Der Eingang der Ibn-Rushd-Goethe-Moschee in Berlin in der evangelischen St.Johannis-Kirche am 16. Juni 2017.Foto: JOHN MACDOUGALL/AFP/Getty Images

Türkische Religionsbehörde: Neue Berliner Moschee steht mit Gülen in Verbindung

Epoch Times21. Juni 2017 Aktualisiert: 21. Juni 2017 15:43
Die neue liberale Moschee in Berlin stehe mit Fethullah Gülen in Verbindung, meint die türkische Religionsbehörde Diyanet. Mit der Moschee würden „die Grundsätze unserer erhabenen Religion missachtet“, so die Behörde weiter.

Die türkische Religionsbehörde Diyanet hat die neue liberale Moschee in Berlin in Verbindung mit der Bewegung des Predigers Fethullah Gülen gebracht.

„Es ist offensichtlich, dass das ein Projekt des Religionsumbaus ist, das seit Jahren unter der Federführung von Fetö und ähnlichen unheilvollen Organisationen durchgeführt wird“, teilte Diyanet am Dienstagabend mit.

Bei derartigen Praktiken, die nicht mit den „grundlegenden Quellen“ des Islam vereinbar seien, handele es sich um „nichts anderes als einen Versuch zur Verfälschung der Religion“, erklärte der Diyanet-Direktor Mehmet Görmez am Dienstagabend. Dies falle nicht unter die Glaubens- und Meinungsfreiheit.

Die von der Türkei offiziell als Fetö bezeichnete Gülen-Bewegung wird von der Regierung in Ankara für den Putschversuch vom Juli 2016 verantwortlich gemacht und als Terrororganisation eingestuft.

Morddrohungen

Der Vorsitzende der Gülen-nahen Stiftung Dialog und Bildung, Ercan Karakoyun, hatte sich dagegen von der Ibn-Rushd-Goethe-Moschee der Berliner Frauenrechtlerin Seyran Ates distanziert. Karakoyun sagte, er habe Morddrohungen erhalten, nachdem ihn ein türkischer Fernsehsender fälschlicherweise mit dem Projekt von Ates in Verbindung gebracht habe.

Ort des liberalen Islam

Die Berliner Anwältin und Imamin Seyran Ates hatte am Freitag in einer protestantischen Kirche im Stadtteil Moabit eine Moschee eröffnet, in der Frauen und Männer nebeneinander beten können. Das Gotteshaus steht Sunniten, Schiiten und Aleviten offen.

Das erste Freitagsgebet leiteten ein Mann und eine Frau gemeinsam. Die Imamin trug kein Kopftuch.Die Frauenrechtlerin will damit einen Ort des liberalen Islam schaffen und eine Alternative zu den Moscheen der konservativen Islamverbände bieten.

„Nein zu liberalen Moscheen“

Diyanet kritisierte, mit diesem Vorgehen würden „die Grundsätze unserer erhabenen Religion missachtet“. Es handele sich um Bemühungen, die Religion „zu untergraben und zu zerstören“. Die Behörde rief „gläubige Brüder“ auf, sich nicht provozieren zu lassen.

Auch die oberste Fatwa-Behörde in Ägypten, Dar al-Iftaam, kritisierte die Moschee. „Nein zu liberalen Moscheen“, teilte die Behörde auf Facebook mit. „Frauen können nicht in einer Reihe neben Männern beten. Frauen ist es nicht erlaubt, ohne Schleier zu beten. Frauen ist es nicht gestattet, Imam zu sein, wenn dort Männer beten.“ (afp/dpa)

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