Ehrenamtliche Mitarbeiter einer Tafel verteilen Lebensmittel.Foto: Daniel Karmann / Archiv/dpa

SPD besorgt über steigende Zahl von Tafel-Nutzern – Bildungschancen erhöhen

Epoch Times8. Dezember 2019 Aktualisiert: 8. Dezember 2019 13:10
Kita-Ausbau, Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung an Grundschulen, eine Personaloffensive bei Lehrern und Erziehern sind weitere Beschlüsse der SPD. Gegen die Lebensmitteltafeln, die immer mehr Menschen versorgen, setzt die SPD die Grundrente und den geforderten perspektivischen Mindestlohn von zwölf Euro.

Die SPD hat Konsequenzen aus den stark gestiegenen Zahlen der Nutzer kostenloser Lebensmitteltafeln gefordert. SPD-Vizefraktionschefin Katja Mast zeigte sich am Sonntag insbesondere darüber besorgt, dass immer mehr Menschen im Rentenalter auf die Tafeln angewiesen seien. „Zu einem Alter in Würde gehört eine Rente, die zum Leben reicht“, sagte sie der Nachrichtenagentur AFP in Berlin. „Wir müssen und werden noch viel genauer hinschauen.“

„Die Tafeln leisten eine sehr wichtige Arbeit“, sagte Mast. „Natürlich wäre mir lieber, wir bräuchten sie nicht.“ Nötig sei eine „konsequente Bekämpfung der vielfältigen Formen von Armut“. Als Maßnahmen nannte sie die Grundrente und den von der SPD geforderten perspektivischen Mindestlohn von zwölf Euro.

Die Zahl der Menschen in Deutschland, die sich bei Tafeln mit Lebensmitteln versorgen, stieg zuletzt weiter an. Die etwa 940 Tafeln verzeichneten 1,65 Millionen Kunden, dies seien zehn Prozent mehr als im vergangenen Jahr, sagte der Vorsitzende des Bundesverbands, Jochen Brühl, der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ, Samstagsausgabe). Besonders groß sei die Nachfrage von älteren Menschen.

Bildungschancen erhöhen

Die SPD will bessere Bildungschancen für alle und dafür Schulen und Hochschulen besser ausstatten. Der Bundesparteitag beschloss dazu am Sonntag in Berlin unter anderem eine Personaloffensive bei Lehrern und Erziehern. Zudem wollen die Sozialdemokraten Teilhabemöglichkeiten für Jugendliche ausbauen und die soziale Lage von Studenten durch bessere Wohnraumangebote und die dynamische Weiterentwicklung des Bafög verbessern.

„Die soziale Herkunft darf nicht über den Bildungserfolg entscheiden“, betonte der SPD-Bildungsexperte Oliver Kaczmarek. Mit Blick auf die Ergebnisse der Pisa-Studie sagte er, diese hätten eine „tiefgreifende soziale Spaltung“ im Bildungssystem offengelegt, zugleich seien die Unterschiede bei der Bildung aber genau dafür auch die Ursache. „Wir wollen für gleiche Chancen für alle sorgen“, sagte Kaczmarek.

SPD-Vorstandsmitglied Johanna Uekermann drängte auf bessere Mitwirkungsmöglichkeiten für Jugendliche. Die SPD müsse dafür sorgen, „dass Teilhabe möglich ist“ und überall für Demokratisierung eintreten.

Die Sozialdemokraten wollen auch die Qualität von Bildung durch bundesweite Standards absichern. Lebenslanges Lernen soll gefördert werden. Der Kita-Ausbau soll weitergehen, bis 2025 soll ein Rechtsanspruch Ganztagsbetreuung an Grundschulen gelten.

Bund, Länder und Kommunen sollen Bildung solidarisch finanzieren. Zudem sollen aber auch Wohlhabende einen größeren finanziellen Beitrag für die Modernisierung von Schulen und Kitas leisten. (afp)

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