Sarrazin kritisiert die Bundesregierung – „Bargeld-Obergrenze nur ein Ablenkungsmanöver“

Epoch Times8. Februar 2016 Aktualisiert: 8. Juli 2016 3:36
Der Angriff auf das Bargeld erntet heftige Kritik. Bayerns Finanzminister sagt, Bargeld gehöre zum deutschen Wirtschaftssystem. Der Ex-Bundesbanker Thilo Sarrazin meint, die Bundesregierung würde mit dieser Debatte nur von der Flüchtlingskrise ablenken.

Das Vorhaben eine Obergrenze von 5000 Euro bei Barzahlungen einzuführen ist heftig umstritten: Der Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble will Barzahlungen auf maximal 5000 Euro begrenzen. Mit dieser Idee stößt er bei der CSU auf heftige Kritik.

Bayerns Finanzminister Markus Söder spricht sich entschieden gegen eine Bargeld-Obergrenze aus. "Immer alles mit Verboten und Bürokratie zu lösen, ist der falsche Weg. Bargeld gehört zu unserem Wirtschaftssystem," sagt Söder, berichtet "Focus-Online".

Thilo Sarrazin findet überhaupt, dass die Diskussion um eine Obergrenze nur ein Ablenkungsmanöver wäre. Das ehemalige Bundesbank-Vorstandsmitglied sagte, dass es "überhaupt keine Belege" dafür gebe, dass "durch diese neue Obergrenze Schwarzarbeit, Kriminalität oder Terrorismus behindert werden".

Der Ex-Bundesbanker vermutet hinter der Debatte über die Bargeld-Begrenzung, ein Ablenkungsmanöver der Regierung. Wichtige Themen wie die Finanzierung der Flüchtlingskrise würden damit aus dem Fokus geraten. Zum Beispiel Themen "woher ab 2017 die jährlich 30 bis 50 Milliarden Euro kommen sollen" um die Flüchtlingskrise zu finanzieren. 

Auch der Vorsitzende der Volks- und Raiffeisenbanken, Uwe Fröhlich, sprach sich gegen eine Bargeld-Obergrenze aus. Er nannte das Vorhaben einen "unnötigen Eingriff in die Freiheit".

Der Bundesbank-Präsident Jens Weidmann sagte dazu: "Es wäre fatal, wenn die Bürger den Eindruck bekämen, dass ihnen das Bargeld nach und nach entzogen wird," berichtet "Focus" weiter. Der Bürger sollte selbst entscheiden, ob er lieber Bargeld nutzen oder bargeldlos bezahlen möchte.

Deutschen hängen am Bargeld 

Die große Mehrheit der Deutschen hängt an Schein und Münze. Nur jeder Fünfte (21 Prozent) könnte sich ein bargeldloses Leben vorstellen, wie eine repräsentative TNS-Emnid-Umfrage für den "Focus" ergab. Hingegen wollen 79 Prozent nicht auf Bargeld verzichten.

Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner wetterte gar, die Abschaffung des Bargelds verstoße gegen die Verfassung. "Wenn Union und SPD das nicht verstehen, dann sollte der Schutz des Bargeldes im Grundgesetz verankert werden", sagte der Politiker der "Bild"-Zeitung. Auch eine Begrenzung von Bargeldzahlungen lehnte er ab. (dpa)

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