Radikalisierung in Essener Moschee befürchtet: „Islamische Jugend Essen“ und umstrittener Imam

Epoch Times17. Mai 2016 Aktualisiert: 8. Juli 2016 2:16
Seit dem Anschlag in Essen werden die islamischen Netzwerke in Internet mit großer Skepsis beobachtet. So auch die "Islamische Jugend Essen" die auch mit Infoständen und so gennanten Brüder- und Schwesterabenden um Mitglieder wirbt. Darüber hinaus soll die Gruppe mit einem umstrittenen Imame in Verbindung stehen.

Seit dem im April ein Sprengstoffanschlag auf den Essener Sikh-Tempel verübt wurde, werden Muslimische Netzwerke in Essen mit großer Skepsis beobachtet. Der Anschlag wurde offenbar von zwei 16 Jahre alten Salafisten durchgeführt. (Siehe: Attentäter von Essen kommen aus Salafisten-Szene)

In einem Bericht der WAZ heißt es, die Essener würden sich seit dem Attentat fragen: Warum radikalisieren sich junge Muslime? Haben sie Hintermänner? Und gibt es in dieser Stadt mehr solcher tickenden Zeitbomben?

Eine Gruppe mit Namen die "Islamische Jugend Essen" die vor wenigen Monaten bei Facebook gegründet wurde, stehe deshalb im Blickfeld der Gemeinde.

"Wir sprechen junge Muslime aus ganz Essen an", sagte einer der Anhänger, berichtet die WAZ. Die Gruppe lade zu Brüder- und Schwesterabenden ein, würde beten und diskutieren, grillen und schwimmen, heißt es. Sie machten auch Straßenkampagnen und verteilen Broschüren. 

"Islamische Jugend Essen" und die Vidam-Moschee

Doch hinter der harmlos wirkenden Facebook-Initiative junger Essener Muslime stecke, so die WAZ, die Vidam-Moschee, in der der Fundamentalist Yalcin Icyer das Sagen habe.

Da die Anhänger der "islamischen Jugend Essen" auch auf den Straßen um Gefolgschaft werden, ähnele die Organisation die der salafistischen Koranverteiler die zum Dschihad rekrutieren. "Mir graust es generell vor Islam-Propagandaständen in der Innenstadt. Wer sich ernsthaft informieren will, braucht so eine Bauernfängerei nicht," zitiert die Zeitung die liberale Muslimin und Essenerin Simone Rezik. 

Da die "Islamische Jugend Essen" direkt neben der kleinen Moschee des Islamvereins "Vidam" zuhause sei, in der der umstrittene Imam Yalcin Icyer das Sagen habe, seien die Befürchtungen noch größer der Verein könne junge Muslime radikalisieren, so die Zeitung weiter. Der 63-Jährige Imam sei ein Mann mit einer zweifelhaften Vergangenheit. Wie die WAZ berichtet ist Icyer ein Deutschtürke, der als Anhänger von Metin Kaplan gelte. Dieser wird als der "Kalifen von Köln" bezeichnet.

Kaplan stand demnach in 2006 unter Terrorverdacht, weil er den mutmaßlich versuchten Anschlag auf das Nena-Konzert in Gelsenkirchen mitgeplant haben soll. In 2009 sorgte er wegen antisemitischen Gebetstexten für Schlagzeilen. Damals stand er auch wegen Volksverhetzung vor Gericht. Außerdem sagt man dem Katernberger Imam auch heute noch exzellente Kontakte zur Dschihad-Szene nach, so die WAZ.

Demnach würden Geistliche wie Yalcin Icyer im gleichen Atemzug genannt mit Hasan Celenk, jenem Reisebüro-Inhaber aus Duisburg, der an der Radikalisierung der Tempelbomber Mohammed B. und Youssuf T. (beide 16) entscheidend mitgewirkt haben soll. Beim Freitagsgebet am 13. Mai habe Yalcin Icyer wieder vor dutzenden Gläubigen gepredigt. 

Muslime unter Generalverdacht

Unterdessen beklagen sich die Mitglieder des Vidam-Moscheevereins, dass friedliebende Muslime ständig unter Generalverdacht gestellt würden. "Die Stimmung ist extrem schlecht", sagt ein Mitglied und meint damit die "AfD-Hetze gegen den Islam", so die WAZ. Demnach verurteile er ausdrücklich den Anschlag auf den Sikh-Tempel und klagte über die Beobachtung der Sicherheitsbehörden.

Darüber hinaus meinte er, dass sich die Jugendlichen "nicht in unseren Moscheen, sondern im Internet" radikalisieren würden. Im Gespräch mit der WAZ lehnte er die Attentate, die von der Terror-Miliz Islamischer Staat im Namen Allahs durchgeführt werden, strikt ab und meinte: "Wir kämpfen dagegen an, weil der Islam das verbietet." (so) 

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