Türkei: Islam-Anhänger pfeifen gegen Opfergedenken in Istanbul

Epoch Times19. November 2015 Aktualisiert: 19. November 2015 16:20
Vor dem Länderspiel der Türkei gegen Nachbar Griechenland in Istanbul kam es zu einem Eklat anlässlich einer Schweigeminute für die Opfer von Paris. Mit Buh-Rufen, Pfiffen und islamistischen Parolen blamierten die türkischen Fans nicht nur sich selbst, sondern ihre Mannschaft und das ganze Land. Beim Freundschaftsspiel waren auch die beiden Ministerpräsidenten, Alexis Tsipras und Ahmet Davutoglu anwesend.

Der Eklat kündigte sich bereits zu Anfang an. Während die griechische Nationalhymne im Beisein des griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras gespielt wurde, zeigten die türkischen Fans bereits ihr schlechtes Benehmen gegenüber ihrem Nachbarn Griechenland durch Pfiffe. Der türkische Kapitän, Arda Turhan, der beim FC Barcelona spielt, versuchte seine Landsleute mit einer entschiedenen Geste zu beruhigen, was eine gewisse Wirkung zeigte.

Dann kam der Moment der Schweigeminute für die Opfer von Paris. Von Schweigen konnte keine Rede sein, Pfiffe, Buhrufe, "Allahu Akbar"-Rufe und die Anti-Kurden-Parole "Die Märtyrer sind unsterblich, das Vaterland unteilbar." Ein schlimmer Moment, nicht nur für die Völkerverständigung, sondern auch für die türkische Nationalmannschaft, das konnte man von deren Gesichtern ablesen.

Wie die Deutsch-Türkischen-Nachrichten berichteten, kam es auch beim Spiel Türkei gegen Island im Oktober zu einem ähnlich schändlichem Verhalten, als der Terroropfer von Ankara gedacht wurde. Auch hier waren Buh- und "Allahu Akbar"-Rufe zu hören. Bei dem Bombenangriff starben hauptsächlich Kurden. 

https://youtube.com/watch?v=-ZJaOT35HX4

Überall in der Welt rückten angesichts des Terrors Menschen zusammen, auch im Sport. Da sangen am Dienstag Abend in Wembley englische und französische Fans zusammen die Marseillaise. Vergessen waren die Rivalitäten seit dem Hundertjährigen Krieg im 14. Jahrhundert, als England in Frankreich einfiel. Die französische Sportzeitung "L’Equipe" sprach sogar von einem "heiligen Bund".

Der Nationaltrainer Frankreichs, Didier Deschamps, sagte: "Ich bin dankbar, an diesem denkwürdigen Ort spielen zu dürfen", zitierte die Zeitung "Welt". Auch für die Engländer war es nicht leicht, über Vergangenes hinwegzuschreiten. "Singt für Frankreich", ermutigt der "Daily Mirror" die 70.000 englischen Fans im Stadion zur Unterstützung der 1.500 französischen Fans im Stadion. Der "Daily Telegraph" druckte sogar den Refrain der französischen Nationalhymne ganzseitig ab. Der englische Teammanager Roy Hodgson sagte: "Es liegt etwas über dem, das viel viel größer als ein Fußballspiel ist", so die "Welt".

Auch beim Spiel Deutschland gegen Erzrivalen Niederlande hätte es eine Gedenkminute geben sollen. Doch das Spiel in Hannover wurde wegen Terrorwarnung kurzfristig abgesagt. Vor dem Spiel Österreich gegen die Schweiz in Wien, wurde an diesem Abend statt dem Radetzkymarsch die Marseilaisse gespielt. (sm) 

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