Polizei bei einer Razzia (Symbolbild)Foto: Alexander Koerner/Getty Images

Sieben Festnahmen bei Großrazzia gegen Rockergruppe „Osmanen Germania“

Epoch Times9. November 2016 Aktualisiert: 9. November 2016 16:27
Weit über tausend Polizisten haben Räume der türkisch-nationalistischen Rockergruppierung "Osmanen Germania" in sechs Bundesländern durchsucht. Bei der Razzia wurden sieben Verdächtige festgenommen.

Großrazzia mit Elitepolizisten bei den „Osmanen Germania“: Weit mehr als tausend Sicherheitsbeamte haben am Mittwoch Räume der türkisch-nationalistischen Rockergruppierung in sechs Bundesländern durchsucht und nach AFP-Informationen sieben Verdächtige festgenommen. Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) nannte die vom hessischen Landeskriminalamt koordinierte Aktion unter Federführung der Staatsanwaltschaft Darmstadt „einen sorgfältig geplanten Schlag gegen die organisierte Kriminalität“.

Die Polizisten, darunter auch Spezialeinheiten, nahmen bei der Razzia mehr als 40 Objekte der „Osmanen Germania“ in Hessen, Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Hamburg ins Visier. Dabei wurden insgesamt sieben Verdächtige festgenommen, wie AFP erfuhr. Im Zuge der Razzia suchten die Ermittler nach Beweismitteln wie Waffen, Munition, Betäubungsmitteln und schriftlichen Unterlagen über illegale Geschäfte der „Osmanen Germania“.

Im hessischen Dietzenbach nahm die Polizei zwei 21-jährige Männer und im saarländischen Homburg den 28-jährigen Präsidenten der „Osmanen Saar“ fest, wie das saarländische Innenministerium mitteilte. Die drei Verdächtigen sollen für einen Handgranatenanschlag vor einem Shishacafé in Saarbrücken von Anfang August verantwortlich sein.

Der Anschlag war der Höhepunkt einer Auseinandersetzung zwischen den „Osmanen Germania“ und der konkurrierenden kurdischen Rockergruppierung „Bahoz“. Der Sprengsatz vor dem zuvor von „Bahoz“-Rockern besuchten Café war explodiert, nachdem mutmaßliche „Bahoz“-Angehörige in Saarbrücken zwei Mitglieder der „Osmanen“ attackiert und verletzt hatten.

Nach Angaben des Innenministeriums in Saarbrücken sollen die beiden nun in Dietzenbach festgenommenen 21-Jährigen die Handgranate vor dem Shishacafé abgelegt und gezündet haben. Die Ermittler werten die Tat als Mordversuch. Den Auftrag zu dem Attentat sollen die jungen Männer vom Präsidenten der „Osmanen Saar“ erhalten haben, der am Dienstagmorgen von einem Spezialeinsatzkommando in seiner Homburger Wohnung festgenommen wurde.

Konflikte zwischen den „Osmanen Germania“ und der kurdischen „Bahoz“-Gruppierung bereiten den deutschen Sicherheitsbehörden bereits seit einiger Zeit Sorgen. Ihnen wird vorgeworfen, den aktuellen politischen Kampf in der Türkei auch in Deutschland mit Gewalt auszutragen.

Beide Gruppen werden von den deutschen Sicherheitsbehörden als rockerähnliche Gruppierungen eingestuft. In Auftreten und Struktur ähneln sie Rockerorganisationen wie den „Hells Angels“, bei ihnen spielen Motorräder aber keine Rolle. Die „Osmanen Germania“ bezeichnen sich als Boxclub.

Hessens Innenminister Beuth erklärte zu der Großrazzia: „Egal in welcher Kutte Kriminelle glauben, sich in unserem Land betätigen zu können, wir werden gemeinsam mit aller Härte des Rechtsstaats gegen sie vorgehen.“

Der saarländische Innenminister Klaus Bouillon (CDU) erklärte, mit der Ermittlung und der Verhaftung der mutmaßlichen Handgranatenattentäter sei es gelungen, „die Strukturen der rockerähnlichen Gruppierung der ‚Osmanen Germania Saarland‘ zu zerschlagen“. (afp)



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