Syrien-Krieg: Maas fürchtet humanitäre Katastrophe in Idlib

Epoch Times15. Februar 2020 Aktualisiert: 15. Februar 2020 13:23
"Wir haben große Befürchtungen, dass es da zu einer humanitären Katastrophe kommt, wenn die Kämpfe, die es da gibt, nicht zum Ende kommen", sagt Maas mit Blick auf das syrische Idlib.

Außenminister Heiko Maas hat Russland aufgefordert, auf ein Ende der Kämpfe in der syrischen Provinz Idlib hinzuwirken.

„Wir haben große Befürchtungen, dass es da zu einer humanitären Katastrophe kommt, wenn die Kämpfe, die es da gibt, nicht zum Ende kommen“, sagte er am Samstag am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz nach Treffen mit seinem türkischen Amtskollegen Mevlüt Cavasoglu und Russlands Außenminister Sergej Lawrow.

Deutschland erwarte von Moskau, seinen Einfluss auf die syrische Regierung zu nutzen, „damit diese Angriffe beendet, die Kampfhandlungen eingestellt werden“, sagte Maas. „Ansonsten rechnen wir damit, dass noch mehr Menschen die Region verlassen werden. Das ist etwas, woran niemand ein Interesse haben kann.“

An diesem Sonntag wollen auch Lawrow und Cavusoglu in München über die Lage in Idlib sprechen. Während Ankara in der Region islamistische Rebellen unterstützt, steht Moskau in dem Konflikt an der Seite des syrischen Staatschef Baschar al-Assad.

Nach jüngsten Angaben der Vereinten Nationen sind seit Anfang Dezember mehr als 800.000 Menschen aus der letzten großen syrischen Rebellenhochburg vertrieben worden. Kaltes Winterwetter von bis zu minus sieben Grad vergrößere die Not weiter.

In der Region um Idlib leben nach UN-Schätzungen rund drei Millionen Zivilisten. Viele sind schon mindestens einmal vor den Regierungstruppen geflohen, weil sie Verfolgung und andere Repressionen befürchten. Dominiert wird das letzte große Gebiet der Rebellen von der Al-Kaida-nahen Miliz Haiat Tahrir al-Scham (HTS). Die Truppen von Syriens Präsident Assad hatten im vergangenen Jahr eine Offensive auf Idlib begonnen. Trotz einer Waffenruhe setzten sie die Angriffe zusammen mit der verbündeten russischen Luftwaffe auch in den vergangenen Wochen fort.

Nach einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats hatten bereits am Freitag mehrere EU-Staaten die Situation in Idlib scharf kritisiert. Man sei wegen des eskalierenden Konflikts „zutiefst alarmiert“, teilten Deutschland, Frankreich, Polen, Estland und Belgien in New York mit. (dpa/so)

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