Für Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer ist die Energiewende gescheitert.
RWE Braunkohlekraftwerk Weisweiler. Symbolbild.Foto: Lukas Schulze/Getty Images

Scholz will Energiewende „mit Vollgas“ forcieren − Kretschmer: „wird schiefgehen“

Epoch Times19. Juli 2022 Aktualisiert: 19. Juli 2022 17:33
Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer sieht Deutschlands Energiewende „so, wie sie geplant war“ als gescheitert an. Für Olaf Scholz gehe diese gerade in der Krise erst richtig los: „Unsere Devise lautet: Jetzt erst recht“, so der Bundeskanzler. Wird die Klimapolitik der Bundesregierung bald zu einer Eskalation der Wirtschafts- und Energiekrise führen?

An dieser Stelle wird ein Podcast von Podcaster angezeigt. Bitte akzeptieren Sie mit einem Klick auf den folgenden Button die Marketing-Cookies, um den Podcast anzuhören.

„Galoppierende Inflation“, Energiekrise, Ukraine-Krieg: Für Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer (CDU) sei die Grundlage für die von der Bundesregierung forcierte Klimapolitik weggefallen. „Die Energiewende, so wie sie geplant war, ist gescheitert“, sagte der Ministerpräsident am Montag der Deutschen Presse-Agentur in Dresden. Dennoch wolle der Bund „sie jetzt erzwingen, obwohl sich die Konstellationen verändert haben. Das wird schiefgehen“, warnte Kretschmer.

Energiewende rückwärts: Scholz warnt vor Renaissance der fossilen Energie

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat die Klimaziele der Bundesregierung am Montag beim Petersberger Klimadialog in Berlin bekräftigt. „Alles, was wir heute zur Sicherung der Gasversorgung tun, muss im Einklang stehen mit dem Ziel, in Zukunft in Deutschland und weltweit CO₂-neutral zu werden“, sagte Scholz.

Der Krieg Russlands in der Ukraine und die rasant steigenden Energiepreise bestärkten ihn nur in dem Ziel, „mit Vollgas“ raus aus Kohle, Öl und Gas zu kommen, so der Bundeskanzler. „Unsere Devise lautet: Jetzt erst recht.“ Dabei warnte Scholz vor einer globalen Renaissance der fossilen Energie.

Niemand könne zufrieden sein, dass auch in Deutschland der Anteil der Kohleverstromung derzeit wieder steige. Dies sei aber eine „zeitlich befristete Notmaßnahme“ − sie werde nicht zulasten der Klimaziele Deutschlands gehen.

Baerbock: Klimakrise ist größtes Sicherheitsproblem

Auch Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) betonte, Deutschland werde „keinen Zentimeter“ von seinen Klimazielen abweichen. – Im Gegenteil, man werde „noch schneller aussteigen.“ Die Bundesregierung stehe „felsenfest zum Ziel der Klimaneutralität bis 2045″. Für die Grünen-Politikerin sei die Klimakrise „mittlerweile das größte Sicherheitsproblem für alle Menschen auf dieser Erde.“

UN-Generalsekretär António Guterres forderte indes mehr internationale Zusammenarbeit. „Was mich am meisten beunruhigt, ist, dass wir angesichts dieser globalen Krise nicht in der Lage sind, als multilaterale Gesellschaft zusammenzuarbeiten“, sagte Guterres beim Auftakt des Petersberger Klimadialogs in einer Videobotschaft. Statt Verantwortung zu übernehmen, zeigten Staaten weiter mit dem Finger auf andere. Er sagte: „Wir haben die Wahl. Entweder handeln wir zusammen oder wir begehen gemeinsam Selbstmord.“

Deutsche Bauern kündigen Proteste an

Dass die Bundesregierung weiterhin am Kohleausstieg festhält, stößt bei Kretschmer auf Unverständnis. Zwar könne es seiner Ansicht nach perspektivisch keine Renaissance für die Braunkohle geben, „aber wenn man nicht weiß, wie in zwei Monaten die Energieversorgung aussieht, und dennoch am vorzeitigen Ausstieg aus der Kohle festhalten will, dann passt das alles nicht zusammen“, kritisierte der CDU-Politiker. „Eine galoppierende Inflation und immer neue Rekorde bei den Energiepreisen nehmen den Menschen und der Wirtschaft die Luft. Das ist beängstigend“, erklärte Kretschmer.

Während die Politik sich weiterhin für ihre Klimamaßnahmen starkmacht, „brodelt“ es wegen weiterer EU-Klimaauflagen nicht nur in den Niederlanden. Auch deutsche Bauern sehen ihre Existenz bedroht. „Wir werden auf jeden Fall auf die Straße gehen, und der Protest wird sehr laut. Wir wehren uns dagegen, dass man uns abschafft“, kündigte Anthony Robert Lee, Sprecher der Protestbewegung „Landwirtschaft verbindet Deutschland“ an.

In den Niederlanden war es in den vergangenen Wochen zu massiven Protesten von Landwirten gegen Stickstoff-Pläne der Regierung in Den Haag gekommen. Die hätten zur Folge, dass eine große Zahl an Betrieben schließen müsste. „Es brodelt in der Landwirtschaft“, sagte Hubertus Beringmeier, Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes. (dl)

(Mit Material von afp, dpa, dts)



Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Unsere Buchempfehlung

Die Umweltbewegung benutzt mit sensationeller Rhetorik den aufrichtigen Wunsch der Menschen, die Umwelt zu schützen. Allerdings treiben verschiedene Akteure den Umweltschutz auf die Spitze und verabsolutieren das harmonische Zusammenwirken der menschlichen Gesellschaft mit der natürlichen Ökologie.

Was viele dabei nicht erkennen, ist, wie Kommunisten diesen neuen „Ökologismus“ benutzen, um sich als moralisch überlegen darzustellen und ihre eigene Agenda voranzutreiben. Auf diese Weise wird der Umweltschutz in hohem Maße politisiert, ins Extrem getrieben und sogar zu einer Pseudoreligion.

Irreführende Propaganda und verschiedene politische Zwangsmaßnahmen gewinnen die Oberhand, wobei sie das Umweltbewusstsein in eine Art „Kommunismus light“ verwandeln. „Öko und die Pseudoreligion Ökologismus“ wird im Kapitel 16 des Buches „Wie der Teufel die Welt beherrscht“ analysiert.

Jetzt bestellen – Das dreibändige Buch ist sofort erhältlich zum Sonderpreis von 50,50 Euro im Epoch Times Online Shop

„Wie der Teufel die Welt beherrscht“ untersucht auf insgesamt 1008 Seiten historische Trends und die Entwicklung von Jahrhunderten aus einer neuen Perspektive. Die Autoren analysieren, wie der Teufel unsere Welt in verschiedenen Masken und mit raffinierten Mitteln besetzt und manipuliert hat.

Gebundenes Buch: Alle 3 Bände für 50,50 Euro (kostenloser Versand innerhalb Deutschlands); Hörbuch und E-Book: 43,- Euro.

Weitere Bestellmöglichkeiten: Bei Amazon oder direkt beim Verlag der Epoch Times – Tel.: +49 (0)30 26395312, E-Mail: [email protected]

Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion