„Schön leben, ohne Nazis“ – Ein Streifzug durch die Büroflure der Bundestagsabgeordneten

Epoch Times26. September 2018 Aktualisiert: 26. September 2018 11:21
Die Junge Freiheit unternahm einen Streifzug quer durch die Bürohäuser der Bundestagsabgeordneten in Berlin und entdeckte dabei viel 1917er und '68 Gedankengut. Von einer kollegialen respektvollen Atmosphäre und einem interfraktionellen Miteinander war dabei wenig zu spüren.

Vor geraumer Zeit forderte die AfD über den Ältestenrat des Bundestags die Alt-Parteien auf, die Würde des Hauses zu achten. Die junge Partei bezog sich dabei auf das Anbringen von politischen Plakaten und Parolen, die linke, grüne und SPD-Abgeordnete demonstrativ an ihren Bürotüren aufgehängt haben, berichtet die „Junge Freiheit“.

Denn, so schreibt es die Hausordnung mit einer bestimmten Absicht vor, soll keine politische Werbung auf den Gängen und Fluren vor den Abgeordnetenbüros angebracht werden. Wahlkampf soll draußen stattfinden, drinnen sollen die Abgeordneten im Interesse und zum Wohle des deutschen Volkes kollegial zusammenarbeiten, fasst die JF den Grundgedanken zusammen.

Der Direktor der Bundestagsverwaltung soll zwar bereits auf die Hausordnung hingewiesen haben und es sei in der Vergangenheit dieser wohl auch Geltung verschafft worden. Diesmal jedoch geschah bis jetzt noch nichts. Die Junge Freiheit begab sich daher auf einen Streifzug durch die Liegenschaften des Bundestages mit ihren Büroräumen.

Vorneweg, die Büros aller Fraktionen sind größtenteils verstreut untergebracht. Das könnte von Vorteil sein, weil es die Chance erhöht, dass man sich interfraktionell außerhalb des Plenarsaals begegnet und so möglicherweise das ein oder andere Gespräch miteinander führt – doch dies wird so nicht gelebt, ist aus dem Artikel zu erfahren.

JF: „So viel 1917 und 1968“ auf den Fluren

Der Autor sieht „so viel 1917 oder 1968“ repräsentiert durch die Plakate auf den Fluren, was sonst nur im Museum oder an der Uni zu sehen ist, wie er beschreibt. „Der linke Homo Bundestagensis, so lehrt ein Rundgang, ist eine sensible, tief in seinem Inneren verletzte Seele. Er hat den Wählern noch nicht die 12,6 Prozent verziehen“, begründet er das Auftauchen zahlreicher Plakate des linken Spektrums in den Gängen. Anscheinend so heißt es in dem Artikel der JF, „habe die Nähe zu AfD-Volksvertretern bei einigen linken Büros einen akuten Anfall von Plakatitis ausgelöst.“

Dann werden in dem Artikel einige Beispiele mit Foto und Beschreibung aufgeführt. Dazu gehört das „Bunt statt Grauland“-Poster, das in fast allen Liegenschaften zu sehen sein soll und sich auf den AfD-Politiker Alexander Gauland bezieht. „Ein Lehrstück des realexistierenden Linksrassismus“, schreibt die JF dazu. Der Spruch unter dem Bild „Schön leben ohne Nazis“ ergänzt, dass Kritik an Multikulti bedeute, man sei „Nazi“.

JF: „Überall kommunistische Nostalgie …“

Sollen die zahlreichen Plakate „dieses wohlige Gefühl von Volksfront vermitteln, das den Linken fehlt, seitdem die Sowjetunion futsch ist“, fragt der Autor. Jedenfalls bekommt man diesen Eindruck, behauptet der Autor, wenn man durch das Abgeordnetengebäude Unter den Linden 50 –  auch als „Unter den Linken 50“ bekannt – ginge. Überall kommunistische Nostalgie. „Besonders die dritte Etage wirkt wie die Stalinallee“, heißt es im Artikel der JF.

Und es wird weiter aufgezählt. So hinge an der Bürotür von Sevim Dagdelen (Die Linken) ein „73. Jahrestag des Siegs über Nazi-Deutschland“. Da Dagdelens Großvater weder auf bolschewistischer noch auf faschistischer Seite kämpfte, sieht der Autor darin eine etwas seltsame historische Aneignung. Parteikollegin Heike Hänsel feiert ebenfalls den 9. Mai: „Wer nicht feiert, hat verloren.“ Dazu Kritik an der NATO und ein „Hände weg von Syrien“-Plakat.

„Ein Hoch auf die YPG“-Bild, den lokalen Ableger der Terrororganisation PKK die eigene Guerilla-Einheiten in der Türkei und Syrien unterhält und unter in Deutschland lebenden jungen Türken wirb, sich ihnen anzuschließen, prangt am Büro von Niema Movassat von den Linken.

„Wen hier das Gefühl beschleicht, dass deutsche Interessen gar nicht mehr im Mittelpunkt des Blickfelds stehen, muss wohl ein Rassist sein“, kommentiert der Autor.

JF: „Das Jakob-Kaiser-Haus, das ‚bunteste‘ aller Bürohäuser

 

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An der Tür einer Öffentlichkeitsarbeiterin der SED-Nachfolgepartei ganz in der Nähe hängt ein Plakat, auf dem steht „Liberté, Égalité, Fuckafdé“.

JF: „Der Drang alles müsse mit seiner eigenen Weltsicht zugepflastert werden“

Es sei dieser Drang des linken Wesens, „alles mit Agitation zu versiffen, der den vorbeischlendernden Beobachter irgendwann peinlich berühre“, resümiert der Autor schließlich. Und es heißt weiter: „Viele Linkspolitiker hätten den Asta geistig nie verlassen. Alles müsse mit der eigenen Weltsicht zugepflastert werden – selbst da, wo sie ganz bestimmt nicht auf fruchtbaren Boden fällt“.

Und es wird eine Parallele zu den Verhältnissen außerhalb der Bürogebäude gezogen. So sieht die JF die Flure als „ein Abbild der wahren Machtverhältnisse in der Republik.“ Auf der einen Seite „die blanken Bürotüren der bürgerlichen Parteien: korrekt, ordentlich, aber auch harmlos.“ auf der anderen Seite die Türen „der Linksparteien mit: Parole, Aufruf, Demo und Widerstand. Damit wäre anhand der Türgestaltung offensichtlich schon ablesbar, „wer im Land den öffentlichen Diskurs beherrscht und wer bloß reagiert.“

Auf den Fluren wieder für Ordnung zu sorgen, wäre Aufgabe des Ältestenrates, heißt es im Artikel. Der Vorsitzende des Ältestenrates, Wolfgang Schäuble (CDU), übt als Bundestagspräsident das Hausrecht und die Polizeigewalt aus und wäre somit genau der Richtige. „Doch setze dieser lieber auf die innere Einsicht seiner Kollegen, während er in Plenum und Presse öffentlichkeitswirksam vor ‚rechter Hetze‘ warne“, heißt es in dem Artikel der JF. Die AfD hat als einzige Partei keinen Vertreter im Präsidium, dieser Nachteil würde sich jetzt bemerkbar machen, bilanziert der Autor.

JF: „Die, die ständig von Hetze sprechen, bedienen sich ihrer selbst“

Abschließend heißt es in dem Artikel, dass es Ironie sei, „dass ausgerechnet Politiker jener Parteien, die lautstark eine angeblich wachsende „Hetze“ im Land beklagen, sich im Bundestagsbereich ungehemmt ebendieser bedienen.“ Und es wird angemerkt: „Sollten Abgeordnete nicht grundsätzlich mit gutem Beispiel vorangehen?“

„Sie müssen sich nicht gegenseitig lieben, aber die Parteien stehen gegenüber den Wählern in der Pflicht, im Parlament eine Arbeitsatmosphäre zu schaffen, die respektvoll genug ist, um miteinander reden zu können. Wenn dies noch nicht einmal im Bundestag gelingt, wo dann“, so die JF. (er)

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