Verschenken als billigste Lösung: Köln sitzt auf 2,3 Millionen Euro teuren Asyl-Containern

Von 15. November 2019 Aktualisiert: 15. November 2019 16:05
Im Jahr 2015 hatte die Stadt Köln insgesamt 253 Wohncontainer zur Unterbringung von Asylsuchenden angekauft. Nun stehen sie leer und blockieren den Ausbau einer Gesamtschule. Kaufen wollte sie jedoch niemand – und eine Anschlussverwendung scheidet aus.

Als die Flüchtlingskrise des Jahres 2015 auf ihrem Höhepunkt angelangt war, erwarb die Stadt Köln in den Niederlanden 253 Wohncontainer, die dort zuvor als Studentenunterkünfte fungiert hatten. In einer Zeit, da monatlich bis zu 1000 Neuzuzüge in der Stadt zu verzeichnen waren, reichten die vorhandenen Kapazitäten wie Turnhallen oder Wohnheime nicht aus, um den Andrang zu bewältigen.

Der Kaufpreis von 2,3 Millionen Euro war vor diesem Hintergrund nicht einmal übermäßig teuer – findige Vermieter oder Verkäufer von Grundstücken verlangten angesichts der unübersichtlichen Lage vielfach deutlich höhere Preise. Die Container wurden an der Eygelshovener Straße in Rodenkirchen aufgestellt, wo sie heute noch stehen und bis vor kurzem noch 330 Asylbewerbern Obdach boten.

Nun sind sie jedoch ungenutzt und wie der „Kölner Stadt-Anzeiger“ (KSTA) berichtet, drängt die Zeit für die Stadt, um den Platz freizubekommen. Immerhin will man diesen nutzen, um die angrenzende Gesamtschule Rodenkirchen zu erweitern.

„Teils stark abgenutzter Zustand“

Eine Anschlussverwendung in eigener Sache an einem anderen Standort scheidet jedoch aus. Laut eigenen Angaben der Verwaltung befinde sich der Komplex in einem „gebrauchten, teils stark abgenutzten Zustand“, sodass die Objekte nicht mehr zur Unterbringung von Studenten oder Obdachlosen genutzt werden könnten. Dies hatte die SPD im Stadtrat vorgeschlagen – und biss damit mangels Umsetzbarkeit des Ansinnens bei der Verwaltung auf Granit. An eine Weiterverwendung wäre allenfalls bei einzelnen Modulen zu denken.

Kaufen wollte die von Gebrauchsspuren gekennzeichneten Container trotz mehrerer Besichtigungstermine jedoch auch niemand. Damit zeichnete sich jedoch nicht nur ab, dass die Stadt nicht mehr damit rechnen kann, zumindest einen Teil des ursprünglichen Kaufpreises wieder hereinbringen zu können. Vielmehr werden die Teile noch weitere Folgekosten nach sich ziehen: Schaden durch die verzögerte Benutzbarkeit des Areals, auf dem sie stehen, Lagerkosten, Rückbaukosten – die auf insgesamt 1,7 Millionen Euro taxiert werden – oder 950 000 Euro für die Entsorgung.

Abgabe gegen Selbstabholung

Die FDP in der Bezirksvertretung Rodenkirchen konnte sich am Ende mit ihrem Antrag durchsetzen, die Container zu verschenken. Sie wolle sich dazu an die diplomatischen Vertretungen Italiens und Griechenlands wenden, die vor der Aufgabe stehen, eine zuletzt wieder steigende Zahl an Asylsuchenden unterzubringen.

Generell sei jedoch jedermann berechtigt, sich zu bedienen und eines der Objekte an sich zu nehmen – möglicherweise eignen sie sich ja noch als Gartenhäuschen oder Geräteschuppen auf dem eigenen Anwesen. Die Abgabe erfolgt jedoch nur an Selbstabholer und auf deren eigene Kosten.

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