Sömmerda: Friedliche Asylbewerber durch die Stadt gejagt? – Was passierte wirklich beim Oli P.-Konzert?

Nach einem Oli P. Konzert im thüringischen Sömmerda war es am Sonntag, 11. Dezember gegen 3 Uhr morgens „aus bislang ungeklärter Ursache“ zu einem Streit zwischen drei Asylbewerbern und mehreren Deutschen gekommen, welche die Asylbewerber schlugen und traten, so die „Thüringer Allgemeine“.

Die drei Personen wurden zur Klärung der Angelegenheit durch den Sicherheitsdienst nach draußen gebracht. Auch die beteiligten Deutschen gingen nach draußen. Dort schlossen sich ihnen weitere Personen an, die wütend auf die Asylbewerber losgehen wollten.

Als die drei Männer Richtung Busbahnhof flüchteten, folgte ihnen eine aufgebrachte Menge von rund 15 Einheimischen. Dabei wurden die Asylbewerber „mehrfach mit volksverhetzenden Parolen beleidigt“, so die „Thüringer Allgemeine“.

Letztendlich musste ein 24-jähriger Iraker zur ärztlichen Behandlung in ein Krankenhaus gebracht werden, seine beiden Begleiter, ein weiterer Iraker und ein Serbe wurden leicht verletzt.

Mit „wüsten Hetzparolen“ durch den Ort?

Der „Spiegel“ berichtete von 15 Männern, die drei Asylbewerber mit Schlägen und Tritten verletzten und „unter wüsten Hetzparolen“ durch den Ort jagten. Dem Magazin nach soll es bereits im Gebäude zu „ersten gewaltsamen Übergriffen gekommen sein“.

Nachdem der private Sicherheitsdienst die Männer aus dem Lokal befördert habe, seien dort „weitere Gewaltbereite“ hinzugekommen. Zum Schluss hätten insgesamt 15 Männer die drei Asylbewerber verfolgt, so habe es die Polizei dargestellt, heißt es weiter.

Bürgermeister: Keine fremdenfeindliche Hetzjagd

Die „Junge Welt“, berichtete von einer „Hetzjagd durch Sömmerda“. Dem kann Sömmerdas Bürgermeister Ralf Hauboldt (Die Linke) so nicht folgen. Der Vorwurf einer „Hetzjagd durch die Stadt“, wie er in verschiedenen Medien und sozialen Netzwerken laut geworden sei, sei übertrieben, denn Konzerthalle und Busbahnhof trennten in Wahrheit nur 50 Meter, so der Bürgermeister laut „Spiegel“.

Der „Berliner Morgenpost“ zufolge sagte Hauboldt, dass zwar ein 19-Jähriger volksverhetzende Ausrufe gemacht habe, dass dieser aber keiner rechtsextremen Szene zuzuordnen sei. Mehr noch, es gebe keine Szene, die in dieser Richtung aktiv sei, so der Bürgermeister.

Auch in dieser Zeitung bestätigte der Bürgermeister, der zudem der Partei „Die Linken“ angehört und im Fall von Rechtsextremismus wohl eher nichts verbergen würde, dass der Diskostreit zwischen Asylbewerbern und Deutschen aus seiner Sicht nicht als fremdenfeindliche Hetzjagd bezeichnet werden könne. „Das ist weit hergeholt“, so der Linken-Politiker zur DPA.

Unklar bleibt, warum die „Junge Welt“ derart übertrieben berichtet: „Ein rechter Mob hat im thüringischen Sömmerda drei Asylbewerber durch die Stadt gehetzt. […] Zunächst seien die drei Asylbewerber von ‚mehreren Deutschen‘ mit faschistischen Parolen angeschrien, dann seien sie getreten und verprügelt worden, berichtete die Polizei weiter. […] Voller Angst seien sie in Richtung Busbahnhof geflohen. Der Mob habe ihnen ‚volksverhetzende Parolen‘ nachgerufen, aber nach einiger Zeit die Verfolgung aufgegeben.“

Begrapschten die Asylbewerber Frauen im Konzert?

Wie oben bereits erwähnt, konnte die Polizei noch keine Angaben über die Ursache und damit den Beginn des Streits machen.

Der „Spiegel“ schreibt dazu: „Über den Auslöser der Auseinandersetzung war zunächst nichts bekannt – nur der NPD-Kreisverband in Sömmerda war sehr schnell mit einer eigenen Version des Tathergangs zur Stelle. ‚Mutige Deutsche‘ hätten einen ‚Asyl-Gangbang‘ verhindert, hieß es auf der Facebook-Seite der Rechten. Die Asylbewerber hätten in dem Club Frauen belästigt, so der Vorwurf.“

Zwar stimmt es, dass dies der NPD-Kreisverband Sömmerda berichtete, allerdings verlinkte dieser den Post selber bloß aus der russischen Facebook-Variante „VK.com“, auf welche – nach Facebook-Löschung – der Account „Anonymous“ umgezogen war. Hier hieß es zu dem Auslöser des Vorfalls:

Laut Augenzeugenberichten haben sogenannte ‚Flüchtlinge‘ auf dem Konzert in Sömmerda mehreren deutschen Frauen ungeniert in den Schritt gegriffen. Eine Gruppe mutiger Deutscher wollte das Treiben der 3 Neubürger nicht tatenlos hinnehmen und es kam zur Konfrontation. Da die Asylforderer wohlwollenden Worten gegenüber nicht zugänglich waren, taten die Deutschen das einzig Richtige und brachten die Quertreiber mit den Fäusten zur Besinnung. Der Sicherheitsdienst griff folgend ein und warf die 3 Männer vor die Tür. Doch dort war die Konfrontation noch nicht vorbei.Durch das mutige Handeln der aufrechten Deutschen motiviert schlossen sich weitere Menschen dem spontanen Ordnungsdienst an und sie jagten die 3 Asylforderer zum Busbahnhof, von wo aus sie schleunigst wieder nach Hause fahren sollten, wenn sie sich nicht benehmen könnten, wie ein Augenzeuge lautstark forderte. „

(„Anonymous“ auf VK.com)

Die Polizei Sömmerda hat für diese Behauptungen bisher keinerlei Hinweise. Die Staatsanwaltschaft Erfurt dazu laut „Spiegel“:

Uns liegen keinerlei Erkenntnisse darüber vor, dass es im Vorfeld der Tat zu Übergriffen auf Frauen durch Ausländer gekommen ist.“

(Sprecherin der Staatsanwaltschaft Erfurt)

Bürgermeister Hauboldt sagte: „Wir warten jetzt die Ermittlungen ab und werden dann sehen, wo die Ursache für den Vorfall liegt. Der Sachverhalt muss genauestens aufgeklärt werden.“

Nach wie vor werden Zeugen des Vorfalls gebeten, sich bei der Polizei unter Telefonnummer 0361/7443 1465 zu melden.

Ein Konzert des ex-GZSZ-Stars und Sängers Oliver Alexander Reinhard Petszokat alias Oli P. ist eigentlich eher kein musikalischer Bereich, in dem sich typische Rechtsradikale vermuten lassen…

 

Quelle: https://www.epochtimes.de/politik/deutschland/soemmerda-friedliche-asylbewerber-durch-die-stadt-gejagt-was-passierte-wirklich-beim-oli-p-konzert-a2002055.html