Politik-Lehrerin auf Querdenken-Demo: „Liebe Eltern, steht auf… Es sind eure Kinder“

Von 28. September 2020 Aktualisiert: 28. September 2020 14:10
Maskenpflicht auf Gängen, im Pausenhof, im Lehrerzimmer und auf allen Begegnungsflächen. Toilettengänge lieber im Unterricht als in den Pausen, weil sonst das Infektionsrisiko auf überfüllten Toiletten steige. „Gegessen und getrunken werden soll nur noch im Klassenzimmer“, erklärt Julia Stier die neuen Regeln im Zuge der Corona-Politik. Die Politik- und Geschichtslehrerin machte ihrem Unmut auf der Kölner Querdenken-Kundgebung am 26. September Luft.

Julia Stier ist Politik- und Geschichtslehrerin an einer weiterführenden Schule in Baden-Württemberg. Auf der Querdenken-Kundgebung in Köln berichtete sie von ihrem Schulalltag. „Der Gang in die Schule ist für mich mittlerweile schwer geworden“ – aber nicht wegen der Schüler. Diese seien in dieser Zeit ihre „einzige Kraftquelle“. Um nichts in der Welt möchte die Pädagogin ihre Schüler missen. Aber seit Corona hat sich in den Schulen alles geändert.

Auf dem Pausenhof stehen die Klassen entweder in einem quadratisch nummerieren Feld oder in einem Bereich, der mit Ketten oder Absperrband abgesichert ist. „Ein Wechsel zwischen den Feldern ist nicht erlaubt“, beschreibt die Lehrerin den für sie unerträglichen Zustand. „Dieses Schauspiel zu beobachten bewegt sich bei mir so in dem Bereich zwischen befremdlich und abartig.“ Mit Mund-Nasen-Bedeckungen würden die Schüler in einem abgesteckten Bereich im Freien stehen, den sie nicht verlassen dürfen.

„Hätte mir das jemand vor einem Jahr gesagt“ und gefragt, wo dieser Ort sein könne, wäre ihr wahrscheinlich als erstes Justizvollzugsanstalt eingefallen oder Ähnliches. „Aber nein, es ist eine Schule“, betont die junge Frau.

Auch für den Unterricht haben die Maßnahmen Konsequenzen. So seien in Klassenzimmern Hygieneregeln einzuhalten, konkret bedeutet das: „Nach jeder Pause müssen die Schüler Hände waschen, 20 bis 30 Sekunden“, erklärt die Pädagogin. Und das bei etwa 30 Schülern und einem Waschbecken im Klassenraum. Dadurch leide die Unterrichtszeit erheblich. Auch durch die Toilettengänge, die nicht mehr in den Pausen gemacht werden dürfen, werde der Unterricht gestört.

Was vorher die absolute Ausnahme war, wird jetzt zur Regel“, schildert Julia Stier die Situation.

Problematisch sieht die Politik- und Geschichtslehrerin auch den Umstand, dass ständig gelüftet werden muss. „Die Fenster sind dauernd geöffnet oder gekippt“, erklärt sie. In den Sommermonaten sei dies noch in Ordnung gewesen, aber jetzt werde es kälter. „Was soll die Lösung sein? Dass die Schüler mit Mütze, Jacke und Schal im Klassenzimmer sitzen?“, fragt die Pädagogin. Die Frage sei ironischer Natur, aber bereits jetzt würde es Verbände geben, die genau das fordern.

Sonderbehandlung bei Attest-Vorlage

„Und was ich darüber hinaus von anderen Kollegen zugetragen bekomme, offenbart noch ein weiteres Ausmaß: Bei Kollegen mit Maskenbefreiungen werden die Atteste nicht anerkannt und teils mit abstrusen Begründungen abgewiesen“, kritisiert die Lehrerin. Aus diesem Grund dürften einige Kollegen keinen Präsenzunterricht mehr erteilen oder sollen nur noch separate Ein- und Ausgänge des Schulgebäudes benutzen. Das Betreten des Lehrerzimmers sei ihnen untersagt.

Ähnlich sei das auch bei Schülern. Ein Kollege berichtete ihr, dass eine Schülerin mit Befreiungsattest zwar den Unterricht besuchen dürfe, aber in der Pause in einer abgesonderten Ecke stehen und auf den Gängen von einem Lehrer begleitet werden müsse.

„Klassenfotos und Einschulungsfeiern gibt es mittlerweile mit Masken“, erklärt die Pädagogin weiter. Und dann gebe es auch noch die ungemeldeten Corona-Tests an Kindern in Schulen, wie sie in Niedersachsen und Bayern vorgekommen seien – ohne Einverständnis der Eltern. „In den öffentlich-rechtlichen Medien habe ich darüber nichts gehört“, kritisiert die junge Frau. „Krasse Einzelfälle? Vielleicht.“

Es gebe aber auch Schulen, an denen es moderat zugehe, an denen Schüler und Lehrer geachtet und die Freiheit des Einzelnen noch Anwendung finde. „Ich höre immer wieder, dass wir doch in einem freiheitlich-demokratischen Land leben und viele sich in ihren Grundrechten nicht eingeschränkt fühlen“, gibt sie zu bedenken. „Ist das tatsächlich so?“ Julia Stier jedenfalls hat daran ihre Zweifel, „wenn Menschen, die kritisch hinterfragen und Maßnahmen in Zweifel ziehen, als unsolidarisch einfach schnell an den Rand gedrängt und ausgegrenzt werden“.

Parallelen zur deutschen Geschichte möchte die Pädagogin nicht ziehen, da solche Vergleiche häufig hinken. „Aber jeder mündige Bürger sollte sich fragen, ob es wirklich so abwegig ist, wenn sich mahnende Stimmen erheben, die genau darauf hinweisen.“

Appell einer Lehrerin aus Berufung

„Ich bin von ganzem Herzen Lehrerin und ich bin glücklich, einen solchen Beruf ausüben zu können.“ Die Möglichkeit, jedes Jahr einer neuen Generation zu einem Abschluss zu verhelfen, sei für die Pädagogin ein Privileg und keine Bürde. „Als Politik- und Geschichtslehrerin bin ich zudem sehr sensibel, wenn sich jemand leichtfertig an den Grundrechten vergreift.“

Schließlich wolle sie aus ihren Schülern kritische und mündige Bürger machen, die selbstbestimmt für sich und andere einstehen können. „Und dazu muss man auch unbequeme Wahrheiten aussprechen dürfen.“ Das müsse eine demokratische Gesellschaft aushalten.

Ihr Appell richtet sich an drei Gruppen, die ihr besonders wichtig sind:

Liebe Eltern, steht auf, wo ihr Unrecht erkennt und wo Gesetze gebrochen werden. Es sind eure Kinder und meine Schüler, die mit den Konsequenzen der Hygienemaßnahmen leben müssen.“

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Kein Mensch könne sagen, welche Folgen daraus resultieren. Das würde sich erst in einigen Monaten oder gar Jahren zeigen. „Schließt euch zusammen, wenn ihr nicht allein kämpfen könnt oder wollt.“ Gerade jetzt müssten Eltern und Lehrer zusammenstehen, „denn wir Lehrer brauchen euch Eltern dringend“.

Remonstrationsrecht und -pflicht für Lehrer

An ihre Kollegen richtet Julia Stier die Worte: „Die Remonstration, die gerade in aller Munde ist, ist sowohl ein Recht als auch eine Pflicht. Ein Recht deshalb, weil es mich als Lehrer schützt, eine Anordnung zu befolgen, die vielleicht rechtswidrig ist oder – noch schlimmer – die Würde des Menschen verletzt.“ Gleichzeitig sei die Remonstration eine Pflicht, da „wir dazu da sind, unsere Dienstherren auf Fehlverhalten hinzuweisen“. „Und offensichtlich war es notwendig, dieses Remonstrationsrecht in den Verfassungen und im Beamtenrecht zu verankern“, betont sie. Jeder könne sich selbst überlegen, warum die Gründungsväter unseres Landes das getan haben.

„Fairerweise muss ich sagen, dass viele Angst haben. Und das ist auch in Ordnung.“ Die Pädagogin maße sich nicht an, über irgendjemanden zu urteilen.

Bedenkt bitte bei euren Handlungen, bei allem, was ihr tut oder auch nicht tut, für wessen Wohl ihr da seid und wer von euch geschützt werden sollte. Das ist eigentlich eindeutig“, gibt sie ihren Kollegen mit auf den Weg.

Und zum Schluss richtet sich die Lehrerin an die Schüler: „Bitte habt keine Angst!“ Gerade für alle Schüler sei es jetzt „wahnsinnig schwer“. „Wie leider so oft in der Bildungspolitik werden manche Entscheidungen nur kurzfristig überdacht und dann auf dem Rücken der Kinder ausgetragen“, erklärt die Pädagogin die Situation. Das sei jetzt nicht anders, nur die Konsequenzen seien weitreichender. „Und ganz wichtig: Ihr habt keine Schuld“, erklärt sie gegenüber den Schülern. Diese seien weder „Virenschleudern, noch Superspreader, noch eine Gefahr für Eltern, Großeltern oder Lehrer“.

Als Lehrerin sei Julia Stier dem Wohl der Kinder verpflichtet. „Und mein ganzes Engagement in dieser Zeit gehört jetzt ihnen.“

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