Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer trifft sich mit den deutschen Streitkräften.Foto: Andreas Rentz / Getty Images

Verteidigungsministerin: „Heimatschutz-Projekt“ der Bundeswehr startet mit 325 Freiwilligen

Epoch Times6. April 2021 Aktualisiert: 6. April 2021 13:36

Am Dienstag hat Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) den Startschuss für den freiwilligen Dienst „Dein Jahr für Deutschland“ gegeben. 325 Freiwillige sind es, die aktuell bei dem Programm mitmachen.

Die Zahl der Interessenten habe die Zahl der freien Plätze deutlich überstiegen, erklärte Kramp-Karrenbauer.

Nach einer siebenmonatigen militärischen Ausbildung sollen die Soldaten für den Heimatschutz sechs Jahre lang als Reservisten bereitstehen. Insgesamt werden zum Start tausend Plätze bereitgestellt.

Es solle eine Verwendung in den Streitkräften angeboten werden, „die nach der Grund- und Spezialausbildung möglichst im regionalen Lebensumfeld“ der zukünftigen Soldaten liege, erklärte das Verteidigungsministerium.

Es sei ein Angebot vor dem Einstieg ins Berufsleben, vor dem Beginn von Studium und Ausbildung, während einer beruflichen Veränderung oder während einer gewählten beruflichen Auszeit, um zunächst einen „zeitlich befristeten, sinnvollen Dienst“ in den Streitkräften zu leisten und anschließend flexibel in der Reserve.

Siebenmonatige Ausbildung in Wohnortnähe

Die Dienstleistenden durchlaufen ab Dienstag zunächst eine siebenmonatige Ausbildung in Wohnortnähe und sollen danach der Reserve zur Verfügung stehen.

Das Angebot richte sich vor allem an junge Leute, die sich für die Bundeswehr interessieren, sich aber „nicht so fest“ an sie binden wollen, sagte Kramp-Karrenbauer. Nach Bundeswehrangaben ist ein Sechstel der neuen Dienstleistenden weiblich.

Die größten Unterschiede zum klassischen freiwilligen Wehrdienst sind nach Ministeriumsangaben die „heimatnahe Einplanung im Reservistendienst“ nach der Ausbildung sowie der Verzicht auf Auslandseinsätze.

Die Freiwillige durchlaufen zunächst eine normale Grundausbildung, an die sich dann eine dreimonatige Spezialausbildung im Heimatschutz anschließt – Schwerpunkt ist dabei vor allem der Objektschutz.

Die Ausbildung umfasst aber auch Bereiche wie Sanitätswesen und Brandschutz.

Kramp-Karrenbauer weist Kritik am Begriff „Heimatschutz“ zurück

Kramp-Karrenbauer wies Kritik an der Bezeichnung des neuen Dienstes zurück. Der Begriff „Heimatschutz“ sei bewusst gewählt worden, sagte sie. Es sei ein „Fehler“ gewesen, „den Begriff Heimat, der uns allen am Herzen liegt, einfach den Rechten in diesem Land zu überlassen, die damit auch einen Missbrauch betreiben“, sagte sie.

„Es wird Zeit, dass wir diesen Begriff wieder in die demokratische Mitte holen, dass wir ihn zurückerobern.“

Der neue Dienst steht unter dem Motto „Dein Jahr für Deutschland“. Er findet als Pilotprojekt der Streitkräftebasis statt und ist zunächst für ein Jahr festgelegt. Dann soll entschieden werden, in welcher Form das Projekt weitergeführt wird. (afp)



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