Politiker in Berlin und Köln fordern Islamverband Ditib zu Kurswechsel auf

Nach der umstrittenen Moschee-Eröffnung mit dem türkischen Staatspräsidenten in Köln haben Politiker mehrerer Parteien einen Kurswechsel des Islamverbands Ditib verlangt. Kölns Oberbürgermeisterin Reker forderte stärkere Mitarbeit.
Titelbild
DiTiB-Moschee in Köln Ehrenfeld ist gleichzeitig die Zentrale der DiTiB in Deutschland ist.Foto: MAJA HITIJ/AFP/Getty Images
Epoch Times1. Oktober 2018

Nach der umstrittenen Moschee-Eröffnung mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan in Köln haben Politiker mehrerer Parteien einen Kurswechsel des Islamverbands Ditib verlangt. Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker forderte, der türkisch-sunnitische Verband müsse „wieder eine stabile Verbindung in die Stadtgesellschaft aufbauen“. Die Ditib müsse sich „jetzt jedenfalls bewegen, sie muss mitarbeiten“, sagte Reker dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Montagsausgabe).

Vielleicht sei die derzeitige Situation „nach all der enttäuschenden Entwicklung aber auch ein Wendepunkt“, fügte sie hinzu. „Und der könnte dann der Beginn eines neuen Dialogs sein.“ Die Zeremonie zur Eröffnung der Moschee hatte ohne Vertreter der Stadt und des Landes Nordrhein-Westfalen stattgefunden.

Politiker der Bundesebene richteten ähnliche Forderungen an Ditib. Der Verband müsse „seine Arbeit jetzt zügig umstellen“, sagte der innenpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Mathias Middelberg, der „Welt“. „Wer nicht als Religionsorganisation handelt, sondern als politischer Arm eines autokratischen Staatspräsidenten und unter wessen Dach Oppositionelle und Kritiker Erdogans bespitzelt werden, kann künftig kaum unser Kooperationspartner sein.“

Middelbergs SPD-Kollege Burkhard Lischka sagte, Ditib sei „ein treuer Außenposten Erdogans in Deutschland“. Es lägen „gewichtige Hinweise dafür vor, dass Ditib willfährig Bespitzelungen von türkischen Oppositionellen in unserem Land vornimmt“, sagte Lischka der „Welt“. Damit verschärfe der Verband „in seiner heutigen Ausprägung Spannungen in unserer türkischstämmigen Bevölkerung und erweist allen Integrationsbemühungen einen Bärendienst“.

Linken-Vizefraktionschefin Sevim Dagdelen kritisierte, Ditib habe sich „zu einem islamistischen Propagandainstrument Erdogans in Deutschland entwickelt“. Bund und Länder müssten daher „endlich Unterstützung und Kooperation einstellen“. Die Beobachtung durch den Verfassungsschutz sei „überfällig“. (afp)



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