Schlimmste Dürre seit fünf Jahrzehnten: Deutschland sagt für Hungernde in Ostafrika 100 Millionen Euro zu

Epoch Times3. April 2017 Aktualisiert: 3. April 2017 12:38
In Ostafrika herrscht derzeit die schlimmste Dürre seit fünf Jahrzehnten. In diesem Zusammenhang hat die Bundesregierung den hungernden und notleidenden Menschen am Horn von Afrika 100 Millionen Euro zusätzliche Hilfe zugesagt.

Angesichts der dramatischen Hungerkrise in Ostafrika hat die Bundesregierung den notleidenden Menschen am Horn von Afrika 100 Millionen Euro zusätzliche Hilfe zugesagt.

Nach Angaben seines Ministeriums kündigte Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) die Summe am Montag bei einem Besuch in Äthiopien an. Das Ministerium stellt der Region damit in diesem Jahr insgesamt 300 Millionen Euro im Kampf gegen die Folgen der Dürre zur Verfügung.

In Ostafrika herrscht derzeit die schlimmste Dürre seit fünf Jahrzehnten. Allein in Äthiopien leiden rund 5,6 Millionen Menschen akut an Hunger, wie Müller vor einem Besuch in der besonders betroffenen Somali-Region im Osten des Landes erklärte.

Die nomadisch lebende Bevölkerung finde dort kaum noch Weideflächen für ihre Viehherden, ihre Lebensgrundlage sei daher unmittelbar bedroht. Schon jetzt seien in der Region etwa 1,7 Millionen Menschen dringend auf Nahrungsmittelhilfen angewiesen.

Müller fordert einen dauerhaften UN-Krisenfonds

Äthiopien habe aus früheren Dürren gelernt und diesmal „umfassend Vorsorge getroffen“, erklärte Müller. Trotzdem überfordere das Ausmaß der Dürrekrise „nicht nur Äthiopien, sondern die Region insgesamt“.

„Im Südsudan, in Somalia, in Niger, Kenia oder Kamerun sterben die Menschen an Hunger, weil die Weltgemeinschaft zu spät reagiert, weil Gelder zu zögerlich fließen und auch erst dann, wenn die Katastrophe nicht mehr aufzuhalten ist“, kritisierte Müller, der einen dauerhaften UN-Krisenfonds forderte.

Das Bundesentwicklungsministerium hat für die akute Unterstützung Äthiopiens nach eigenen Angaben seit Herbst 2015 bereits knapp 74 Millionen Euro für Ernährungssicherung, Gesundheitsvorsorge und die Wasser- und Sanitärversorgung zur Verfügung gestellt. Betroffene Bauern erhalten zudem Hilfe für die Beschaffung von neuem Saatgut und Tierfutter.

Müller wollte in der Somali-Region unter anderem eine Siedlung besuchen, in der vor den Folgen der Dürre geflohene Menschen mit sauberem Trinkwasser und Nahrung versorgt werden. Am Dienstag trifft Müller den äthiopischen Finanz- und Entwicklungsminister Tekeste Abraham. Nach dem Besuch in Äthiopien reist Müller weiter nach Indien und Pakistan. (afp)

 

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