Im «Chancenspiegel 2017» wird untersucht, wie stark Bildungserfolge vom sozialen Hintergrund der Schüler abhängen.Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Studie „Chancenspiegel“: Jeder achte Ausländer ohne Schulabschluss

Epoch Times1. März 2017 Aktualisiert: 1. März 2017 12:29
Um Erfolge und Misserfolge des deutschen Schulsystems in puncto Bildungsgerechtigkeit geht es beim „Chancenspiegel 2017“, der heute in Berlin vorgestellt wurde.

Mangelnde Chancengerechtigkeit für junge Ausländer ist nach einer neuen Bildungsstudie eines der Hauptprobleme im deutschen Schulsystem.

Für Jugendliche mit ausländischem Pass sei das Risiko eines Abbruchs – ohne zumindest den Hauptschulabschluss zu erreichen – mehr als doppelt so hoch wie für ihre deutschen Mitschüler. Zu diesem Ergebnis kommt der „Chancenspiegel 2017“ der Bertelsmann-Stiftung.

Während der Anteil aller Schüler ohne Abschluss seit 2011 von 6,2 auf 5,8 Prozent sank, stieg die Quote bei ausländischen Schülern im gleichen Zeitraum von 12,1 auf 12,9 Prozent an.

Die Studie der Bertelsmann-Stiftung, der Technischen Universität Dortmund und der Universität Jena untersuchte zum dritten Mal seit 2012 unter anderem, wie stark Bildungserfolge vom sozialen Hintergrund der Schüler abhängen.

Der im Dezember präsentierte neueste PISA-Report hatte festgestellt, dass ein Zusammenhang von Herkunft und Bildungschancen in Deutschland weiterhin vorhanden sei – die Kluft habe sich aber „deutlich abgeschwächt“. Weiterhin gibt es demnach bundesweit zu viele „Risikoschüler“ mit sehr schwachen Leistungen – also junge Menschen mit wenig Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

Der bislang letzte „Chancenspiegel 2014“ hatte darauf aufmerksam gemacht, dass Neuntklässler aus höheren Sozialschichten etwa in Mathematik einen Wissensvorsprung von bis zu zwei Jahren gegenüber ihren Klassenkameraden aus bildungsfernen Familien aufwiesen. Als positiv stellt die Studie seinerzeit heraus, dass die Zahl der jungen Menschen, die die Schule ohne Abschluss verlassen, bundesweit von 6,9 Prozent (2009) auf 6 Prozent (2012) zurückging. (dpa)


Unterstützen Sie unabhängigen und freien Journalismus

Danke, dass Sie Epoch Times lesen. Ein Abonnement würde Sie nicht nur mit verlässlichen Nachrichten und interessanten Beiträgen versorgen, sondern auch bei der Wiederbelebung des unabhängigen Journalismus helfen und dazu beitragen, unsere Freiheiten und Demokratie zu sichern.

Angesichts der aktuell schwierigen Zeit, in der große Tech-Firmen und weitere Player aus dem digitalen Werbemarkt die Monetarisierung unserer Inhalte und deren Verbreitung einschränken, setzt uns das als werbefinanziertes Nachrichten-Portal unter großen Druck. Ihre Unterstützung kann helfen, die wichtige Arbeit, die wir leisten, weiterzuführen. Unterstützen Sie jetzt Epoch Times indem Sie ein Abo abschließen – es dauert nur eine Minute und ist jederzeit kündbar. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Monatsabo ab 7,90 Euro Jahresabo ab 79,- Euro

Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion