Gerichtsverhandlung im Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach.Foto: INA FASSBENDER/AFP via Getty Images

Rund 2000 Beweismittel bei Großrazzia im Komplex Bergisch Gladbach beschlagnahmt

Epoch Times2. September 2020 Aktualisiert: 2. September 2020 14:48

Bei einer bundesweiten Großrazzia im Zusammenhang mit dem Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach haben Ermittler bei 50 Verdächtigen rund 2000 Beweismittel wie Smartphones und Computer beschlagnahmt. Diese würden nun gründlich ausgewertet, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Mittwoch in Köln mit. Bei den Razzien wurden insgesamt 60 Objekte in zwölf Bundesländern durchsucht. Dabei ging es um Vorwürfe des Besitzes und der Verbreitung von Kinderpornografie.

Die Razzien vom Dienstag richtete sich gegen 48 Männer sowie zwei Frauen, die über Chats in einem Messengerdienst entsprechendes Material getauscht haben sollen. Schwerwiegendere Verbrechen wie direkten sexuellen Missbrauch von Kindern werde den Verdächtigen nach derzeitigem Stand nicht vorgeworfen, sagte der Leiter der für den Fallkomplex zuständigen zentralen Ermittlungsgruppe der Kölner Polizei, Michael Esser. Festnahmen oder Verhaftungen gab es nicht.

Esser: „Wir setzen immer mehr Puzzleteile zusammen“

Die Identitäten der Beschuldigten, die in den Chats nur anonym und unter Pseudonym agierten, mussten nach Essers Angaben zuvor erst in aufwändigen und langwierigen Ermittlungen geklärt worden. Es würden „alle technischen und rechtlichen Möglichkeiten“ genutzt, um die Täter und ihre Strukturen zu identifizieren und die Opfer zu schützen. „Wir setzen immer mehr Puzzleteile zusammen“, sagte Esser. Die IT-Spezialisten der Polizei zögen dabei „alle Register“.

Im Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach geht es um ein Netzwerk aus Pädokriminellen, die Kinder missbrauchten und untereinander in Chats kinderpornografisches Material austauschten. Das Netzwerk wurde vor bald einem Jahr bei Ermittlungen gegen einen Mann aus Bergisch Gladbach entdeckt, daher kommt die Bezeichnung. Seither laufen großangelegte Auswertungen. Nach Angaben der Ermittler sind inzwischen bundesweit 207 Tatverdächtige namentlich identifiziert.

Nach Essers Angaben nutzten die Verdächtigen dabei alle bekannten Messengerdienste. Auch die Staatsanwaltschaft betonte am Mittwoch in Köln, wie komplex die Ermittlungen zu den Kommunikationsnetzen und die Auswertung der riesigen beschlagnahmten Datenmengen in dem Fall seien. Es gehe um ein ganz „neues Deliktfeld“, in dem Täter in „vernetzten Strukturen“ interagierten, sagte der Leiter der für den Komplex zuständigen Cybercrimespezialanteilung der nordrhein-westfälischen Staatsanwaltschaften, Markus Hartmann.

Tausend Beamte bei Durchsuchungen

Bei den Durchsuchungen am Dienstag kamen rund tausend Beamte zum Einsatz, darunter zahlreiche Spezialkräfte. Nach Angaben Essers sollten diese Verdächtigen durch besonders überraschende Zugriffe die Chance nehmen, elektronische Geräte und Datenträger noch durch Codesperren zu verschlüsseln. Insgesamt gab es demnach auch vier Leichtverletzte, etwa durch Schocks oder Kreislaufprobleme infolge polizeilicher Maßnahmen.

Bergisch Gladbach ist einer von insgesamt drei großen Komplexen um sexuellen Kindesmissbrauch, die zuletzt in Nordrhein-Westfalen entdeckt wurde. Diese sind aber unterschiedlich gelagert. Während es im Komplex Lügde etwa um die Verbrechen von Männern auf einem Campingplatz geht, stellt der Komplex Bergisch Gladbach eher ein virtuelles Netzwerk von Pädokriminellen mit bundesweiten oder gar internationalen Verbindungen dar. Zudem seien die Verdächtigen in diesem Fall eher „ein Querschnitt der Gesellschaft“, sagte Esser. (afp)



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