Terrorismusexperte warnt: „In den kommenden Monaten werden hunderte Dschihadisten aus Gefängnissen kommen“

Epoch Times4. November 2020 Aktualisiert: 5. November 2020 11:47

Der Terrorismusexperte Peter R. Neumann vom Kings College in London rechnet nach den jüngsten islamistischen Terroranschlägen in Frankreich, Deutschland und Österreich sowie dem Streit um die Mohamed-Karikaturen mit weiteren Anschlägen in Europa.

„Die große Gefahr ist derzeit, dass in Europa in den kommenden Monaten hunderte Dschihadisten aus Gefängnissen kommen“, sagte Neumann dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Mittwochausgaben, 4. November).

Die meisten von ihnen wurden nach 2010 verurteilt, allerdings meistens zu relativ kurzen Strafen. Hunderte von ihnen kommen in nächster Zeit frei, und nicht alle sind de-radikalisiert“, warnte er.

„Auf diese Herausforderung haben sich nur wenige Staaten vorbereitet. Diese strategische Lücke muss rasch geschlossen werden.“ Sowohl der Attentäter von Dresden als auch der Attentäter von Wien waren bis vor Kurzem inhaftiert.

Neumann fügte hinzu: „Die islamistische Szene war nach dem Niedergang des `Islamischen Staates` (IS) demoralisiert und zerstritten. Durch die Konfrontation mit den Ereignissen in Frankreich und dem neuen Streit um die Mohamed-Karikaturen hat sie ein neues Thema, das mobilisiert und nun zu Anschlägen führt.“

Die verübten Anschläge seien dazu gedacht, weitere Anschläge anzustoßen, so der Experte. „Das bedeutet: Der islamistische Terrorismus ist nicht so gefährlich wie vor fünf Jahren. Aber er ist gefährlicher als vor einem Jahr, weil in der Szene eine neue Grundspannung entsteht.“

Gefährlich sei ein neuer Motivationsschub für potenzielle Täter, so Neumann: „Viele Mitglieder der Szene denken: Jetzt passiert wieder was. Deshalb wird es in den nächsten Monaten überall in Europa gefährlich bleiben“, sagte er dem RND. (dts)



Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion