„Politisch heikel“: Polizeiführung schwieg über Flüchtlinge aus Syrien, Irak und Afghanistan

Epoch Times8. Januar 2016 Aktualisiert: 8. Juli 2016 1:15
Der Einsatzleiter drängte auf die Nennung der Herkunftsländer, doch der Dienstgruppenleiter hielt dies für "politisch heikel". Auch Polizeipräsident Albers wusste am Neujahrsmorgen schon über die "Wichtigen Ereignisse" Bescheid. War die Wortwahl "Nordafrikaner" statt "Flüchtlinge" ein taktischer Zug der Polizeiführung, um von den eigentlichen Tätern abzulenken?

Der verantwortliche Dienstgruppenleiter der Polizei soll die Herkunft der in der Kölner Silvesternacht kontrollierten Männer absichtlich nicht genannt haben, weil ihm dies "politisch heikel" erschien, meldete der Kölner Stadtanzeiger. Dies sei geschehen, obwohl unter anderem der Einsatzleiter des Silvestereinsatzes darauf gedrängt habe, dies zu offenbaren. Die Meldung "Wichtiges Ereignis" (WE) wurde am Neujahrsmorgen auch dem Polizeipräsidenten Albers vorgelegt.

Diese Vorgänge wollte die Polizei auf Anfrage der Zeitung weder bestätigen noch dementieren. Demnach wusste die Polizeiführung, dass es sich bei vielen der etwa einhundert kontrollierten jungen Männer um Flüchtlnge aus Syrien, dem Irak und Afghanistan gehandelt habe.

Auch die offensichtliche Falschmeldung der "ruhigen Lage" steht nun offiziell in der Kritik. Der Vorsitzender der Bundespolizeigewerkschaft, Ernst G. Walter, sagte im KSTA: "Ich frage mich: Wie konnte die Polizei in Köln am 1. Januar eine Meldung rausgeben, dass die Silvesternacht friedlich verlaufen ist? All diese erschreckenden Vorfälle" seien doch in der Nacht schon bekannt gewesen, so das Blatt.

Taktischer Zug? Nicht "Flüchtlinge" sondern "Nordafrikaner-Banden"?

Die Verallgemeinerung "nordafrikanische Männer" könnte also durchaus eine gezielte Ablenkungstaktik der Polizeiführung, vielleicht der Politik gewesen sein, die mediale Aufmerksamkeit weg von den "Flüchtlingen" und hin zu den ohnehin in Ermittlung stehenden Antänzer- und Trickdieb-Banden vom Hauptbahnhof zu lenken.

Unklar sei noch, ob die Flüchtlinge nun "unbedingt zu dem heftigen Täterkreis" gehörten oder nicht, so Ernst G. Walter. Einige der Verdächtigen wohnten in Flüchtlingsheimen im Bereich Duisburg und waren mit Papieren des Bundesamtes für Migration ausgestattet.

Der Gewerkschafter bemängelte auch, dass die Bundespolizei derzeit wegen der Flüchtlingskrise mehr als 2.000 Beamte an der Südgrenze Deutschlands einsetzen muss und auch deshalb in Köln unterbesetzt war.

Polizei ermittelt auch gegen nordafrikanische "Flüchtlingsbanden"

Wie der WDR berichtet, gehe die Kölner Staatsanwaltschaft von einem organisierten Verbrechen aus, die entsprechende Abteilung habe die Ermittlungen übernommen. Seit längerem schon ermittelt die Polizei gegen organisierte Banden, die mehrheitlich aus Marokko, Tunesien und Algerien Leute im Zuge der Migrationswelle einschleusten. Die Kriminellen reisten über Istanbul und die Balkanroute als angebliche Flüchtlinge nach Deutschland.

Inzwischen ist durch mehrere übereinstimmenden Aussagen von Polizeibeamten klar, dass die Polizeiführung frühzeitig von den Ereignissen der Nacht wusste. Ob die Vorfälle in Köln mit ähnlichen Ereignissen in Hamburg, Berlin, Düsseldorf, Dortmund, Bielefeld und Stuttgart in Zusammenhang stehen, bleibt weiterhin offen. (sm)

Mögen Sie unsere Artikel?
Unterstützen Sie EPOCH TIMES
HIER SPENDEN