"Es ist richtig, dass Robert Habeck diesen Schritt geht, über seinen Schatten springt. Nur - er geht ihn zu spät", kritisiert CDU-Politiker Spahn mit Blick auf Habecks Pläne zur Gas-Reduzierung. Symbolbild.Foto: Maja Hitij/Getty Images

Rückkehr zur Atomkraft? Spahn: Bürger nicht zum Frieren auffordern

Epoch Times20. Juni 2022 Aktualisiert: 20. Juni 2022 10:59
Kernkraftwerke länger laufen lassen, um den Gasverbrauch zu senken - darauf dringt Jens Spahn. Die Politik sollte andere Optionen prüfen, bevor sie die Bürger zum Frieren auffordert, so der ehemalige CDU-Minister. Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder fordert die vorübergehende Weiternutzung der Atomenergie.


Unionsfraktionsvize Jens Spahn hat die Pläne von Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) zur Einsparung des Gasverbrauchs als zu spät und unzureichend kritisiert.

„Es ist richtig, dass Robert Habeck diesen Schritt geht, über seinen Schatten springt. Nur – er geht ihn zu spät“, sagte der CDU-Politiker im ARD-Morgenmagazin. Die Bundesregierung sei offenkundig nicht gut vorbereitet. „Hätten wir im März schon begonnen, mehr Kohlekraftwerke, weniger Gaskraftwerke laufen zu lassen, dann wären die Speicher jetzt vielleicht schon zehn Prozent voller.“

Habeck geht aus Sicht von Spahn zudem nur den halben Weg, da er Kernkraftwerke nicht länger laufen lasse. Er verstehe nicht, dass der grüne Klimaminister lieber Kohlekraftwerke länger und mehr laufen lasse als CO2-neutrale Kernkraftwerke, sagte Spahn. Habeck hatte angekündigt, weniger Gas zur Stromproduktion nutzen zu wollen und stattdessen verstärkt Steinkohle zu verstromen.

Bevor Bürger zum Frieren aufgefordert würden, sollte die Politik alle anderen Alternativen prüfen. „Dazu gehört eben auch das Längerlaufen von Kernkraftwerken“, sagte Spahn. Es gehe nicht darum, den Ausstieg infrage zu stellen.

Söder will Laufzeitverlängerung verbliebener AKW – Grüne dagegen

Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat sich für eine Laufzeitverlängerung der verbliebenen Kernkraftwerke ausgesprochen. Es sei nicht sinnvoll, „angesichts einer drohenden Gaslücke, eine zusätzliche Stromlücke zu produzieren, indem man die Atomkraft abschaltet“, sagte er den Sendern RTL und ntv.

„Kohle zu reaktivieren macht sicher Sinn, ist aber klimaschädlich“, kritisierte Söder Habecks Plan. Zugleich räumte er ein, Atomkraft sei „nicht einfach für die Dauer“. Aber sie sei „aus jetziger Sicht für das Klima besser, billiger und in dem Fall schnell aktivierbar“.

Die Grünen lehnen eine Rückkehr zur Atomkraft allerdings strikt ab. „Die Kontroverse um den Endlager-Suchprozess zeigt, wie hochproblematisch Atomkraft ist und bleibt“, sagte Grünen-Fraktionschefin Britta Haßelmann der „Rheinischen Post“. Man sei in Deutschland mit Blick auch auf künftige Generationen verantwortlich dafür, den eigenen radioaktiven Abfall sicher dauerhaft zu lagern.

„Der Suchprozess wird ohne Gorleben jetzt weitergehen müssen“, sagte Haßelmann. „Umso unverständlicher finde ich Stimmen, die in diesen Tagen erneut einen Ausstieg vom Atom-Ausstieg fordern. Den gab es schon mal unter Schwarz-Gelb, das hat die Steuerzahler Milliarden Euro gekostet.“ (dpa/dts/red)



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