Schlüssel hat, denn sonst könnte der Angreifer sie dazu zwingen, den Schlüssel herauszugeben – wie auch immer.

An der Stelle sind natürlich Befürchtungen angebracht, dass dem potenziellen Vergewaltiger die ganze Prozedur um die Schlüsselfindung zu langwierig und zu lästig wird. Dass er dann sein Opfer mit einem freundschaftlichen Klaps auf den Po aus seiner Gewalt entlässt, dürfte eher seltener der Fall sein.

Damit sind wir zurück im tiefsten Mittelalter, oder eben in der islamischen Welt, wo die (sexuelle) Selbstbestimmung der Frau nicht existiert, sondern vom Mann bestimmt wird, der den Schlüssel verwahren muss. Es lebe die Scharia!“

Wie wenig praktikabel das Ganze ist, wird zusätzlich deutlich, wenn man an ganz natürliche Bedürfnisse denkt. Wer, Mann oder Frau, wird sich außer Haus begeben mit einer Hose, die es nicht erlaubt, den Druck auf der Blase zu erleichtern, ohne sich einzunässen?

Genau deswegen muss es wohl ein Zahlenschloss sein, dessen Untauglichkeit als Schutzvorrichtung wir aber bereits festgestellt haben. Und was, wenn sich die Trägerin einer „Sicheren Hose“ in ihrer Aufregung nicht an die richtige Zahlenkombination erinnern kann?

So etwas kann passieren. Dann steckt sie gleich mehrfach im Dilemma. Allerdings hat es noch nie einen Keuschheitsgürtel gegeben, der nicht von einem passenden Dietrich hätte geknackt werden können.

Das Versagen des Rechtsstaats ist offenkundig

In einem Rechtsstaat müsste seitens der Hüter des Rechts, also von Merkel und Adlaten, ein Aufschrei erfolgen ob dieser Ungeheuerlichkeit der „Safe Shorts“. Es ist fraglos die Kapitulation des Rechtsstaats vor zugewanderter Gewalt.

Es kann nicht sein, dass eine Regierung zugibt, seine Bürger(innen) nicht mehr vor Übergriffen schützen zu können und dann einfach kommentarlos zusieht, wie dieser Schutz kommerzialisiert und individualisiert wird.“

Die einzig zulässige Reaktion der Regierung müsste sein zu verkünden, dass alles getan werde, um individuelle Vorkehrungen überflüssig zu machen. Das Gegenteil ist der Fall. Straftäter aus dem Migrantenmilieu werden mit Samthandschuhen angefasst und kommen, wenn sie denn erwischt und vor Gericht gestellt werden, meist mit Bewährung davon.

So können Zuwanderer mit mehreren Identitäten nicht nur mehrfach abkassieren, sondern auch mit der nächsten Identität dieselbe Straftat an anderem Ort begehen, um dann wieder als „Ersttäter“ mit Bewährung belohnt zu werden. Wie soll da noch Respekt vor dem Rechtsstaat entstehen?

Keuschheitsgürtel sind uns vor allem bekannt aus der Zeit der Kreuzzüge und in der Moderne aus der Welt des SM. Im ersten Fall waren sie ein Ausdruck des Misstrauens gegenüber der Treue der Gemahlin, während im letzterem gegenseitiges Einverständnis vorliegt mit dem Ziel sexueller Erregung und Kontrolle darüber. Nur in den seltensten Fällen aber konnte es das Ziel der Trägerin gewesen sein, sich vor unerwünschten Übergriffen zu schützen.

Wir müssen also erleben, wie durch die unkontrollierte Zuwanderung und die Erosion des Rechtsstaats die sexuelle Selbstbestimmung der Frau abhängig gemacht wird vom Tragen eines Keuschheitsgürtels, was es so in der Geschichte noch nie gegeben hat.

Sind Frauen ohne Panzerhose dann „selber schuld“?

Die pure Existenz der Schutzhosen und der fehlende Aufschrei dazu reihen sich ein in eine Serie von Unterwerfungserklärungen unter den Islam und seine Regeln.

Haben wir nicht schon erleben müssen, wie fehlgeleitete Politiker und andere faktisch einen Kotau vor dem Islam machen, indem sie weise Ratschläge erteilen, Frau sollte sich nicht mit kurzen Röcken zeigen, bloß keine nackte Haut und besser Kopftuch tragen, wenn sie nicht von muslimischen Männern belästigt werden wollen?

Wie alte, bis vor kurzem gottlob überkommene Klischees wieder aufleben, dass eine Frau selbst Schuld ist, wenn sie sich attraktiv kleidet?

Mit der puren Existenz der „Safe Shorts“ wird es nur eine Frage der Zeit sein, bis jedes Vergewaltigungsopfer mit einem „selber schuld“ abgespeist wird, wenn sie keine Panzerhose trägt. Schließlich hätte sie ja die Möglichkeit gehabt, sich damit zu schützen.

Das ist dann die nächste Umkehrung aller rechtsstaatlichen Prinzipien, die unter die Verantwortung Merkels einzuordnen ist.“

Aber was geht sie das an? In ihrer Position muss sie nicht erleben, wie sich eine Frau fühlt, wenn ihr ein „finsterer Geselle“ beim Jogging oder nachts begegnet. Also, was gehen Merkel so profane Sorgen der Bürger an? Dabei wäre es ihre Pflicht, für die Einhaltung von Recht, Sicherheit und Gesetz im Land zu sorgen. Vielleicht wird sie veranlassen, dass jede Hartz IV-Empfängerin ein Recht auf Bezug der „Safe Shorts“ bekommt, die sie sich ja sonst nicht leisten kann?

Es dürfte eine der größten Errungenschaften der abendländischen Kultur sein, dass sich Frauen im Normalfall mit einem einfachen „Nein“ vor sexuellen Übergriffen schützen können. Wie das zu der „Me Too“- Debatte passt, überlasse ich der Betrachtung jedes einzelnen.

Fakt ist, dass durch die unkontrollierte Zuwanderung von jungen Männern aus mittelalterlich-islamisch geprägten Gesellschaften genau diese Kulturleistung des Abendlandes verloren gegangen ist und jetzt durch einen mechanischen Selbstschutz ersetzt werden soll.

Fakt ist, dass es in Deutschland, vor allem in Großstädten, rechtsfreie „No-Go-Areas“ gibt, in denen sich nicht nur Frauen schutzlos fühlen, sondern sogar die Polizei vorsichtshalber einen Bogen darum macht.

Danke, Frau Merkel, dass Sie uns diese Bereicherung für unsere gewachsene und mühsam errungene Kultur beschert haben; dass Sie nicht dafür sorgen, dass Recht und Ordnung für alle gelten, „die gut und gerne hier leben“! Und Danke, dass Sie so dafür gesorgt haben, dass mit einem neuartigen Handelsgut gute Geschäfte gemacht werden können!

Der Artikel erschien zuerst bei anderweltonline.deDieser Beitrag stellt ausschließlich die Meinung des Verfassers dar. Er muss nicht zwangsläufig die Meinung des Verlags oder die Meinung anderer Autoren dieser Seiten wiedergeben.

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