CSU-Chef Horst Seehofer auf einer Pressekonferenz nach einer Vereinbarung mit CDU (CDU) und SPD (SPD) für die Unterzeichnung einer Koalitionsregierung am 27. November 2013 in Berlin.Foto: JOHN MACDOUGALL / AFP / Getty Images

Seehofer rügt ARD und ZDF für „lebensferne Berichterstattung“

Epoch Times27. Februar 2016 Aktualisiert: 7. Juli 2016 18:49
Zwar nimmt CSU-Chef Horst Seehofer das Unwort aus dem Jahr 2014: "Lügenpresse" selbst nicht in den Mund, äußert aber dennoch scharfe Kritik an den öffentlich rechtlichen Sendern ARD und ZDF.

Es gebe ein Problem mit den Medien, vor allem mit den Öffentlich-Rechtlichen, sagt der bayrische Ministerpräsident Horst Seehofer in einem Interview mit dem "Spiegel". Der ZDF habe seine Berichterstattung über die Kölner Silvesternacht bedauern müssen. Zum Teil habe es Berichte gegeben, die wenig mit der Realität zu tun hatten, so Seehofer. 

"Die ARD hat erklärt, ja, es stimmt, wir haben viele flüchtende Frauen und Kinder gezeigt, aber nicht im selben Maße die Männer, die viel häufiger nach Deutschland kamen," kritisierte Seehofer. Für den bayrischen CSU-Chef sei viel zu häufig die persönliche Überzeugung der Autoren der Maßstab für deren Berichterstattung.

ZDF und ARD weisen Kritik von sich

In diesen Zeiten gehe es aber weniger um politische Zuspitzung, so ein Sprecher des ARD. "Uns geht es um eine differenzierte mediale Reflexion. Man stelle sich gern konstruktiver Kritik. Seit Monaten berichte man über alle Aspekte der Flüchtlingskrise, auch über politische und gesellschaftliche Probleme und Konflikte", sagt der Sprecher des Senders.

Bundesjustizminister Heiko Maas kommentierte Seehofers Medienkritik auf Twitter: "Wer Journalisten die eigenen politischen Überzeugungen absprechen will, sollte sein Verständnis von Pressefreiheit hinterfragen." In einem weiteren Tweet schrieb Maas: "Wir sollten uns hüten, denjenigen nach dem Mund zu reden, die Journalisten als Lügenpresse diffamieren".

Vor dem Hintergrund der "Lügenpresse"-Schmährufe und der Übergriffe auf Journalisten bei Pegida-Demonstrationen seien die Vorwürfe unverantwortlich, meint der DJV-Bundesvorsitzende Frank Überall über die Debatte. Der bayerische Ministerpräsident würde seriöse Journalisten diffamieren. (dk)



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