Bundeswehr-Soldat mit PistoleFoto: über dts Nachrichtenagentur

Terrorverdächtiger Bundeswehr-Soldat verhaftet: Er gab sich als Flüchtling aus

Epoch Times27. April 2017 Aktualisiert: 27. April 2017 11:38
Ein Bundeswehrsoldat wurde wegen Terrorverdacht festgenommen. Er hatte sich illegal eine Schusswaffe besorgt und sich als Asylbewerber registrieren lassen. Auch ein mutmaßlicher Helfer wurde verhaftet.

Ein Bundeswehrsoldat und ein Student aus Offenbach wurden wegen Terrorverdacht verhaftet. Der Soldat hatte sich eine illegale Waffe beschafft. Außerdem hatte er sich als syrischer Flüchtling ausgegeben und unter falscher Identität Asylleistungen bezogen. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main ermittelt.

16 Objekte durchsucht

Am Mittwoch wurde der 28-jähriger Oberleutnant der Bundeswehr festgenommen. Auch ein 24-jähriger Student aus Offenbach, der dem Soldaten bei der Planung eines Anschlag geholfen haben soll, wurde am Mittwoch verhaftet. Im Zuge dessen wurden insgesamt 16 Objekte in Deutschland, Österreich und Frankreich durchsucht, teilte die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main mit. Darunter waren die Wohnung des Studenten in Friedberg (Wetterau) und Räume der Bundeswehr. Umfangreiches Beweismaterial wurde sichergestellt, hieß es. Bei dem Studenten stellte die Polizei nach eigenen Angaben Gegenstände sicher, die unter das Kriegswaffenkontroll- und das Sprengstoffgesetz fallen. Der verdächtige Soldat wurde bei einem Lehrgang im unterfränkischen Hammelburg verhaftet.

Laut „Welt“ hatte sich der Mann Ende Dezember 2015 als syrischer Flüchtling registrieren lassen. Auch stellte er Anfang Januar 2016 einen Asylantrag, der genehmigt wurde. Seine Herkunft bemerkte niemand, „obwohl er kein Arabisch sprach, sondern lediglich Französisch“, so die Welt. Er war im französischen Illkirch stationiert gewesen.

Pistole am Wiener Flughafen versteckt

Der Mann war ins Visier der Ermittler geraten, weil er sich illegal eine Waffe besorgt hatte. Die Pistole Kaliber 7,65 mm war am Flughafen Wien bei Kontrollen aufgefallen.

AFP schreibt, der Soldat habe im Januar am Flughafen Wien eine geladene Schusswaffe auf einer Toilette versteckt. Als er sie im Februar wieder holen wollte, wurde er vorübergehend festgenommen. Die Wiener Behörden sahen keinen Grund ihn in Haft zu behalten und ließen ihn wieder frei. Ein Abgleich der in Wien genommenen Fingerabdrücke ergab dann, dass der Soldat sich bereits im Dezember 2015 in der Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Gießen als Syrer ausgegeben hatte und später im bayerischen Zirndorf einen Asylantrag stellte und registriert wurde. Unter seiner falschen Identität bezog er staatliche Hilfe, berichtet die „Hessenschau„.

„Diese Erkenntnisse sowie Anhaltspunkte, die für einen fremdenfeindlichen Hintergrund des Bundeswehrsoldaten sprechen, legen den Verdacht nahe, dass der Beschuldigte mit der zuvor am Wiener Flughafen hinterlegten Waffe eine schwere staatsgefährdende Straftat im Sinne eines Anschlags geplant hat“, erklärte die Staatsanwaltschaft Frankfurt.

Gegen ihn wird nun wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat (§ 89 StGB) und wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz ermittelt.

Warum fiel er nicht auf?

Wie leicht es ist, sich mit falscher Identität und einer erfundenen Lebensgeschichte als Flüchtling registrieren zu lassen, schilderte Terrorismus-Experte Shams Ul-Haq mehrfach auf EPOCH TIMES. Haq gab sich im Zuge seiner Undercover-Recherchen über 30 mal als Asylbewerber aus.

Mehr dazu in

„Undercover im Flüchtlingsheim 2017“

Teil 1 , Teil 2 und Teil 3.

(rf/afp)


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