Rettungsprogramm für vergewaltigte Frauen und Kinder aus dem Nordirak

Epoch Times13. Oktober 2015 Aktualisiert: 13. Oktober 2015 16:46
Baden Württemberg und Niedersachsen drehen den Flüchtlingsspieß um. Statt blinder Willkommenskultur und offene Grenzen für alle zu propagieren gehen die beiden Bundesländer einen direkten Weg: Sie holen vergewaltigte und misshandelte Frauen und Kinder aus dem Terrorgebiet des IS nach Deutschland. Zumeist handelt es sich dabei um Angehörige der Volksgruppe der Jesiden, die vom IS als „Ungläubige“ angesehen werden.

Durch das bundesweit einzigartige Projekt, welches durch den baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann im Oktober 2014 ins Leben gerufen wurde konnten bereits 436 Frauen und Kinder nach Baden-Württemberg und 64 nach Niedersachsen gebracht werden. Projektleiter Michael Blume erklärte der DPA, dass die Zahl der geretteten Menschen bis Jahresende die 1.000 erreichen könnte. Zur Zeit beraten Hessen und Schleswig-Holstein über einen Einstieg ins Projekt.

Direkte Hilfe für Menschen in Not

Dohuk ist die Hauptstadt der Autonomen Region Kurdistan im Nordirak. Das Projekt besteht aus 12 Personen, die für die Landesregierung in Stuttgart arbeiten. Etwa alle zwei Wochen kommt ein Team von 5 bis 6 Beamten für eine Woche in die Stadt nahe der türkischen Grenze. Dort sind sie in einer Wohnung der Osnabrücker Hilfsorganisation Luftbrücke Irak untergebracht. Als der IS im Sommer 2014 Überfälle auf jesidische Dörfer begann, wurden mehr als 7.000 Frauen und Mädchen verschleppt. 2.000 von ihnen konnten bisher fliehen oder wurden freigekauft, berichtet Team-Mitglied und Trauma-Experte Jan Ilhan Kizilhan.

Die Vermittlung für das Programm kommt durch Meldungen vom Gesundheitsamt, der Regierung oder Hilfsorganisation zustande. Auch werden Flüchtlingscamps besucht. Ebenfalls besteht die Möglichkeit, dass sich betroffene Personen selbst bewerben, die, und das ist Voraussetzung, in IS-Gefangenschaft waren. Über die Frauen und Mädchen werden Akten angelegt, 1.200 gibt es bereits. Sie werden von einer Frauenärztin untersucht. Die besonders schweren und dringlichen Fälle haben Vorrang. Das jüngste vergewaltigte Mädchen war erst acht Jahre alt. 

Bürokratie als Nadelöhr

Die Entscheidung über eine Aufnahme treffen dann drei Personen, der Projektleiter Michael Blume, eine Visa-Spezialistin und der Trauma-Experte Kizilhan. Der promovierte Orientalist und Psychologe ist selbst getaufter Jeside und spricht Kurmandschi, den Dialekt der Frauen. Das Nadelöhr für das Projekt waren die Visa, die vom Generalkonstulat in Erbil ausgestellt wurden. Das Konsulat konnte nur einige wenige pro Woche schaffen. Um diesen Vorgang zu beschleunigen, bereitet das deutsche Team die Unterlagen so weit wie möglich vor, denn im Gegensatz zu den Zigtausenden Migranten, die ohne Papiere die deutschen Grenzen in den letzten Monaten passierten, geht hier nichts ohne ein entsprechendes Visa im Pass. Durch Bereitstellung der entsprechenden Geräte durch das Generalkonsulat, konnte die Anzahl der ausgestellten Visa auf 40 pro Woche erhöht werden. (sm)

Video: Frauen und Mädchen unter IS-Herrschaft

https://youtube.com/watch?v=7Dz8vEwiuWE

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