Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender am 23. Juni in Brandenburg.Foto: Michele Tantussi/Getty Images

Steinmeier an Muslime: Schön, dass der Ramadan ein Teil unseres Lebens ist

Von 25. Juni 2017 Aktualisiert: 26. Juni 2017 10:09
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier grüßt anlässlich des Fastenbrechens die Muslime in Deutschland.

„Es ist das erste Mal, dass ich Sie, alle Muslime in Deutschland, die den Ramadan begehen, als Bundespräsident zum Fest des Fastenbrechens grüße“, schrieb Frank-Walter Steinmeier am Freitag.

„Es ist ein besonders schönes, gemeinschaftliches Fest, das mit dem Ende des Ramadan auch die Offenbarung feiert, die den Muslimen in dieser Zeit durch den Koran zuteilwurde.”

“Ein Festmahl zu teilen, gehört zu den schönen Dingen, die wir in vielen Kulturen erleben dürfen. Für die Gläubigen unter uns verbindet sich dabei die Freude der Gemeinschaft mit Familie, Nachbarn und Freunden mit der besonderen Nähe zu Gott.”

“Diese Freude kann und sollte uns über die Grenzen unserer Religionen hinweg noch stärker verbinden“, meint Steinmeier. Muslime, Juden und Christen würden nicht nur die Freude an der Gemeinschaft teilen, sondern auch „den Glauben an einen barmherzigen Gott.”

Ramadan ist selbstverständlicher Teil des Lebens

“Es ist schön, zu sehen, dass der Ramadan in Deutschland inzwischen zu einem selbstverständlichen Teil unseres gemeinsamen Lebens geworden ist. In vielen muslimischen Familien, in Vereinen und Gemeinden wird das Iftar-Mahl gemeinsam, auch mit nichtmuslimischen Nachbarn, gefeiert. Dafür danke ich Ihnen allen, die Sie dazu über Religionsgrenzen hinweg einladen und damit eine Botschaft des Friedens und der Toleranz vermitteln“, so der Bundespräsident.

“Als ich selbst Anfang Juni ein Iftar-Essen mit jungen Muslimen in Berlin gefeiert habe, da hat mir einer von ihnen gesagt: ‚Vielfalt findet nicht immer nur in Harmonie statt, sondern eben auch in der Kontroverse.‘ Das ist in einer demokratischen Gesellschaft genau wie in der Familie. Aber wichtig ist doch, dass wir uns respektieren.”

Das Fest zeige, dass man sich gemeinsam freuen, miteinander leben und mit Respekt und Fürsorge begegnen könne. „Daran glaube ich und dafür werde ich mich einsetzen, wo immer es mir möglich ist“, so Steinmeier.

Er schloss seine Grußwort mit einem Zitat des Propheten und wünschte „ein friedliches und gesegnetes Fest“.

Trump cancelt Ramadan im Weißen Haus

Auch in den USA schickte US-Präsident Donald Trump ein Grußwort an die Muslime.

Gleichzeitig verzichtete das Weiße Haus jedoch erstmals seit zwei Jahrzehnten darauf, selbst ein Ramadan-Event zu veranstalten. was ein Novum seit der Regierung von Bill Clinton 1993 war mindestens ein Abendessen zum Fastenbrechen üblich gewesen.

Siehe auch:

Keine Feier zum Ende des Ramadan im Weißen Haus – Präsident Trump schickt herzliche Grüße

 



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