Thüringer CDU-Vize Heym: „Merkels Reaktion hat mich an tiefste DDR-Zeiten erinnert“

Epoch Times13. Februar 2020 Aktualisiert: 13. Februar 2020 11:17
In der CDU brodelt es heftig. Nach dem Wahl-Debakel in Thüringen und dem Rückzug von Annegret Kramp-Karrenbauer verliert die CDU massiv an Stimmen. Der Thüringer Fraktions-Vize Michael Heym kritisiert Kanzlerin Angela Merkel scharf.

Der Vize-Chef der Thüringer CDU-Fraktion, Michael Heym, hat die Reaktion von Kanzlerin Angela Merkel auf die Wahl Thomas Kemmerichs zum Ministerpräsidenten scharf kritisiert. „Da habe ich mich an tiefste DDR-Zeiten erinnert gefühlt“, sagte Heym der dpa.

Der Thüringer Politiker hat nach eigenen Angaben mit den Stimmen der AfD für den FDP-Ministerpräsidentenkandidaten Thomas Kemmerich gerechnet. „Mir war völlig bewusst, dass die AfD für Kemmerich stimmen könnte“, sagte Heym der „Zeit“. Dass es nun so gekommen sei, finde er „nicht schlimm“.

Aus seinem Wahlkreis habe er „Bestätigung“ erfahren. „Richtig so! Standhaft bleiben!“, habe man ihm dort gesagt. Die erregten Reaktionen auf Kemmerichs Wahl hätten ihn nicht überrascht, so Heym. „War klar, dass sich öffentlich alle empören.“

Er kritisierte zugleich die Reaktionen aus der Bundes-CDU. „Wenn sich Frau Merkel aus Südafrika einschaltet und fordert, dass das Ergebnis `rückgängig` zu machen ist – da habe ich kein Verständnis.“ Man müsse sich nicht wundern, „wenn sich Leute, die vor 30 Jahren auf die Straße gegangen sind, angewidert von den etablierten Parteien abwenden“.

CDU muss sich befreien

Heym forderte, dass eine Zusammenarbeit der CDU mit AfD und Linken künftig erlaubt sein müsste. „Die CDU muss sich befreien von dem Bundesbeschluss, nicht mit Linker und AfD zu reden“, sagte er. „Ich habe den Eindruck, der Beschluss gilt sowieso nur in eine Richtung, nämlich nach rechts.“

Heym hatte bereits 2019 die Forderung erhoben, dass die CDU auch Gespräche mit der AfD führen müsse. In der vorigen Woche war in Thüringen der FDP-Politiker Thomas Kemmerich mit Stimmen von CDU, FDP und AfD ins Amt gewählt worden. (dts/nmc)

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