Software-Durcheinander verursacht Asylkrise im Amt

Fehlende EDV-Schnittstellen in deutschen Behörden verursachen bei der Bewältigung der hohen Flüchtlingszahlen immensen bürokratischen Mehraufwand.
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Meldebescheinigung für Asylsuchende: Die hohen Flüchtlingszahlen machen auch einen immensen bürokratischen Aufwand nötig.Foto: Daniel Karmann/dpa
Epoch Times23. August 2015

Software-Durcheinander führt nach Recherchen von dpa dazu, dass je nach Fall Bundespolizei, Staatsanwaltschaften, Bezirksregierungen und Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) die Personalien der Asylbewerber jeweils händisch eintippen müssen – pro Flüchtling doppelt bis vierfach. Die Folge sind ungezählte Arbeitsstunden.

„Eine entsprechende Schnittstelle zur elektronischen Datenübermittlung existiert derzeit nicht“, sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums. Bayern will das Computerproblem in Berlin zum Thema machen.

„Das ist alles nicht miteinander kompatibel“, sagte Innenminister Joachim Herrmann (CSU). Auch die Hilfsorganisation Pro Asyl ist unzufrieden: „Da wäre extrem viel Luft, den Verwaltungsaufwand zu reduzieren“, sagte der Vizevorsitzende Hubert Heinhold.

Dem Bundesinnenministerium ist das Problem bewusst. Laut Sprecher ist eine „umfangreiche Machbarkeitsstudie“ in Arbeit – zur „Optimierung der Kommunikation im behördenübergreifenden Gesamtprozess Asyl“.

Das BMI hat seinerseits einen Wunsch: Die Länder sollen Flüchtlinge in der Erstaufnahme unterbringen, bis der Asylantrag gestellt ist. Sind die Flüchtlinge erst einmal landesweit verteilt, entstehe beim Bundesamt „ein erheblicher zusätzlicher Aufwand für die Ladung des Asylbewerbers“, erklärte der Sprecher. (dpa/ks)



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