StrommastFoto: über dts Nachrichtenagentur

Thüringen geht auf die Barrikaden – Ramelow: „Wir sind nicht das Stromklo Deutschlands“

Epoch Times24. Juli 2020 Aktualisiert: 26. Juli 2020 4:59

Der Freistaat Thüringen fürchtet, beim Verlauf der Stromtrassen von Nord nach Süd über den Tisch gezogen zu werden. Das berichtet der „Spiegel“ in seiner neuen Ausgabe. Regierungschef Bodo Ramelow (Linke) spricht von einem „schändlichen Verhalten“ einiger West-Länder.

Hintergrund ist ein Schreiben der zuständigen Minister aus Baden-Württemberg, Hessen, Schleswig-Holstein und Niedersachsen an Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU).

Darin schlagen die Landesminister vor, man könne praktischerweise noch eine zusätzliche Leitung auf das bisherige Projekt Suedlink „aufgleisen“.

Ramelow hält Suedlink für rechtswidrig

Suedlink führt nach bisherigen Plänen durch Thüringen, was Ramelow schon zuvor für rechtswidrig hielt. Weitere Leitungen auf dieser Trasse, die einen größeren Eingriff in die Natur bedeuten dürften, würden den Widerstand gegen das gesamte Projekt in Thüringen noch mehr erhöhen.

„Wir sind nicht das Stromklo Deutschlands“, so Ramelow. „Ich bin fassungslos über die Kaltschnäuzigkeit, mit der im dreißigsten Jahr der Einheit mit dem Osten umgegangen wird.“

Schleswig-Holstein verweist auf Anfrage darauf, dass der Trassenverlauf nicht endgültig festgelegt sei. Außerdem, so die West-Minister in ihrem Brief, sei eine erweiterte Trasse schneller und deutlich billiger zu realisieren als eine komplett neue in einem anderen Korridor. (dts)

Mögen Sie unsere Artikel?
Unterstützen Sie EPOCH TIMES
HIER SPENDEN