„Russland pokert“ – Baerbock gegen Betriebserlaubnis für Nord Stream 2

Epoch Times20. Oktober 2021 Aktualisiert: 20. Oktober 2021 9:21
Annalena Baerbock will, dass die Ostsee-Erdgas-Pipeline Nord Stream 2 vorerst nicht in Betrieb genommen wird. Deutschland dürfe sich "nicht erpressen lassen."

Grünen-Chefin Annalena Baerbock hat sich dafür ausgesprochen, die Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2 vorerst nicht in Betrieb zu nehmen. Nach europäischem Energierecht müsse der Betreiber von Nord Stream 2 „ein anderer sein als derjenige, der das Gas durchleitet“, sagte sie den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Solange das ein und derselbe Konzern ist, darf die Betriebserlaubnis nicht erteilt werden.“

Die hohen Gaspreise seien zunächst einmal die Folge von hoher Nachfrage und geringem Angebot. „Dabei lässt sich auch ein Pokerspiel Russlands beobachten: Die Gaslieferungen wurden gehörig nach unten gefahren“, sagte Baerbock. „Wir dürfen uns nicht erpressen lassen.“

Zwar liefere Russland vertragsgemäß Gas nach Europa, doch seien die Gasspeicher vergleichsweise leer. „Das dürfte von russischer Seite aus bewusst so herbeigeführt worden sein, um so die schnelle Inbetriebnahme von Nord Stream 2 zu erzwingen – auch wenn noch nicht alle rechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind.“

Zugleich machte Baerbock deutlich, dass sie ein Vorziehen des Kohleausstiegs von 2038 auf 2030 für wahrscheinlich hält. Die Ampel-Parteien rüttelten nicht nur am Kohlekompromiss, „sondern wir ändern das Kohleausstiegsgesetz, um den Kohleausstieg auf 2030 vorziehen zu können“.

Dafür brauche es natürlich genug erneuerbare Energien. „Dafür werden wir eine Pflicht verankern, auf jedes neue Dach eine Solaranlage zu bauen und endlich zwei Prozent der Landesfläche für Windkraft zu nutzen.“

Im Sondierungspapier von SPD, Grünen und FDP heißt es, der Kohleausstieg werde „idealerweise“ von 2038 auf 2030 vorgezogen. Ein Tempolimit auf Autobahnen wäre „für die Verkehrssicherheit eine große und für den Klimaschutz eine kleine Maßnahme gewesen“, sagte sie. „Dafür gab es in den Sondierungen keine Mehrheit.“ (dts/oz)



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