Statistik: Bevölkerung wuchs um 500.000 Menschen – Immer mehr Deutsche verlassen das Land

Das Statistische Bundesamt veröffentlichte die offiziellen Zu- und Abwanderungszahlen für Deutschland 2016. Die Erkenntnis: Immer mehr Deutsche wandern aus.
Epoch Times19. März 2018

Im Jahr 2016 sind rund 500.000 Menschen mehr nach Deutschland zugezogen, als aus Deutschland fortgezogen sind. Im Jahr 2015 waren es noch 1,14 Millionen Menschen, berichtet das Statistische Bundesamt (Destatis).

Konkret bedeutet dies: 1.865.000 Zuzüge und 1.365.000 Fortzüge gab es 2016. Im Vergleich zu 2015 gab es demzufolge 272.000 Zuzüge weniger (-13 Prozent) und 368.000 Fortzüge mehr (+37 Prozent).

15 Prozent weniger Zuwanderer mit ausländischem Pass als 2015

Von den Zuwanderern besaßen 1.719.000 einen ausländischen Pass, das waren 297.000 (-15 Prozent) weniger als 2015.

Gleichzeitig wanderten 1.084.000 ausländische Menschen (+224.000) aus Deutschland ab. Zusammengerechnet ergibt dies einen Wanderungsüberschuss ausländischer Menschen von rund 635.000 (2015: +1.157.000).

Aus den Zahlen ist ersichtlich, dass 2016 im Vergleich zu 2015 weniger Menschen aus Asien (besonders aus Syrien, Afghanistan, Irak) aber auch aus Europa und Afrika (besonders aus Algerien, Eritrea, Ghana) nach Deutschland zogen.

Mehr Deutsche wanderten aus

Gleichzeitig stieg die Zahl der Fortzüge, wobei die meisten Auswanderer eine deutsche Staatsangehörigkeit (281.000 = 20,6 Prozent) besaßen. Dann folgten Rumänen (162.209 = 11,9 Prozent) und Polen (133.803 = 9,8 Prozent). Diese drei Staatsangehörigkeiten machten bereits über 40 Prozent aller Auswanderer aus.

Die hohe Zahl der Fortzüge Deutscher wird in der Statistik darin mitbegründet, dass es bei der Erfassungen der An- und Abmeldungen Neuerungen gab. So wurde vor 2016 jeder, der sich in Deutschland abmeldete, aber sein Zielland nicht bekannt gab, als Auswanderungsfall nicht in der Bevölkerungsfortschreibung erfasst. Nun werden statistisch alle, die sich abmelden, auch als Fortzug erfasst – auch wenn sie in Deutschland untertauchen.

Allerdings werden beim Fortzug von Deutschen mit dem Zielland „nach unbekannt“ nur die berücksichtigt, die bei der Abmeldung auch so erfasst worden sind. Deshalb seien laut Destatis die Angaben nicht genau und könnten mit den Vorjahren auch nur bedingt verglichen werden.

Immer mehr Millionäre verlassen Deutschland

Wie viele der Auswanderer mit deutscher Staatsangehörigkeit besonders vermögend waren, geht allerdings nicht aus den Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervor.

Die hohe Auswanderung von Menschen mit deutschem Pass ist eine Sache, doch in der Statistik wird nicht erwähnt, wie viele darunter vermögend waren. Gerade diese finanziellen Leistungsträger sind für jedes Wirtschaftssystem, so auch für Deutschland, besonders wichtig.

Laut dem „Manager Magazin“, das sich auf den New World Wealth Report bezieht, waren es 2016 rund 4.000 Millionäre die Deutschland verließen. 2015 waren es 1.000 und in den Jahren davor lag die Zahl immer im dreistelligen Bereich.

Der Grund dafür sei nach Ansicht der Analysten von „New World Wealth“ die zunehmende Spannung in der Gesellschaft, wie sie auch in anderen europäischen Ländern zu beobachten sei, schrieb das „Manager Magazin“.

Wohlhabende zieht es nach, Kanada, Australien, in die USA und die Schweiz …

Die vermögenden Auswanderer zieht es vor allem nach Australien, Kanada, Neuseeland, Monaco, in die USA, die Schweiz und die Vereinigte Arabische Emirate – generell in Länder mit weniger Umverteilung aufgrund des Steuersystems.

Laut Zahlen des Statistischen Bundesamts liegt als Zielland für die Deutschen insgesamt die Schweiz (17.650 deutsche Auswanderer) vorn. Danach folgen die Vereinigten Staaten (12.781), Österreich (10.283) und Großbritannien (8.243). (er)

Mehr dazu:

„Wie Deutschland vor 20 Jahren“: Darum wandern immer mehr Deutsche nach Ungarn aus



Epoch TV
Epoch Vital
Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Dies umfasst ebenso abschweifende Kommentare, die keinen konkreten Bezug zum jeweiligen Artikel haben. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.


Ihre Epoch Times - Redaktion