Sachsens Kultusministerium verteidigt Stundenkürzungen sowie Gemeinschaftskunde schon ab Klasse 7

Von 12. November 2019 Aktualisiert: 12. November 2019 14:46
Sachsens Bildungssystem gilt als das beste in Deutschland. Neue Stundentafeln, die auch Kürzungen in Mathematik und Biologie vorsehen, und der Umstand, dass Gemeinschaftskunde nun bereits ab Klasse 7 unterrichtet wird, weckten mancherorts jedoch Argwohn.

Ob die seit Anfang des Schuljahres im August 2019 geltenden neuen Stundentafeln für Sachsens Schulen weiterhin in dieser Form gelten werden, ist noch offen. Dr. Susann Meerheim, Referentin des amtierenden Kultusministers Christian Piwarz, erklärt auf Nachfrage der Epoch Times, die Koalitionsverhandlungen seien in diesem Bereich noch nicht abgeschlossen, weshalb auch noch keine Aussagen über die Ergebnisse möglich wären.

Die Stundentafeln waren nicht auf ungeteilte Zustimmung gestoßen. Wie der MDR bereits im Vorfeld des Inkrafttretens der Neuregelung berichtete, soll der im bundesweiten Vergleich hohen Lernbelastung und dem Lehrermangel durch Stundenkürzungen entgegengesteuert werden. Das Unterrichtsvolumen sollte um vier Prozent abgesenkt werden und auch was den Umfang betrifft, in dem die jeweiligen Fächer unterrichtet werden, hat es Umschichtungen gegeben.

Nicht nur auf Kosten von Sport und Musik eingespart

Grundsätzlich wurde in keinem Fach mehr als eine Stunde pro Woche gekürzt und die Kürzung betraf fast alle Fächer – womit anfänglichen Befürchtungen begegnet wurde, die Veränderungen in den Stundentafeln würden vor allem Sport und Musik betreffen.

Auffällig ist jedoch, dass vor allem Gemeinschaftskunde/Rechtserziehung entgegen dem allgemeinen Trend deutlich ausgeweitet wurde. Hierbei handelt es sich um Themen wie das politische System der BRD, Menschenrechte, Kinderrechte, Grundgesetz, Demokratie, Wahlen, Familie und Gesellschaft, Schule, Medien, Europa und internationale Aspekte von Politik sowie aktuelle Themen in Politik und Gesellschaft. Statt wie zuvor ab Klasse 9 wird dieses Fach an Oberschulen und Gymnasien jetzt ab Klasse 7 unterrichtet. An Oberschulen entfällt stattdessen in der Klasse 7 Biologie und von Klasse 7 bis Klasse 10 auch Sport. Bereits in den Klassen 5 und 6 wird davon unabhängig eine Stunde Mathematik bzw. eine Stunde Englisch eingespart.

Auf dem Gymnasium gibt es um je eine Stunde weniger Unterricht in den Fächern Mathematik und Technik/Computer (5. Klasse), 2. Fremdsprache (Klassen 6 und 8), Biologie (Klasse 7), Sport (Klasse 7) und Musik (Klasse 8).

Dass in Fächern wie Mathematik oder Biologie eingespart wird und stattdessen Gemeinschaftskunde ausgeweitet wird, ließ vielerorts Argwohn entstehen, es könnten auch im Freistaat Niveauverluste und Ideologisierung im Schulunterricht Platz greifen, wie sie bereits in zahlreichen anderen Bundesländern beklagt werden. Dies sei umso alarmierender, als der jüngste bundesweite Bildungsmonitor Sachsens Schulen deutschlandweit auf Platz 1 eingestuft hatte.

Schulen bleiben individuelle Freiräume

Aus dem Kultusministerium kommt auf Nachfrage der Epoch Times Entwarnung. Man ruhe sich nicht auf den Lorbeeren aus, sondern arbeite weiter an einer hohen Unterrichtsqualität. Das sei eine Daueraufgabe. „Die Änderungen in den Stundentafeln zum aktuellen Schuljahr (2019/2020) ändern nichts an der schulischen Qualität“, versichert Dr. Meerheim. „Im Gegenteil, die Schulen erhalten nun mehr Freiräume, um auf spezielle Defizite der Schüler besser reagieren zu können.“

Spezielle Lernangebote in Bereichen wie Orthografie oder Rechnen zu organisieren würde auf diese Weise erleichtert, ohne dass die Unterrichtsbelastung steige. Zudem gebe es die sogenannte „Eigenverantwortungsklausel“ in den Stundentafeln, die den einzelnen Schulen gewisse Freiräume für die Gestaltung der Stundenpläne ermöglichten.

Die Umarbeitung der Stundentafeln sei die Konsequenz einer seit etwa 2006 andauernden Debatte über hohe Unterrichtsbelastung und Stofffülle, der Notwendigkeit, „neue wichtige Lehrplaninhalte […] wie die Medienbildung, politische Bildung und Bildung nachhaltiger Entwicklung“ aufzunehmen und die Umsetzung des Handlungsprogramms „Nachhaltige Sicherung der Bildungsqualität im Freistaat Sachsen“.

Beutelsbacher Konsens soll Beeinflussung verhindern

Dass der Gemeinschaftskunde-Unterricht ausgeweitet werden soll, sei Konsequenz eines selbstgesteckten Auftrages des Gesetzgebers, heißt es aus dem Kultusministerium weiter: „Im Sächsischen Schulgesetz ist ganz klar formuliert, dass Schule Schüler ermutigen soll, sich mit Fragen des gesellschaftlichen Zusammenhalts, mit Politik, Wirtschaft, Umwelt und Kultur auseinanderzusetzen. Das heißt, eine unpolitische Schule darf es nicht geben.“

Befürchtungen, dass dies in Zeiten von „Fridays for Future“ oder „Kampf gegen Rechts“ in eine „Staatsbürgerkunde 2.0“ münden könnte, stehe jedoch der Beutelsbacher Konsens gegenüber, der die Grenzen der Politisierung aufzeige:

„Lehrer sollen den Schülern keine Meinung aufzwingen (Überwältigungsverbot), sondern ihnen helfen, sich eine eigene Meinung zu bilden. Der Beutelsbacher Konsens verlangt, dass sich Schüler mit den Positionen aller Parteien kritisch auseinandersetzen (Kontroversitätsgebot).“

Man wolle die Pädagogen dabei auch nicht alleine lassen. Zur Unterstützung der Lehrer habe das sächsische Kultusministerium eine Reihe von Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen ins Leben gerufen und unterstütze diese mit Handreichungen in Fachzeitschriften. Zudem sei den Schulen zu Beginn des Schuljahres auch ein „Servicepaket für politische Bildung“ zur Verfügung gestellt worden.

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