Demonstration nach dem Tod des eritreischen Asylbewerbers in Dresden: Weil die Medien Mutmaßungen verbreiteten, glaubten viele Menschen an einen fremdenfeindlichen Hintergrund.Foto: Oliver Killig/Archiv/dpa

Mord an Khaled Idriss Bahray in Dresden aufgeklärt: Asylbewerber wurde von Mitbewohner getötet

Epoch Times22. Januar 2015 Aktualisiert: 22. Januar 2015 20:04
Dresden (dpa) - Der gewaltsame Tod eines Asylbewerbers in Dresden ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft aufgeklärt. Gegen einen Mitbewohner und Landsmann des 20-Jährigen aus Eritrea sei Haftbefehl wegen Totschlags erlassen worden. Das sagte Behö

Der Mord am Dresdener Asylbewerber Khaled Idriss Bahray ist offenbar aufgeklärt: Es war ein Mitbewohner und Landsmann, der den 20-Jährigen aus Eritrea am 13. Januar getötet hat. Nach Angaben der Dresdener Staatsanwaltschaft wurde gegen einen 26-jährigen Haftbefehl wegen Totschlags erlassen. Dies teilte Behördensprecher Jan Hille am Donnerstag mit.

Khaled Baray war am Montag, dem 13. Januar, tot auf dem Hof der Dresdener Plattenbausiedlung gefunden worden, in der er seit September gewohnt hatte. Dass er mit Messerstichen in den Hals getötet worden war, konnte erst bei einer Obduktion festgestellt werden. Die Polizei war stark kritisiert worden, weil sie zunächst eine Fremdeinwirkung ausgeschlossen hatte.

Zur Festnahme des Täter habe die Auswertung von DNA-Spuren an der mutmaßlichen Tatwaffe geführt, erklärte die Justizbehörde nun. Als Motiv habe der Täter angegeben, dass ein Streit über die Haushaltsführung eskaliert sei.

Medien kannten den Schuldigen schon vorher

Das Medieninteresse am Tod des Asylbewerbers war enorm, da die Tat in der Nacht nach einer Pegida-Demonstration stattgefunden hatte. Ein fremdenfeindlicher Hintergrund wurde sofort vermutet und in den Medien propagiert – obwohl noch keinerlei Ermittlungsergebnisse vorlagen. Eine Spirale der Vermutungen wurde in Gang gesetzt, die viele tendenziöse Berichte hervorbrachte. Der Sächsische Flüchtlingsrat e.V., die Initiative Dresdner Antirassistischer Gruppen und die Eritreische Community veranstalteten am vergangenen Samstag eine Solidaritätsdemonstration für den Ermordeten, die vollständig von einem rechstextremen Hintergrund der Tat ausging.

Diese Institutionen unterstellten nach den Erfahrungen mit der NSU-Mordserie den Behörden, sie würden nicht alles tun, um den Fall unverzüglich aufzuklären. Rund 2700 Menschen gedachten am Samstagabend in Dresden des Ermordeten. Auch in Berlin, Potsdam und Leipzig gab es am Samstag und am Sonntag mehrere Mahnwachen und Gedenkveranstaltungen für den Mann aus Eritrea. Insgesamt hatten diese mehrere tausend Teilnehmer.(dpa / rf)


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