Teure „Gäste“: Seniorin (70) wollte Flüchtlingen helfen – 150.000 Euro Mietschaden – Landratsamt blockt ab

Von 6. Januar 2018 Aktualisiert: 8. Januar 2018 7:35
Sie wollte helfen. Sie half. Sie vertraute den falschen Leuten. Nun bereut sie es bitter, braucht selber Hilfe. Doch die kommt nicht ...

Christine Schäffler (70) aus Schliersee wohnt in einem Altbau, Baujahr 1902. Fünf Generationen lang wohnt die Familie schon hier: „Ich habe hier meine drei Kinder großgezogen“, erklärt die alte Dame. Bis 2012 lebte ihre Mutter im Obergeschoss des Hauses. Dann starb sie im Alter von 93 Jahren und die ehemalige Pfarrsekretärin hatte die Idee, die leeren Räumlichkeiten an das Landratsamt zu vermieten zur Unterbringung von Flüchtlingen …

„Ich wollte helfen.“

Dabei gab es strenge Auflagen für das Altbau-Haus an der Karl-Haider-Straße. Doch das schreckte die alte Dame nicht ab. Auf eigene Kosten ließ sie Brandschutztüren und eine neue Heizung einbauen, Feuermelder installieren. Zwei vollmöblierte Wohnungen standen nun zur Verfügung. Hier sollten laut Mietvertrag jeweils sechs Personen vorübergehend ein Zuhause finden.

Ich wollte helfen.“

(Christine Schäffler, 70, Vermieterin)

Dann kamen die Asylbewerber, zweieinhalb Jahre lang wohnten hier bis zu 21 Personen. „Das Schlafzimmer war ein Matratzenlager“, erläutert die Vermieterin die Zustände im Haus. Streit gab es ständig.

Obwohl sie Moslems waren, haben sie viel getrunken und gerauft.“

Die Polizei ermittelte, ergebnislos, stets. Oft versuchte die Vermieterin, die Asylbewerber durch gutes Zureden zum Putzen zu bewegen. Offenbar vergeblich.

Irgendjemand hat ihnen gesagt, dass ich genug Geld bekomme und sie nichts tun müssen.“

Die Frauen hängten ihre nasse Wäsche einfach im Haus zum Trocknen auf, gelüftet sei kaum worden, Schimmelbefall programmiert gewesen, so Christina Schäffler, die insgesamt 90 Beschwerden in diesen zweieinhalb Jahren ans Landratsamt schickte.

Im Sommer 2015 konnte sie nicht mehr, kündigte den Mietvertrag – fristlos. Die Abnahme der Wohnungen ging äußerst zügig vonstatten, das Protokoll listete nur geringfügige Mängel auf. Doch in Wirklichkeit war alles anders, wie die alte Dame noch feststellen sollte.

Als die illustren Gäste dann im September 2015 wieder abzogen, hinterließen sie diverse Wasserschäden, ein abgeschlagenes Waschbecken, zertrümmertes Inventar und aggressiven Schimmel an den Wänden, der sogar teilweise auf die Küchenmöbel übergriff und Christina Schäfflers Lunge krank machte, da ist sich die Rentnerin sicher. Wenn man die Tapeten abkratzt, sieht man ihn in dunklen Flechten auf den Wänden. In jedem Zimmer zeigen sich die Spuren der früheren Bewohner.

Auf 150.000 Euro Schaden sitzen gelassen

Ohne Sauerstoffgerät geht die Frau nicht mehr ins Haus. Die zwei Wohnungen stehen nun schon seit zwei Jahren leer. Der Schaden, inklusive nicht bezahlter Betriebskosten, beläuft sich auf rund 150.000 Euro. Und das Landratsamt? „Ich habe noch keinen Cent bekommen“, klagt die 70-Jährige, die mit ihrer kleinen Rente keinen Kredit für eine Sanierung des Hauses bekommt. Die Behörde beruft sich auf das Wohnungsübergabeprotokoll:

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Wie in Mietverträgen üblich, sind ausschließlich jene Schäden erstattungswürdig, die im von beiden Parteien unterschriebenen Übergabeprotokoll festgehalten wurden.“

(Sophie Stadler, stellvertretende Pressesprecherin LRA)

Laut der Behördensprecherin soll eine „besenreine Übergabe“ vereinbart worden sein. Somit seien Instandsetzungskosten vom Vermieter zu tragen, außer dass der Schaden durch eine vertragswidrige Nutzung entstanden sei. Obwohl die alte Dame zahlreiche Beschwerden ans Amt schickte, heißt es dort:

Es lagen während der gesamten Belegungszeit keine Erkenntnisse vor, die den Gebrauch des Hausrechts erforderlich gemacht hätten.“ (Stadler, LRA)

Weil das Landratsamt den Asylbewerbern die Pflege ihrer sozialen Kontakte nicht untersagen könne, sei es möglich, dass die Bewohner Besuch empfangen hätten.

Doch selbst die Nachzahlung der Betriebskosten wurde noch nicht vorgenommen. Auch hierfür hat die Behördensprecherin eine Erklärung: Frau Schäffler habe die prüffähigen Belege noch nicht eingereicht.

Dennoch: Das Landratsamt sei um eine „gütliche Einigung“ bemüht, so die stellvertretende Pressesprecherin Sophie Stadler. Auch die Regierung von Oberbayern als Aufsichtsbehörde legte dies der Vermieterin nahe. Doch der Vermittlungsversuch sei erfolglos geblieben: „Frau Schäffler zeigte sich nicht gesprächsbereit.“

Doch die 70-Jährige widerspricht der Darstellung durch die Behörde. Sie habe lediglich wegen ihrer krankheitsbedingten Bewegungseinschränkungen einen Termin im Landratsamt abgelehnt. Als Alternative habe sie aber ein Treffen in ihrem Haus vorgeschlagen, in dem ja „auch die Schäden entstanden“ seien.

Nun bleibt ihr als letzte Hoffnung eine Petition an den Landtag:

Ich wollte dem Staat helfen und wurde nur ausgenutzt.“

(Christina Schäffler, 70, Vermieterin)

Siehe auch:

Asylhotel „Bianca“ in Wien: Flüchtlinge und „Integrationsverein“ hinterlassen 32.000 Euro Sachschaden und Zigtausende Mietschulden

Asylheim Regensburg: 350.000 Euro Schaden durch „Intensivbelegung mit 280 jugendlichen Flüchtlingen“