Chinesischer Schriftsteller verhüllt Marx in Berlin: Gedenken an Tiananmen-Massaker

Am Denkmal von Marx und Engels nahe dem Berliner Dom gedachte heute Schriftsteller Ma Jian der Opfer des Tiananmen-Massakers vom 4. Juni 1989.
Titelbild
28 Jahre Tiananmen-Massaker: Der chinesische Exil-Schriftsteller Ma Jian hat das Berliner Marx-Denkmal verhüllt.Foto: Jinzhou Wang / EPOCH TIMES
Von und 4. Juni 2017

Am 4. Juni 1989  schlug Chinas kommunistisches Regime die Studentenproteste auf dem Platz des Himmlischen Friedens blutig nieder. Anlass für Exil-Schriftsteller Ma Jian in Berlin eine  Gedenkaktion zu veranstalten – am Denkmal von Marx und Engels, nahe dem Berliner Dom.

Hier seine Statement dazu:

Zum Gedenken an den Opfer des Tiananmen Massakers vor 28 Jahren

„Weil ich Dank eines Stipendiums des Deutschen Akademischen Austauschdienstes ein Jahr lang in Berlin leben kann, muss ich heute am Jahrestag des Tiananmen-Massakers Karl Marx mit einer chinesischen Flagge bekleiden. Seitdem die marxistische Lehre vor über 100 Jahren nach China eindrang, wurde die chinesische Nation zu einer wurzellosen Nation ohne Geist und ohne Herz.

Schon seit langem gibt es auf der ganzen Welt die Opfer des Kommunismus, aber die Menschheit ist sich der Katastrophe, die durch den Marxismus verursacht wurde, nur halb bewusst.

Der Marxismus ist eine bösartige Religion, die nur Hass predigt und drei Ziele hat: Klassenkampf, gewalttätige Revolution und Diktatur des Proletariats. Blutige Revolution wird befürwortet, um die angeblich unvermeidliche Folge der Geschichte zu realisieren.

Auf Chinesisch heißt es „die Reichen berauben, um die Armen zu bereichern“ – um die kommunistische Utopie zu verwirklichen. Aber das irdische Paradies wurde für die Chinesen zum absolut irrsinnigen Albtraum.

Kein Zweifel: Ohne Marx hätte es keinen Lenin gegeben und ohne Lenin keine Kommunistische Partei Chinas. Ohne Mao hätte es in China keine „Kulturrevolution“ gegeben und noch weniger hätte das Massaker auf dem Tianamen-Platz stattfinden können.

Die Rote Fahne Chinas ist durchtränkt vom Blut der Menschen, die im Namen den marxistischen Lehre getötet wurden. In China sagen die Parteikader „Marx wiedersehen“, wenn sie vom Sterben reden. Und der Marxismus ist weiterhin Teil der chinesischen Verfassung, wodurch die Chinesen weiterhin von ihm beherrscht werden. Deshalb ist auch noch in der heutigen Zeit „Marxismus“ weiterhin eine Pflichtfach in chinesischen Universitäten.

Zum Schluss möchte ich zu Marx sagen: Ihre Heimat ist nicht in Deutschland sondern in China. Die dort herrschende Partei betrachtet Sie als ihren Urahn. Sie hat Ihre politische Lehre komplett nach China importiert, obwohl sie nach nach außen betont, alle politischen Lehren des Westens abzulehnen.

Das ist genau der Grund, warum ich Sie heute mit einer roten Fahne umkleide. Damit möchte ich allen Menschen zeigen: In China gibt es 70 Millionen KP-Mitglieder die Ihnen die Realisierung Ihrer kommunistische Ideale unter Aufopferung ihres Lebens geschworen haben.

Aber diese Vision ist schon längst als eine Lüge enttarnt, die in die Hölle verbannt gehört.“

https://www.youtube.com/watch?v=AkBZfYdFn_Q

Ma Jian schrieb mehrere Romane, die in China verboten sind, darunter „Peking Koma“, in dem er das Tiananmen-Massaker verarbeitete.

Ma Jian verhüllte das Marx-Denkmal um genau 12.00 Uhr für 28 Minuten, welche die 28 Jahre symbolisierten, die seit dem Massaker vergangen sind. Er bat Unterstützer, auf der Fahne zu unterschreiben

Der Livestream ist mittlerweile vorbei

Ma Jian hatte unter anderem die Jahreszahl 89 in die Pfütze vor dem Denkmal gesprüht. Davor hatte er die Zahl „28“ in die Pfütze gesprüht und wieder zerstört. Für ihn ein Symbol für die menschliche Erinnerung, die die Geschichte vergisst und verdrängt. (Am liebsten hätte er Marx besprüht, aber er wollte keinen Ärger mit der Polizei. )

Siehe auch:

Ma Jian über sein Leben: „Die wichtigsten Stellen wurden geändert“

„Die dunkle Straße“ – Ma Jians Roman über die Ein-Kind-Politik



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