Stuttgart: Polizei bereitet sich mit Hundertschaften aufs kommende Wochenende vor

Epoch Times24. Juni 2020 Aktualisiert: 24. Juni 2020 17:34
Hunderte Menschen verwüsteten am Wochenende die Stuttgarter Innenstadt. Nun rüstet die Polizei auf. Ein weiterer mutmaßlicher Randalierer wurde unterdessen ermittelt.

Nach den Ausschreitungen in Stuttgart in der Nacht zum Sonntag will die Polizei an den kommenden Wochenenden mehrere Hundertschaften einsetzen, um die Kontrolle in der Innenstadt zu behalten.

Die Polizei wolle dann nachts mit einer guten dreistelligen Anzahl an Beamten unterwegs sein, berichtete der Vorsitzende des Landtags-Innenausschusses, der Abgeordnete Karl Klein (CDU), am Mittwoch aus der nicht öffentlichen Sitzung. Geplant seien mehrere Einsatzhundertschaften, Polizeireiter, Polizeihundeführer und Ermittlungsbeamte.

Ermittlungsgruppe wurde aufgestockt

Die Ermittlungsgruppe ist inzwischen von 40 auf 75 Personen erweitert worden. Nach Angaben Kleins sind die zusätzlichen Beamten in der Ermittlungsgruppe unter anderem nötig, um die Vielzahl an Fotos und Videos der Ausschreitungen auszuwerten.

Die Menge des zu sichtenden Materials bewege sich inzwischen im Gigabyte-Bereich. Ziel sei es, weitere Tatverdächtige zu finden und festzunehmen.

Rund 500 Menschen randalierten in der Nacht zum Sonntag

In der Nacht zum vergangenen Sonntag waren Hunderte Menschen durch die Einkaufsstraße Stuttgarts gezogen, sie hatten Schaufenster zerstört und Geschäfte geplündert. Nach Angaben der Polizei waren 400 bis 500 Menschen an der Randale beteiligt.

Mindestens ein weiterer mutmaßlicher Randalierer ist nach Angaben von Innenminister Thomas Strobl (CDU) ermittelt worden. Damit sind es nun 26 Tatverdächtige.

Acht von ihnen sitzen in Untersuchungshaft, einer wegen Verdachts auf versuchten Totschlag. Ein weiterer Haftbefehl war gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt worden. Unklar ist bislang, ob auch gegen den neuen Tatverdächtigen Haftbefehl beantragt wird.

Grüne fordern Untersuchung in Polizei-Rassismus-Debatte

Die Grünen wollen mögliche verfassungsfeindliche Einstellungen in den Reihen der Polizei wissenschaftlich untersuchen lassen.

„Wir müssen herausfinden, ob es ein strukturelles Rassismus-Problem innerhalb der Polizei gibt“, sagte die innenpolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Irene Mihalic, dem „Spiegel“. Erst wenn man Zahlen habe, wisse man, wie groß das Problem sei – „sollte es eines geben“.

Es gebe immer wieder „Berichte über Rassismus und Rechtsextremismus“ innerhalb der Sicherheitsbehörden. „Wir müssen diese Diskussion führen, aber wir müssen sie zwingend versachlichen“, so Mihalic.

Es dürfe nicht so weit kommen, dass man sich gegenseitig in Vorwürfen ergieße. „Während die einen `Generalverdacht` schreien, rufen die anderen `Verharmlosung`. Das führt uns nicht weiter“, sagte die Grünen-Politikerin. (dpa/dts/nh)

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