Vaterland zu Fremdwort geworden: Für wen oder was kämpfen Deutschlands Soldaten eigentlich?

Epoch Times4. Juli 2019 Aktualisiert: 4. Juli 2019 21:54
Das Wort Vaterland wurde in Deutschland, so gut wie abgeschafft. Weder von der Bundespolitik noch von der deutschen Kanzlerin wird das Wort verwendet. Doch für wen oder was kämpfen dann die deutschen Soldatinnen und Soldaten?

Die Bundeswehr möchte als attraktiver, moderner Arbeitgeber auftreten und wirbt dazu gern auf YouTube und mit Plakataktionen um Leute. Doch die Werbekampagnen der Streitkräfte wurden schon mehrmals heftig kritisiert. Auch die Kampagne Anfang des Jahres, mit der die Bundeswehr mit dem Slogan „Gas, Wasser, Schießen“ vor allem um „Handwerker“ warb.

Der Jurist Matthias Buth beklagt im „Deutschlandfunk“ den Umstand, dass die Bundeswehr, Soldaten die schwören für ihr Vaterland ihr Leben zu opfern, als „Handwerker“ bezeichnet würden. Buth beklagt den jämmerlichen Zustand der Bundeswehr. Längst sei sie ein „internationaler Sicherheitsdienstleister“ geworden.

„Handwerker gesucht“

„Weltfrieden defekt. Handwerker (männlich, weiblich und divers) gesucht“: mit diesem Spruch wirbt die Bundeswehr um neues Personal.

Unterdessen versucht die Bundeswehr jedoch ein Bild von einer „Weltarmee im Einsatz“ zu vermitteln. Es wäre „bizarr“, dass die Armee dafür „Handwerker“ suche, so Buth. Zudem mute es seltsam an, dass die Truppe auf den Kriegsschauplätzen der Welt tätig sein soll – und das im Auftrag des „Weltfriedens“.

Der Jurist stellt klar:

Für Demokratie sein Leben zu riskieren, ist kein Handwerksjob.“

Beim öffentlichen Fahneneid schwören die Soldatinnen und Soldaten „der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen.“ Dieser Schwur schaffe eine emotionale Bindung zwischen Eidesnehmer und Eidesgeber, betont Buth.

Auch im Grundgesetz stehe eindeutig: „Der Bund stellt Streitkräfte zur Verteidigung auf.“ Zudem sei die Armee dazu verpflichtet ihr „Vaterland mit Tapferkeit“ zu verteidigen.

Das ist kein bloßer Job, das bringt existentielle Bedrohung für den Schwörenden. Erträglich und lebensbestimmend ist diese nur, wenn die Bundesrepublik Deutschland diese Verpflichtung annimmt,“ so der Jurist.

Bundeswehr demontiert

Vor 30 Jahren, nachdem Deutschland und somit Europa vereinigt waren, hätte man damit begonnen die Bundeswehr zu demontieren. Die seit 1813 bestehende allgemeine Wehrpflicht sei im „Handstreich“ abgeschafft worden – und das noch nicht einmal vom Bundestag, sondern durch einen Kabinettsbeschluss unter der Regierung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), so Buth weiter.

Danach hätte die Zerlegung der Bundeswehr begonnen. Die Armee sei auf 182.000 Personen reduziert und viele Kasernen geschlossen worden.

De facto wurde der Kern der Wehrverfassung vernichtet. Das wirkt politisch nach,“ so Buth.

Die Bundeswehr sei als Berufsarmee von der Bundesregierung aus der Landesverteidigung entlassen und die Soldaten ins Ausland geschickt worden. Doch Tatsache sei, dass Deutschland nicht im Irak, in Mali oder Afghanistan verteidigt werde und dass die echte Landesverteidigung – die den Staat und sein Volk schützen soll – auf der Strecke geblieben ist.

„Für wen und was setzen die Soldaten wo ihr Leben ein?“

Viele Soldaten seien aus dem Ausland verwundet oder traumatisiert nach Hause zurückgekehrt – 54 sind bei diesen Einsätzen sogar ums Leben gekommen.

Wer in Deutschland will diese Opfer und nimmt sie an? Das ist die Frage nach dem Eid,“ so der Jurist.

Buth beklagt auch, dass die Soldaten mit ihren seelischen Nöten alleine gelassen würden. Die – noch – Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, meinte unlängst sogar, die Bundeswehr müsse nunmehr „ihren Beitrag zur nationalen Sicherheitsvorsorge“ leisten.

Für Buth jedoch stellt sich die Frage: „Für wen und was setzen unsere Soldatinnen und Soldaten wo ihr Leben ein? Sie gründet auf dem Begriff, der fast ein Fremdwort geworden ist: Vaterland.“

Der Jurist fragt auch: „Binden die Soldatinnen und Soldaten ihr Leben an das Wort Vaterland, das von der Bundespolitik und Kanzlerin Merkel schon lange gemieden wird?“ (so)

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