Thierse: "Die SPD ist schon so zerstritten, dass sie gar nicht mehr kampfkräftig ist"
"Die SPD ist schon so zerstritten, dass sie gar nicht mehr kampfkräftig ist", sagt der ehemalige Bundestagspräsident der in Chemnitz erscheinenden "Freien Presse" vom Dienstag.

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Foto: Sean Gallup/Getty Images
Kurz vor der Landtagswahl in Hessen hat der SPD-Politiker Wolfgang Thierse seiner Partei ein verheerendes Zeugnis ausgestellt.
„Die SPD ist schon so zerstritten, dass sie gar nicht mehr kampfkräftig ist. Daher breitet sich Resignation aus“, sagte der ehemalige Bundestagspräsident der in Chemnitz erscheinenden „Freien Presse“ vom Dienstag. Die Partei sei „völlig unfähig, eigene Erfolge nach außen zu vertreten“.
Dabei gebe es viele SPD-Erfolge im Regierungsbündnis mit der Union, sagte Thierse. „Doch die SPD ist immer nur mit dem Unerledigten und der eigenen Unzufriedenheit befasst“, urteilte er. „Da springt logischerweise keine Begeisterung auf die Bürger über.“
Deutliche Worte richtete Thierse auch an den Juso-Vorsitzenden Kevin Kühnert, der ein erklärter Gegner der SPD-Beteiligung in der GroKo ist. Er würde von Kühnert „gerne Inhaltliches hören“, sagte Thierse. Selbst durch ein Ausscheiden aus der Groko würden die programmatischen Konflikte in der SPD nicht geklärt. „Deshalb ist mir die Koalitionsfrage zu oberflächlich“, sagte Thierse mit Blick auf den Juso-Chef.
Die SPD kommt bundesweit in Umfragen aktuell nur noch auf 14 bis 15 Prozent. Für die Landtagswahl in Hessen am kommenden Sonntag liegen die Werte in den jüngsten Erhebungen zwischen 20 und 21 Prozent. (afp)
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