Tübinger Feministinnen „hassen“ Boris Palmer

Epoch Times19. Januar 2018 Aktualisiert: 19. Januar 2018 13:08
Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) lobte eine Aktion einer Antifa-Feministen-Gruppe in seiner Stadt. Nun werfen sie ihm vor, er würde das für seinen "Rassismus" missbrauchen.

Eine kleine Anti-Sexismus-Gruppe hat in den letzten Tagen mehrere antisexistische und feministische Plakate in Tübingen verklebt, denn ihrer Meinung nach seien sexualisierte Übergriffe hier, wie auch in allen anderen Teilen der Welt, leider an der Tagesordnung.

In Tübingen komme jedoch noch dazu, „dass die Vorfälle unter anderem durch OB Boris Palmer rassistisch vereinnahmt werden“, schreiben sie selbst in einer Stellungnahme, die Palmer auf FB postete.

Das Problem der Feministinnen: Palmer hatte ihre Aktion als positiv bewertet und Fotos der Aktion auf FB veröffentlicht mit dem Kommentar „Gute Aktion“. Nun war Palmer allerdings der Letzte, vom dem die Girls-Gruppe Lob bekommen wollte, denn Palmer sei „so wie viele erst „Antisexist“, seit sich damit gegen Geflüchtete hetzen lässt, oder, wie im Falle Palmer, gegen selbstverwaltete Jugendhäuser die ehrlich über Sexismus reden“, meinen sie.

Sie schreiben: Dass unsere Aktionen von Palmer positiv wahrgenommen werden können, war uns durchaus bewusst, weshalb wir teilweise eindeutig klar gemacht haben, dass wir neben Sexismus auch ein Problem mit Rassist*innen wie Palmer haben.

Um deutlich zu machen, dass sie auf Boris „pfeifen“, zogen die Mädels noch einmal in die Innenstadt und überarbeiteten die Plakate, wie auf dem Foto zu sehen ist.

Ihr Hinweis an Palmer:

Also Boris:

Wir pfeifen auf deine Anerkennung, hör auf unsere Aktionen für deine menschenfeindliche Propaganda zu nutzen.

Auf Zuspruch von einem der bekanntesten Rassisten Deutschlands können wir gut verzichten.

Hättest du wirklich etwas gegen Sexismus dann würdest du ihn nicht als integriertes Problem begreifen.

Und weil du dich immer so sehr über deine „Freunde von der Antifa“ aufregst, komm mal drauf klar wer solche Aktionen durchführt.

Und um noch deutlicher zu werden: Wir hassen dich. Du hast nichts aus der Geschichte gelernt.

Feminismus bleibt antirassistisch.

Der Tübinger Oberbürgermeister Palmer schreibt daraufhin auf FB an die „Girls“ zurück:

Liebe Antifa-Street-Girls,

Hass ist ein schlechter Ratgeber. Er macht blind für die Wirkungen des eigenen Handelns und zerstört einen selbst.

Ich finde es gut, dass ihr das Thema Gewalt gegen Frauen im öffentlichen Raum in unserer Stadt in den Fokus rückt. Dasselbe tue ich auch. Wir wollen dasselbe. Schluss mit sexuellen Übergriffen. Maßnahmen gegen die Zunahme dieser Taten.

Was ihr nicht wollt, ist dass man auch anspricht, wer für die Taten verantwortlich ist. Es sind alles Männer. Das stimmt.

Aber nach der aktuellen Studie des Bundesfamilienministeriums sind Flüchtlinge zehnmal häufiger unter den Tätern als alle anderen in unserem Land. Nicht mehr und nicht weniger spreche ich an als diese besondere Form der Gewalt gegen Frauen. Weil ich will, dass wir gezielt dagegen vorgehen. Ihr haltet das für Rassismus. Ich halt es für Pragmatismus. Ich kann nur Probleme lösen, die ich erkenne und adressiere.

Feministin darf sich jede nennen. Zur Frage der sexuellen Gewalt von Flüchtlingen gibt es zwei sehr gegensätzliche Positionen von Feministinnen. Ich bin nicht bei der Antifa, sondern bei Alice und Emma.

In Tübingen habe ich seit zehn Jahren Terre de Femmes bei ihrer wichtigen Arbeit unterstützt. Gewalt gegen Frauen muss überall bekämpft werden. Beim weißen Mann genau so wie beim nordafrikanischen Flüchtling. Die Augen zu machen, wenn der Täter mal keine weißer Mann ist, das ist Selbstzerstörung. Und das werde ich nicht zulassen in Tübingen.

(mcd)

Siehe auch:

Palmer: „Wer nicht nachweisen kann, dass er unter 18 ist, wird als Erwachsener behandelt“

Tübingens OB Palmer rechnet mit Merkels Flüchtlingspolitik ab: „Wir können nicht allen helfen“

Palmer: Abschiebungen nach Afghanistan vertretbar – ist genauso gefährlich wie Brasilien

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