Protest für eine Aufklärung der sogenannten NSU-Morde.Foto: Sean Gallup/Getty Images

Thüringer Ex-Verfassungsschutzpräsident glaubt nicht an „NSU-Märchen“ – Wer beging die zehn Morde?

Epoch Times24. Juli 2017 Aktualisiert: 25. Juli 2017 6:52
Seit über zehn Jahren beschäftigten die sogenannten NSU-Morde Deutschland. Die offizielle Version ist so lückenhaft, dass sie von vielen Experten angezweifelt wird. So auch von Dr. Helmut Roewer, dem ehemaligen Präsident des Thüringer Landesamtes für Verfassungsschutz.

Inzwischen ist es mehr als zehn Jahre her, dass im April 2007 mit dem Tod der Polizistin Michèle Kiesewetter die sogenannte NSU-Mordserie endete.

Zehn Menschen sind angeblich durch Schüsse von Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos gestorben. Es gibt jedoch viele Hinweise darauf, dass mehr Menschen an den Morden beteiligt waren. (Siehe: Sieben NSU-Zeugen sind tot – Zeugin sah „blutverschmierten“ Osteuropäer nach Kiesewetter-Mord)

Auch Dr. Helmut Roewer, ehemaliger Präsident des Thüringer Landesamtes für Verfassungsschutz, glaubt nicht an die offizielle Version.

In einem Ende 2016 erschienen Interview zwischen Roewer und Dr. Michael Friedrich Vogt werden alle Elemente der Geschichte von der angeblichen Existenz einer Terrororganisation, über die zusammenhängende Mordserie aus angeblichem Ausländerhass mit einer einzelnen Tatwaffe über den Polizistenmord von Heilbronn als angebliche Waffenbeschaffungstat bis hin zum angeblichen Selbstmord des Täterduos in Eisenach und seinem angeblichen Bekenner-Video als unzutreffend analysiert.

Hier das Interview:

https://www.youtube.com/watch?v=Fd1zx5GNYKc

Neun Kleinunternehmer und eine Polizistin ermordet

In den nun im NSU-Prozess bevorstehenden Plädoyers wird jeder einzelne Fall juristisch bewertet.

ENVER SIMSEK war das erste Mordopfer. Der aus der Türkei stammende 38-Jährige wurde am 9. September 2000 vor seinem mobilen Blumenstand in Nürnberg mit acht Schüssen aus zwei verschiedenen Waffen niedergeschossen und starb zwei Tage später im Krankenhaus.

ABDURRAHIM ÖZUDOGRU ist das zweite von insgesamt drei Opfern aus Nürnberg. Der ebenfalls türkischstämmige 49-Jährige wurde am 13. Juni 2001 durch zwei Kopfschüsse in seiner Änderungsschneiderei getötet.

SÜLEYMAN TASKÖPRÜ starb zwei Wochen später am 27. Juni 2001 in einem von seinem Vater betriebenen Obst- und Gemüseladen in Hamburg-Bahrenfeld. Der 31 Jahre alte Vater einer Tochter starb wie Simsek durch Schüsse aus zwei Pistolen, einer als Haupttatwaffe der Morde geltenden Ceska und einer Bruni Modell 315.

HABIL KILIC wurde am 29. August 2001 in seinem Obst- und Gemüseladen in München erschossen, er wurde 38 Jahre alt.

MEHMET TURGUT ist das fünfte Mordopfer. Er starb am 25. Februar 2004 durch drei Kopfschüsse vor einem Döner-Imbiss in Rostock. Der 25 Jahre alte Turgut war erst kurz zuvor aus Hamburg nach Rostock gekommen und wollte am Tattag spontan als Aushilfe in dem Imbiss seines Freundes arbeiten.

ISMAIL YASAR wurde am 9. Juni 2005 in seinem Nürnberger Döner-Imbiss erschossen. Er wurde 50 Jahre alt und stammte wie acht der Opfer aus der Türkei. Nach diesem sechsten Mordfall sprach die Polizei offen davon, die bisherigen sechs Opfer könnten „in Verbindung mit türkischen Drogenhändlern aus den Niederlanden“ stehen.

THEODOROS BOULGARIDES starb am 15. Juni 2005 im Laden seines Schlüsseldienstes in München. Der zweifache Vater wurde 41 Jahre alt, er hinterließ Frau und zwei Kinder. Boulgarides ist das einzige Opfer mit griechischen Wurzeln.

MEHMET KUBASIK wurde am 4. April 2006 in seinem Kiosk in Dortmund erschossen. Kubasik wurde 39 Jahre alt, der Deutsch-Türke hinterließ Frau und drei Kinder.

HALIT YOZGAT wurde nur zwei Tage später mit zwei Kopfschüssen in einem von ihm betriebenen Internetcafé getötet. Yozgat war mit 21 Jahren das jüngste Opfer. Während der Tatzeit befand sich ein Mitarbeiter des hessischen Verfassungsschutzes in dem Internetcafé – dieser bestreitet, etwas von der Tat mitbekommen zu haben.

MICHELE KIESEWETTER starb am 25. April 2007 durch einen gezielten Kopfschuss auf einem Parkplatz in Heilbronn. Die 22 Jahre alte Polizistin machte dort zusammen mit einem Kollegen eine Pause. Dieser erlitt ebenfalls einen Kopfschuss, überlebte aber. (so/afp)

Siehe auch:

NSU-Akte soll 120 Jahre lang geheim bleiben – Kasseler Mord 2006

Gedenkveranstaltung für vor zehn Jahren ermordete Polizistin Kiesewetter – Viele Fragen im NSU-Skandal bleiben unbeantwortet


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