Schülermord in Lünen: Opfer (14) hatte „provozierend angeschaut“ – Tödlicher Stich in den Hals

Epoch Times24. Januar 2018 Aktualisiert: 24. Januar 2018 14:44
Es genügte offenbar ein falscher Blick - schon musste ein 14-Jähriger sterben.

Ein 15-Jähriger wartete zusammen mit seiner Mutter in der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule in Lünen auf einen Gesprächstermin mit der Sozialarbeiterin.

Als ein 14-jähriger deutscher Schüler vorbeiläuft, soll dieser laut Angaben des 15-Jährigen „seine Mutter mehrfach provozierend angeschaut“ haben.

Dadurch fühlte sich der 15-Jährige derart gereizt, dass er seinen Mitschüler mit einem Messer in den Hals gestochen habe.“

(Kim Freigang, Polizeisprecher Dortmund)

Der 15-Jährige wurde kurz nach der Tat festgenommen und soll am Mittwoch einem Haftrichter vorgeführt werden. Die Tatwaffe wurde noch am Tatort von der Polizei sichergestellt.

Der Täter, ein Deutsch-Kasache aus Lünen, war bereits vorher Schüler dieser Schule. Nach Einschätzung der Sozialarbeiterin gelte der polizeibekannte 15-Jährige als aggressiv und unbeschulbar und habe deswegen zwischenzeitlich eine andere Schule besucht.

Diese Maßnahme scheiterte jedoch, worauf der Jugendliche nun wieder die Käthe-Kollwitz-Gesamtschule besuchen sollte.

Endgültige Angaben zum Motiv machten Polizei und Staatsanwalt am Abend nicht. Es sei im Vorfeld der Tat zu Streitigkeiten zwischen dem späteren Opfer und dem Tatverdächtigen gekommen, ob diese das Tatmotiv darstellten, werde weiter geprüft.

Die Behörden hatten zunächst keine Angaben zur verwendeten Waffe, zum Tathergang und den Verletzungen des Opfers gemacht. Die Ermittler wiesen aber darauf hin, dass es sich um eine „Einzeltat“ handele. „Die Tat war definitiv kein Amoklauf“, sagte Heiko Artkämper von der Staatsanwaltschaft Dortmund der Nachrichtenagentur AFP.

Seelsorger und Schulpsychologen kümmerten sich um Schüler und Lehrer der Gesamtschule, an der am Dienstag kein Unterricht mehr stattfand. Lünens Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns zeigte sich „tief betroffen“ von der Tat. „Wir alle in Lünen sind entsetzt und fassungslos“, erklärte das Stadtoberhaupt, das einer lokalen Wählergemeinschaft angehört. Für Mittwochmittag kündigte Kleine-Frauns eine Schweigeminute in allen Schulen der Stadt und im Rathaus an.

Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) zeigte sich ebenfalls bestürzt über das Tötungsdelikt, sprach von einem „Einzelfall“. Die Ermittlungen liefen „mit Hochdruck“, sagte Reul in Düsseldorf. Polizei und Staatsanwaltschaft sollten nun „in aller Ruhe ihre Arbeit machen“ können.

Die Düsseldorfer Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) sagte, ihr Ministerium habe den Betroffenen „alle Hilfe angeboten, die wir geben können“. (afp/sm)

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