Polizei zieht Bilanz von Schorndorf: Neun Sexualdelikte, ohne Dunkelziffer – Mit 53 Fällen Verdopplung der Strafanzeigen

Von 21. Juli 2017 Aktualisiert: 21. Juli 2017 11:13
Die Polizei von Schorndorf verzeichnete in diesem Jahr nahezu eine Verdoppelung der Strafanzeigen beim Stadtfest. Im Nachhinein entwickelt sich eine hitzige Debatte bezüglich der Kriminalität junger Asylbewerber. Mancherorts möchte man aber lieber verharmlosend zur Tagesordnung übergehen.

Bezüglich der Vorkommnisse in Schorndorf im Zusammenhang mit dem diesjährigen Stadtfest stellte die Polizei nun eine vorläufige Bilanz zusammen:

Die Polizei klärte erst einmal darüber auf, dass es eine Fehlinterpretation hinsichtlich der Meldung gegeben hätte, dass sich rund 1.000 Jugendliche und junge Erwachsene „versammelt“ hätten.

An vielen Stellen wurde der gesamten Gruppe öffentlich unterstellt, an den dort geschilderten Taten beteiligt gewesen zu sein. Das entspricht jedoch nicht den Tatsachen.“

(Polizei Schorndorf)

Insgesamt 53 Straftaten

Gegenüber dem Vorjahr verdoppelte sich die Zahl der Straftaten nahezu.

War 2016 von 28 Straftaten die Rede, mussten in diesem Jahr 53 dergleichen verzeichnet werden, am Freitag allein bereits 14.

Die übrigen 39 verteilten sich „nahezu gleichmäßig“ auf die übrigen Festtage.

Neun Sexualdelikte

Insgesamt wurden neun Sexualdelikte zur Anzeige gebracht. In drei der Fälle bestätigte sich der Anfangsverdacht nicht, geprüft werde allerdings noch, ob der Tatbestand der Nötigung gegeben ist.

Die übrigen sechs Fälle sexueller Belästigung – dazu zählt rechtlich gesehen auch noch das Begrapschen der Brüste oder des Schambereichs oberhalb der Kleidung, fanden freitagnachts und in der Nacht von Samstag auf Sonntag statt.

Freitag: Abends zwischen 22 und 23 Uhr wurde eine Frau aus der Region „jeweils von unterschiedlichen unbekannten Tätern sexuell angegangen“. Zunächst habe ein unbekannter Täter die 33-Jährige am Gesäß berührt.

Später fasste ein anderer unbekannter Täter intensiv an den Intimbereich.“

Weiteres konnte die Frau verhindern, indem sie sich losriss und dem Mann eine Ohrfeige verpasste. Als sie dann die Polizei habe rufen wollen, sei sie vom Täter und dessen Begleiter daran gehindert worden.

Gegen 23.45 Uhr wurde dann eine 25 Jahre alte Frau aus Ingolstadt im Bereich vom Marktplatz von einem leicht alkoholisierten 20-jährigen irakischen Flüchtling aus Schorndorf mehrmals an den Hintern gefasst.

Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft Stuttgart wurde er nach Abschluss der polizeilichen Ermittlungen wieder auf freien Fuß entlassen.“

Samstag/Sonntag: In der Nacht auf Sonntag wurde kurz nach Mitternacht eine 17-Jährige aus Österreich am Bahnhof an den Hintern gefasst. Als Tatverdächtige wurden drei afghanische Flüchtlinge (17, 17, 18) ausgemacht. Dass die Jugendliche dabei festgehalten wurde, wie in den ersten Angaben ausgesagt, bestätigte sich nicht.

Zwei weitere Fälle ereigneten sich ebenfalls um diesen Zeitpunkt herum:

In der Nacht zum Sonntag wurde um Mitternacht eine 19 Jahre alte Frau aus dem Raum Schorndorf auf dem Weg vom Marktplatz zum Schlosspark von hinten intensiv durch einen Unbekannten begrapscht.“

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Genaueres über die Art der „intensiven“ Begrapschung wurde nicht offenbart.

Gegen 0.30 Uhr hatte dann eine 42-jährige Frau aus dem Raum Schorndorf offenbar genug von dem Fest und machte sich auf den Weg zu ihrem Auto. In der Schlichtener Straße wurde sie dann von einem Unbekannten an die Brust gepackt.

Die Voraussetzungen für einen Haftbefehl waren in keinem der Fälle gegeben.“

Achtung: Da die Dunkelziffer bei Sexualdelikten immer noch sehr hoch sei, appellierte Polizeipräsident Roland Eisele an die Frauen, sich in solchen Fällen tatsächlich bei der Polizei zu melden, nur so könne man dem Phänomen entgegentreten (siehe Video unten).

Flaschenwürfe von Deutschen

In 17 Fällen kam es zu Körperverletzungen, sieben davon erreichen den Tatbestand der gefährlichen Körperverletzung. In diesem Zusammenhang waren die von starkem Alkoholeinfluss geprägten Nachfeiern von rund 1.000 Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Bereich des Schlossgartens federführend, die „keine unmittelbare Auswirkung auf das Fest hatten“, so die Polizei.

Gegen 22 Uhr soll es dann zu mehreren Flaschenwürfen gegen die Fassade des Schorndorfer Schlosses gekommen sein.

In einem Fall warf ein 16 Jahre alter Deutscher aus der Menschenmenge eine Flasche und traf den Kopf eines 19 Jahre alten Syrers, der dadurch leichte Verletzungen erlitt und vom Rettungsdienst versorgt werden musste.“

Ob bei dem 16-Jährigen ein Migrationshintergrund besteht, ist auch auf Nachfrage bei der Polizei nicht aktiv aufgelöst worden.

Daraufhin rückten mehrere Einsatzkräfte der Polizei an, mussten sich aber zunächst wieder zurückziehen und Körperschutzausstattung anziehen, „um sich vor Verletzungen durch Flaschenwürfe zu schützen“. Die Polizeikräfte wurden durch angeforderte Unterstützung verdoppelt.

Als dann kurz nach 1 Uhr ein 20 Jahre alter Deutscher nach einer Körperverletzung im Bereich des Spielplatzes und der Friedensstraße festgenommen werden sollte, widersetzte sich dieser massiv der Festnahme.

Hierbei solidarisierte sich eine größere Gruppe von ungefähr 100 Personen, überwiegend mit Migrationshintergrund mit dem Festzunehmenden und versuchte die Einsatzkräfte körperlich anzugehen.“

Nach Androhung des Einsatzes von Pfefferspray und Schlagstock konnten unmittelbar bevorstehende Angriffe verhindert werden. Jedoch sei es im weiteren Verlauf hierbei zu massiven Flaschenwürfen gegen die Einsatzkräfte gekommen. Mehrere Beamte wurden getroffen, dank der Schutzkleidung aber nicht verletzt.

Gruppe von 100 Personen mit hohem Gewaltpotenzial

Diese laut Polizeipräsident Eisele mindestens 100 Personen umfassende Gruppe zeigte ein hohes Gewaltpotenzial, während die übrigen Personen im Schlosspark weitgehend friedlich waren. Dies deckt sich mit den Aussagen des Veranstalters, der die Friedlichkeit der Besucher im Schlosspark bestätigte und darauf verwies:

Zwei rivalisierende Gruppen zweier Nationalitäten, die sich polizeibekannt seit Monaten Streitereien liefern, sind im Sog der SchoWo im Schlosspark aufgeschlagen und nach exzessivem Alkoholkonsum gegeneinander geraten.“

(Jürgen Dobler, Vorstand, Schorndorfer Woche)

Siehe dazu auch:

Die Polizei hielt sich in ihrer neuen Pressemitteilung mit ihren Aussagen dazu eher zurück:

Inwiefern im Schlossgarten bei den Auseinandersetzungen bestimmte Gruppierungen eine Rolle spielten, kann nach derzeitigem Ermittlungsstand noch nicht verlässlich bewertet werden.“

Messer und Schüsse

Laut mehreren Zeugenaussagen hatte sich dann „eine zahlenmäßig nicht zu beziffernde Gruppe“ nach einer Schlägerei im Schlossgarten in Richtung Bahnhof davongemacht.

Einzelne Personen dieser Gruppe sollen demnach Messer mit sich geführt haben.“

Gegen 1.30 Uhr wurden in der Gegend um den Alten Friedhof Schüsse gehört. Die Polizei vermutet, dass diese aus einer Schreckschusswaffe stammten. Hierzu konnten allerdings – ebenso wie zu den Messern – keine weiteren Erkenntnisse erlangt werden.

Einsatzfahrzeuge beschädigt

Bei den Randalen wurden sechs Einsatzfahrzeuge, überwiegend vom Polizeipräsidium Göppingen, beschmiert, verkratzt oder durch Flaschenwürfe beschädigt. Weiterhin wurden an den Fahrzeugen Kennzeichen abgerissen und geklaut.

Darüber hinaus kam es zu überwiegend wechselseitigen Körperverletzungen zwischen den Festbesuchern im Bereich Busbahnhof und Schlossgarten, bei denen die Beteiligten leichte Verletzungen erlitten und teilweise vom Rettungsdienst versorgt werden mussten.“

Desweiteren wurden neun Diebstahlsdelikte angezeigt, drei davon schwere Fälle und zehn Sachbeschädigungen. In drei Fällen fanden Beleidigungen statt, in einem Fall Widerstand gegen Polizeivollzugsbeamte. Viermal wurden Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz angezeigt.

Geprüft wird derzeit noch, ob bei den Vorfällen im Schlossgarten der Straftatbestand des Landfriedensbruchs und der Versuch einer Gefangenenbefreiung erfüllt waren.“

(Polizeibericht)

Fazit zu Angriffen auf Polizeibeamte

Die Gewalt gegen die eingesetzten Polizeibeamten im Schlossgarten hat eine Qualität erreicht, die zu keinem Zeitpunkt vorhersehbar war und die es noch nie in Schorndorf gegeben hatte.“

Nur mit Glück und dank der Schutzausrüstung wurden dabei keine Polizeibeamte verletzt. Auch die Sachbeschädigungen an Einsatzfahrzeugen der Polizei habe es in der Vergangenheit in Schorndorf nicht gegeben.

Der Chef des Aalener Polizeipräsidiums sagte dazu:

Im Übrigen bin ich nicht bereit gewalttätige Übergriffe und andere Straftaten gegen meine Kolleginnen und Kolleginnen zu tolerieren. Wir werden mit aller Entschlossenheit gegen solche Straftäter vorgehen.“

(Roland Eisele, Polizeipräsident)

Zeugenaufruf der Polizei

Nach wie vor bittet die Polizei alle Zeugen der Vorfälle, sich zu melden. Insbesondere wird auch gebeten, Videos oder Fotos zur Verfügung zu stellen.

Die Hinweise nimmt das Polizeirevier Schorndorf unter Telefon 07181 / 204 – 0 oder per E-Mail unter [email protected] entgegen.

https://www.youtube.com/watch?v=7Z4y9lZJnjk

 

Siehe auch:

Schorndorf-Debatte im Landtag: Für gewalttätigen Mob sind unsere Töchter verfügbare Schlampen (Jörg Meuthen, AfD)

Schorndorf & Co: Problembeschreibung als Rassismus gebrandmarkt – Tübinger OB Palmer im „Wahrheits-Streit“ mit ARD-Mann

Schorndorf: Nach Flaschenwürfen, Randale und Sex-Attacken – Festende nun schon 22 Uhr und „stimmungsvolles“ Flutlicht im Park